Dienstag der vierten Fastenwoche

Jesus Messias

Du bist, der wiederkommen wird in Herrlichkeit.
Du bist das Licht, in Bethlehem erschienen,
Du Schöpfer kamst, um dem Geschöpf zu dienen.
Du führst uns bis zum Ende dieser Zeit.

Du dienst auch jenen, die mit sauren Mienen
Behaupten, Glaube führt zu Krieg und Streit,
Denn Deine Liebe geht unendlich weit.
Hilf uns zu Deinem Reich – und hilf auch ihnen!

So wie die Erde um die Sonne kreist
Kann unser Wissen Dich nie ganz erreichen,
Wir können nur Bekanntem Dich vergleichen.

Wir fassen nicht Dein Reich, so nah es ist.
Errichte Du den Frieden, Jesus Christ!
Messias, komm zu uns, wie Du verheißt!

© Claudia Sperlich

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Behördenlob

Es kommt nicht häufig vor, daß ich über Behörden etwas Nettes sage. Aber jetzt ist mir danach.

Ich hatte meinen Ausweis verloren, schon vor längerer Zeit, und das Beantragen immer vor mir hergeschoben. Man kann ja im Allgemeinenen auch ohne Ausweis ganz gut leben. Nun aber stehe ich kurz vor einer Reise und mußte handeln.

1. Internetwache anschreiben: Ausweis ist weg, was soll ich machen?
2. Polizistin (sehr freundlich) ruft an, erklärt mir, was ich machen soll. Auf meine besorgte Frage, ob ich jetzt wegen einer Ordnungswidrigkeit drankomme, weil ich ja seit – öh, irgendwie nach Weihnachten… keinen Ausweis mehr habe, sagt sie: Ach, Pillepalle, Sie haben den ja möglicherweise bloß verlegt, wenn Sie ihn wiederfinden, müssen Sie ihn bei der nächsten Polizeidienststelle abgeben, der ist dann ungültig. Und zum Bürgeramt müssen Sie, wenn sie da keinen rechtzeitigen Termin bekommen, finden die auch ne Lösung.
3. Der nächste reguläre Termin im Bürgeramt wäre im Mai möglich, ich reise aber im März. Ich gehe zum Bürgeramt und sage dies, werde freundlich gebeten, mich anzustellen. Das dauert zwar ein bißchen, aber ich habe ein Buch mit. Dann: „Ich guck mal – ja, da ist gerade eine Frau gegangen, die einen Termin gehabt hätte, ich übertrage Ihnen den. Dauert aber noch ein bißchen.“
4. Warten ist langweilig, und ich kann mich auf das sehr gute Buch nun nicht mehr konzentrieren, aber was solls. Schließlich bin ich dran und werde empfangen mit einem fröhlichen „Guten Tag, Frau Sperlich“ – und nach Aufnahme meiner Daten: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, ist ja noch nicht so lange her!“
5. Die Frau tut, was zu tun ist, um mir einen vorläufigen Personalausweis zu machen und den endgültigen zu beantragen, zwischendurch noch einige nette Worte. Und am Ende sage ich:

Ich bin ja jetzt in einem Alter, wo man gerne sagt, früher war es besser – aber in meiner Jugend waren die Leute in Behörden immer muffelig! Heute begegne ich hier nur freundlichen Leuten.

Das hat sie gefreut, und das freut wiederum mich.
Ich finde es immer noch gräßlich, zu Behörden zu gehen. Bürokratie ist mir ein Greuel. Aber dafür können die Angestellten nichts. Hoch sollen sie leben!

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Montag der vierten Fastenwoche

Erkenntnis

Von Deinem Wort trunken,
von Deinem Geist klar,
in Dein Licht versunken –
ich weiß: Du bist wahr.

Ich weiß, welche Sünden
ich oft schon beging,
kein Mahnen und Künden
dagegen verfing.

Du zogst mir die Decken
von Herz und Verstand.
Ich habe voll Schrecken
mich selber erkannt.

Mit wie vielen Ketten
mich fesselt die Welt –
nur Du kannst mich retten,
der alles erhält.

© Claudia Sperlich

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Hymnen und Katechese

Mein Hymnarium ist im Druck – und wird kurz vor Ostern im Buchhandel sein!
Und, wie neulich schon angekündigt, werde ich morgen um 16.30 Uhr zum Thema „Verklärung des Herrn“ auf Radio Horeb zu hören sein. Die Sendung kann auch später als mp3 oder podcast gehört werden.

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Lætare

Der eifersüchtige Bruder
Lk. 15,11-32

Die harte Arbeit hab ich gern gemacht.
Hab froh und gut gepflügt, gesät, geschnitten.
Ließ mich um keine Hilfe zweimal bitten,
Hab neues Land und Vieh uns eingebracht.

Ich liebe unsre alten Bauernsitten,
Dies Land, das grün in goldner Sonne lacht.
Ich hab mich mit dem Wildfang nie verkracht!
Er war doch immer bei uns wohlgelitten!

Es hat dem Vater fast das Herz gebrochen,
Als er mit seinem Erbe fortgegangen.
Nun hat ers durchgebracht, kommt angekrochen!

Er wird gefeiert. Ich bin nur Getriebe.
Darf ich, der Immertreue, nichts verlangen?
Und ich verlang doch nichts – nur Vaters Liebe.

© Claudia Sperlich

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Schuld, Gerücht und Anstand

Volker Beck ist mit Drogen erwischt worden. Das ist leider wohl kaum mehr bestreitbar, auch wenn die Staatsanwaltschaft korrekterweise nur die Menge der gefundenen Substanz bestätigt und im Übrigen noch Wörter wie mutmaßlich verwendet.
Die Bildzeitung hatte sofort auf eine bestimmte, hochgefährliche synthetische Droge getippt, dafür aber keinen weiteren Grund angegeben. Alle Medien haben diese Vermutung übernommen, so daß Beck jetzt nach Medienberichten Meth gehabt hat.

Also:
Ein Politiker wurde mit etwas erwischt, das wahrscheinlich eine Droge ist. Seine Reaktion läßt darauf schließen, daß es wirklich eine Droge ist. Ich habe kein Problem damit, zu sagen: Herr Beck wurde mit einer Droge erwischt.
Ich finde das schlimm, ich bin zornig auf Herrn Beck, und ich hoffe sehr, daß er von dem Zeug, was immer es ist, loskommt.

Was in der Facebook-Öffentlichkeit daraus gemacht wird, und zwar zu meinem körperlichen Schmerz auch und gerade von Katholiken, ist eine üble Hetze. Da findet jemand einen wohl glaubwürdigen Bericht, daß Meth derzeit besonders auf halbseidenen Sexparties von Schwulen benutzt wird, und verbreitet, daß ALLE Schwulen so sind. Und das ist kein Einzelfall, dies Gerücht verbreitet sich schneller, als man „Bitte nachdenken“ tippen kann. Denn der Bericht mag glaubwürdig sein, der direkte Bezug auf Beck ist ein Gerücht – ein sehr böses. Und die Verbreiter sind keine dummen Kinder, sondern arbeiten teilweise im Bereich der Justiz, sind fromme und gebildete Leute.

Noch einmal:
1. Herr Beck hat – das ist ziemlich sicher – mit Drogen zu tun.
2. Ein verlogenes Boulevardblatt hat in die Welt gesetzt, daß es Meth ist.
3. Alle gängigen Revolverblätter, Focus und Spiegel zähle ich dazu, haben das übernommen.
4. Herrn Becks sexuelle Orientierung wird nun in diesem Zusammenhang zum Thema gemacht, und zwar im Zusammenhang mit sexuell ausgerichten Drogenparties.

Natürlich kann es sich um Meth handeln. Muss aber nicht. Eine Substanz wird nicht davon zu Meth, daß die Bild das schreibt, und wenn sie schon Meth ist, hört sie nicht auf, es zu sein, wenn die Bild es schreibt. Die tatsächliche Art der Droge ist unabhängig von der Meinung der Presse.
Natürlich gibt es üble Verbrechen, die mit Drogen und Prostitution zu tun haben. Und natürlich gibt es auch da Moden und bestimmte Kreise, und natürlich kann es sein, daß diese Affäre auch damit zu tun hat. Muss aber nicht. Es ist bisher noch nicht ein einziger Hinweis von der Staatsanwaltschaft gekommen, daß irgendein solcher Zusammenhang in diesem besonderen Fall besteht.

Und schließlich: Daß ich von einem juristisch gebildeten Katholiken die hartnäckig wiederholte (und kaum widersprochene) Ansicht lese, sämtliche Schwulen seien „so“, also drogenaffine Lüderjahne, das ist schändlich, das ist für mich so schlimm wie ein IS-Angriff auf eine Kirche. Nein, schlimmer. Denn der Angriff kommt aus den eigenen Reihen.

Meine Sympathie mit Herrn Beck hält sich in Grenzen. Ich weiß, daß er Dinge vertritt, die ich schlecht finde. Aber darauf kommt es nicht an. Ich möchte, daß ihm Gerechtigkeit widerfährt – und nicht, daß er vor jedem standhaltenden Beweis öffentliche Häme ihn vernichtet.

Ich wünsche Herrn Beck von Herzen, daß er gesund an Leib und Seele wird. Das gleiche wünsche ich auch den Leuten, die ihm öffentlich unbewiesene Straftaten und Schändlichkeiten unterstellen.

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Samstag der dritten Fastenwoche

Der reiche Jüngling
Lk. 18,18-27

Ein neuer Lehrer war zu uns gekommen,
Der liebte Gott, war voll von Seinem Geist.
Er sagte, was der Ewige verheißt –
So hörte ich es nie von andern Frommen!

Doch daß man alles in die Ecke schmeißt?
Hab das Geschäft vom Vater übernommen,
Von ihm hab ich auch guten Rat bekommen.
Soll ich denn tun, was ihm das Herz zerreißt?

Und dieser Rabbi – mit wie großer Trauer
Sah Er mich an, als ich nicht mit Ihm ging.
Ich spürte, wie Sein Wort mein Herz umfing.

Die Arbeit hält mich. Zwar, ich möcht es fassen,
Doch das Geschäft kann ich nicht einfach lassen.
Vor meiner Sehnsucht stehts wie eine Mauer.

© Claudia Sperlich

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Freitag der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Buße

Zu wohlfeil scheint mir, was mir auferlegt –
Ein leichtes Tun, ein Beten voll Vertrauen.
Doch lässt es mich den Weg von neuem schauen,
Auf dem mich Deine Gnade führt und trägt.

Ich sehe noch mit Staunen und mit Grauen,
Wie fleißig ich hab Angst und Zorn gehegt.
Nun bin ich hoffnungsvoll, bin neu bewegt,
Will lieben und will helfen, aufzubauen.

Mit Deiner Hand, Herr, stärke meine Hände,
Mit Deinem Geist erleuchte meinen Geist.
Durch Deinen Tod für mich zum guten Ende.

Ich will vor allen Menschen Dich bekennen,
Dir dienen, bis die Silberschnur zerreißt,
In Tat und Wort mich nie mehr von Dir trennen.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Absolution

Kein Zorn, nur Mitleid, Anteilnahme, Güte
Und sanfte Mahnung kommen mir entgegen
Und guter Rat zum Gang auf neuen Wegen
Aus meinem Trockenland zu frischer Blüte.

Der Priester spricht, und Gott gibt Seinen Segen.
Er macht mir Mut, dass ich mein Herz behüte,
Dass ich nicht wieder Streit und Unrecht brüte.
Die Angst vergeht wie Staub im Sommerregen.

Ich höre, was ich tun soll, bin bereit.
„So spreche ich dich los von deinen Sünden.“
Der Priester sagt mir zu: Ich bin befreit.

Die Tat war schlimm, und hart war das Gestehen.
Ich durfte neu an Gott mein Herz entzünden,
Kann wieder Land und Licht und Leben sehen.

© Claudia Sperlich

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Mittwoch der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Beichte

Gesündigt hab ich, und ich muss bekennen:
Ich gebe jeder Wurzelsünde Wohnung.
Mein Hochmut fordert Ehre und Belohnung,
lässt außen glänzen und im Innern brennen.

Ich will es alles ungeschminkt benennen,
Ich habe Angst und will doch keine Schonung.
Nun gehts zu meiner eigenen Entthronung,
Denn nichts soll mich vom König Christus trennen.

So bitt ich Gott mal wieder um Vergebung –
Bitt Ihn, den man für mich ans Kreuz geschlagen,
Mir wieder, immer wieder, zu verzeihen.

Dann hoffe ich auf Gnade und Belebung
Und fürchte jetzt schon, wieder zu versagen,
Und fleh zu Ihm, von Schuld mich zu befreien.

© Claudia Sperlich

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