Volker Beck ist mit Drogen erwischt worden. Das ist leider wohl kaum mehr bestreitbar, auch wenn die Staatsanwaltschaft korrekterweise nur die Menge der gefundenen Substanz bestätigt und im Übrigen noch Wörter wie mutmaßlich verwendet.
Die Bildzeitung hatte sofort auf eine bestimmte, hochgefährliche synthetische Droge getippt, dafür aber keinen weiteren Grund angegeben. Alle Medien haben diese Vermutung übernommen, so daß Beck jetzt nach Medienberichten Meth gehabt hat.
Also:
Ein Politiker wurde mit etwas erwischt, das wahrscheinlich eine Droge ist. Seine Reaktion läßt darauf schließen, daß es wirklich eine Droge ist. Ich habe kein Problem damit, zu sagen: Herr Beck wurde mit einer Droge erwischt.
Ich finde das schlimm, ich bin zornig auf Herrn Beck, und ich hoffe sehr, daß er von dem Zeug, was immer es ist, loskommt.
Was in der Facebook-Öffentlichkeit daraus gemacht wird, und zwar zu meinem körperlichen Schmerz auch und gerade von Katholiken, ist eine üble Hetze. Da findet jemand einen wohl glaubwürdigen Bericht, daß Meth derzeit besonders auf halbseidenen Sexparties von Schwulen benutzt wird, und verbreitet, daß ALLE Schwulen so sind. Und das ist kein Einzelfall, dies Gerücht verbreitet sich schneller, als man „Bitte nachdenken“ tippen kann. Denn der Bericht mag glaubwürdig sein, der direkte Bezug auf Beck ist ein Gerücht – ein sehr böses. Und die Verbreiter sind keine dummen Kinder, sondern arbeiten teilweise im Bereich der Justiz, sind fromme und gebildete Leute.
Noch einmal:
1. Herr Beck hat – das ist ziemlich sicher – mit Drogen zu tun.
2. Ein verlogenes Boulevardblatt hat in die Welt gesetzt, daß es Meth ist.
3. Alle gängigen Revolverblätter, Focus und Spiegel zähle ich dazu, haben das übernommen.
4. Herrn Becks sexuelle Orientierung wird nun in diesem Zusammenhang zum Thema gemacht, und zwar im Zusammenhang mit sexuell ausgerichten Drogenparties.
Natürlich kann es sich um Meth handeln. Muss aber nicht. Eine Substanz wird nicht davon zu Meth, daß die Bild das schreibt, und wenn sie schon Meth ist, hört sie nicht auf, es zu sein, wenn die Bild es schreibt. Die tatsächliche Art der Droge ist unabhängig von der Meinung der Presse.
Natürlich gibt es üble Verbrechen, die mit Drogen und Prostitution zu tun haben. Und natürlich gibt es auch da Moden und bestimmte Kreise, und natürlich kann es sein, daß diese Affäre auch damit zu tun hat. Muss aber nicht. Es ist bisher noch nicht ein einziger Hinweis von der Staatsanwaltschaft gekommen, daß irgendein solcher Zusammenhang in diesem besonderen Fall besteht.
Und schließlich: Daß ich von einem juristisch gebildeten Katholiken die hartnäckig wiederholte (und kaum widersprochene) Ansicht lese, sämtliche Schwulen seien „so“, also drogenaffine Lüderjahne, das ist schändlich, das ist für mich so schlimm wie ein IS-Angriff auf eine Kirche. Nein, schlimmer. Denn der Angriff kommt aus den eigenen Reihen.
Meine Sympathie mit Herrn Beck hält sich in Grenzen. Ich weiß, daß er Dinge vertritt, die ich schlecht finde. Aber darauf kommt es nicht an. Ich möchte, daß ihm Gerechtigkeit widerfährt – und nicht, daß er vor jedem standhaltenden Beweis öffentliche Häme ihn vernichtet.
Ich wünsche Herrn Beck von Herzen, daß er gesund an Leib und Seele wird. Das gleiche wünsche ich auch den Leuten, die ihm öffentlich unbewiesene Straftaten und Schändlichkeiten unterstellen.
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