Wie man Modernistinnen ärgert

Als Lektorin habe ich es da leicht mit der sonntäglichen zweiten Lesung (Eph. 5,21-32 – wobei es lohnt, auch Vs. 33 zur Kenntnis zu nehmen). Man muss sie mit Verve und Überzeugung vortragen und danach laut, deutlich und lächelnd sprechen: Wort des lebendigen Gottes! – mit hörbarem Ausrufungszeichen.
Ehrlich, ich liebe sie – so sehr, daß ich ein Gedicht darüber geschrieben habe.

Christus wurde ein Knecht, und Christen sind Knechte und Mägde,
Ordnen einander sich unter, dienen einander in Liebe,
Dienen gemeinsam dem Herrn, ein jeder auf seine Weise.
Weiblichkeit ist wie die Kirche, strahlend und heilsnotwendig,
Männlichkeit ist wie Christus, führend und leuchtend und heilsam.
Wo sie Christus nicht annimmt als Herrn, ist die Kirche Theater,
So sei die Frau ihrem Gatten treu in dienender Liebe.
Christus ist für Seine Jünger aus reiner Liebe gestorben,
Er ist dem Vater gehorsam bis in den Tod geblieben.
Diese tapfere Liebe fordert Paulus von Männern:
Männer, liebt eure Frauen so wie Christus die Kirche!
Heißt: Lass dich eher ermorden als deine Frau zu verlassen.
So, wie die Mächte der Hölle nicht die Kirche zerstören,
Kann keine Macht dieser Erde christliche Ehen vernichten.
In einer guten Ehe spiegelt sich Christi Liebe,
Glücklicher Eheleute Züge verschönen einander.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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7 Antworten zu Wie man Modernistinnen ärgert

  1. Thomas Jakob schreibt:

    Meinst Du wirklich, dass sich Modernistinnen groß darüber ärgern? Ich würde als Modernistin einfach denken: Na ja, da spricht eben nicht nur Gott direkt, sondern auch der Junggeselle Paulus. Achselzucken, weiter im Text. Aber ich kann das ja mal versuchsweise meiner Frau zeigen. Die ist katholisch, aber insbesondere wegen des Frauenbildes sehr distanziert und immer auf der Schwelle zum Austritt, an tätiger Nächstenliebe mir aber voraus.

  2. Herr S. schreibt:

    Weihbischof Ansgar Puff hat heute bei seiner vom domradio via Bibel.tv ausgestrahlten Predigt in der Messe im Kölner Dom explizit auf diese Lesung Bezug genommen und u.a. vor der unseligen Verkürzung gewarnt, dass sich NUR die Ehefrauen einseitig den Ehemännern unterzuordnen hätten.

    Nein, die Ehemänner sind gegenüber ihren Frauen zur aktiven Nächstenliebe in gleicher Weise wie der – als selbstverständlich vorausgesetzt – vorhandenen Eigenliebe VERPFLICHTET!

    Es lohnt sich wirklich, diese Predigt möglichst in der Mediathek o.ä. nachzuhören.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Oder man liest einfach (sag ich mal mit allem schuldigen Respekt vor dem Herrn Weihbischof) mein Gedicht… da steht das nämlich auch. 😉

      • Herr S. schreibt:

        Sicherlich. Allerdings war, wie Sie sich vielleicht auch denken können, die Predigt des Weihbischof noch wesentlich vielschichtiger, als ich es hier darstellen kann:
        Sie berührte vor allem ausgehend vom Tagesevangelium u.a. das Verlassen der Kirche wg. Missständen in derselben – u.a. konkret die aktuell bekannt gewordenen Missbrauchsfälle u.s.w.
        Wirklich sehr beeindruckend.

  3. akinom schreibt:

    „Glücklicher Eheleute Züge verschönen einander.“ Schauen wir sie uns an bei der Eheschließung und bei der Goldhochzeit: Sind sie anfangs ganz verschieden, ähneln sie sich später immer mehr. Auch das ist für mich ein Geheimnis des Glaubens und ein Zeugnis für den Glauben.

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