Keine Bildung, aber große Schnauze

Heute vormittag war ich beim Engelamt in St. Marien-Behnitz. Das war nun das vierte Mal aus Anlass des Marsches für das Leben – und diesmal hatten irgendwelche komischen Leute es gemerkt und Sprüche an die Kirche geklebt.

Ja klar: Mein Körper, meine Entscheidung. Da sind wir uns einig, aber:
Der Körper eines anderen, nicht meine Entscheidung.

Nein. Einen Menschen vernichten ist kein Menschenrecht. Logisch, oder?

OK, an das A am Ende haben sie gedacht, das ist bloß runtergefallen (zu wenig Tapetenkleister! In meiner Jugend hätte man sorgfältiger gearbeitet!) – aber sonst? 

Also, Mädels: in terrā, Ablativ! terrae wäre Genetiv oder Dativ, passt beides nicht. Sodann: Wenn Ihr schon eure Gebärmutter anbetet, dann bitte richtig. „fiat libertas tua“, „deine Freiheit werde / geschehe“ ist unlogisch, wenn man – wie Ihr – Freiheit als etwas zu Erkämpfendes, zu Erarbeitendes sieht. Sieht man sie wie ich als Wesensmerkmal Gottes, kann sie auch nicht „werden“ oder „geschehen“, weil sie dann schlichtweg ist. Dürfte bei gebärmutterförmigen Gottheiten ebenso sein.

Ich würd ja jetzt gerne fragen: quisnam cynaedus vobis est magister Latinitatis? – aber so schlimme Wörter kenne ich ja gar nicht.

Also, Mädels: Wenn Ihr Euch über das Vaterunser lustig machen wollt, bitteschön – aber dann müsst Ihr schon auch Latein können. Oder meinethalben Griechisch.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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