Gesegnete Osterspeisen

osterspeisen

Die Polen haben in Berlin schon längst die schöne Sitte der Speisensegnung eingeführt. In Heilig Kreuz, Berlin-Wilmersdorf, wird diese Sitte gepflegt. Gestern abend gekochte und bemalte Eier, einen gestern angesetzten und heute früh gebackenen Osterzopf, Wurst, Käse, Schokolade (ja: man kann auch Schokolade segnen!) hatte ich dabei. Klassisch gehört eigentlich noch Salz und Meerrettich dazu – an das Salz denke ich hoffentlich nächstes Mal. Die geschmückten Körbe mit Essen wurden auf die Stufen zum Altar gestellt. Der Pfarrer hat ein bißchen etwas erzählt über den alten Brauch der Speisensegnung – Augustinus hat übrigens das Ei schon „österlich“ interpretiert und unsere Auferstehung mit dem Schlüpfen eines Kükens verglichen! Wir haben gesungen, im Wechsel einen Psalm gebetet, der Pfarrer hat die Speisen gesegnet. Es war ein schöner, fröhlicher kleiner Gottesdienst. Zwei Frauen kamen zu spät, denen habe ich zwei Eier geschenkt, damit sie etwas Gesegnetes in ihren Körben haben.

Mit dem Meerrettich hat es folgende Bewandtnis: Traditionell wird er am Karsamstag morgens auf nüchternen Magen gegessen. Das treibt die Tränen in die Augen – ein kleiner frommer Trick, um am Morgen der Grabesruhe zu weinen.

Und heute Nacht wird gejubelt!

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Gesegnete Osterspeisen

  1. akinom schreibt:

    Wirklich eine schöne Sitte! Wichtiger ist mir aber eine Kar- und Osterliturgie ohne Schwindsucht.
    Das Grab ist leer. Hallelujah!

  2. Margot Hintzpeter schreibt:

    Die Idee mit der Schokolade hatte ich auch. Wenn man die ganze Fastenzeit auf Schokolade verzichtet hat (von 2 kleinen Ausrutschern abgesehen), fand ich es eine hübsche Idee, jetzt mit Gottes Segen wieder Schokolade zu essen.

  3. Henrica Hannah schreibt:

    Du hast eine sehr hübsche Decke für den Weihkorb!

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