Siebzehntausend Irre

… waren heute in Berlin unterwegs, um dagegen zu protestieren, daß sie niemanden mit einer potentiell tödlichen Krankheit infizieren dürfen. (Möglicherweise auch mehr, die höchsten Schätzungen sprechen von zwanzigtausend.)

Sie sind heut wieder durch Berlin getrampelt,
die Irren, die sich für geknechtet halten,
weil Klügere sich haben abgestrampelt,
um die Corona endlich auszuschalten.

Sie sabotieren mit den dümmsten Phrasen
die Wissenschaft und jede kluge Regel.
Was diese Logikfreien aus sich blasen,
lässt bald schon steigen den Coronapegel.

Wenn sie so hunnenfürstlich Schwachsinn reden,
sieht man bei manchen Brust und andres schwellen.
Sie tun sich leid, und sie gefährden jeden.
Hat Deutschland keine freien Gummizellen?

© Claudia Sperlich

Und hier zum Hören:

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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13 Antworten zu Siebzehntausend Irre

  1. Gerd schreibt:

    Es ist schädlich und sehr gefährlich, andere, in ihrem Beispiel die Dummen, als Irre abzustempeln und die Gummizelle an den Hals zu wünschen. Damit wird die Diskussion verschärft und wenig überzeugend. Das können Sie doch nicht wollen?

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich habe nach vielen Versuchen die Diskussion mit dieser Sorte aufgegeben. Grund: Es hat keinen Sinn. Es hat ebensowenig Sinn, wie mit einer Maus darüber zu diskutieren, ob es in Ordnung ist, die Nüsse von der Futterstation der Eichhörnchen zu konsumieren. (Sie würde noch nicht einmal die Frage verstehen.) Heute hatte ich dennoch eine Diskussion mit einem Unterstützer dieser Wahnwichtel. Ich habe sie aufgehört, als er begann, mich öffentlich zu verleumden.

      Diskussion ist eine gute Sache zwischen intelligenten und in Grundzügen toleranten Menschen. Wenn diese Eigenschaften auch nur bei einem Diskussionspartner fehlen, wird es nichts mit der Diskussion.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Noch etwas. Ich wünsche niemandem die Gummizelle an den Hals. Ich sehe nur, daß Gummizellen für rasende Irre eine sinnvolle Sache sind.

      • Gerd schreibt:

        Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich Sie nie öffentlich verleumdet habe. Ich bin allerdings auch ein Unterstützer der „Wahnwichtel“, was ja sinngemäß bedeutet, dass unter den Befürwortern zwergenhafte Wesen ihrem Wahn frönen. Ich (182 cm groß) weiß mit Sicherheit, dass diese Bezeichnung von Demonstranten nicht zu einer toleranten und sinnvollen Diskussion gehört.
        Sinnvoll wäre es auf zwei Gedanken einzugehen, die Sie in ihrem Sonett äußern. So schreiben Sie: „Sie sabotieren mit den dümmsten Phrasen
        die Wissenschaft und jede kluge Regel.“
        In der Wissenschaft ist man sich längst nicht einig, ob die Maßnahmen gegen Cofid 19, gerechtfertigt und sinnvoll sind. Einige weltweit bekannte Mediziner und Virologen bestreiten vehement die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen der Regierungen. Es ist durchaus legitim auch solche Wissenschaftler in die Diskussion mit einzubeziehen. Das allerdings geschieht, zumindest in unserem Land, nicht.
        „Was diese Logikfreien aus sich blasen,
        lässt bald schon steigen den Coronapegel.“
        Auch dieses Argument lässt sich leicht widerlegen. Anfang Juni gab es in Berlin eine sog. „Black lives matter“ Demonstration mit 15 000 Teilnehmern. Es gab danach keinen signifikanten Anstieg der Infektionen in Berlin oder Deutschland. Das bestätigte selbst die Regierung auf Anfrage eines FDP-Politikers, der inzwischen aus seiner Partei geworfen wurde. Auffallend bei der BLM Demonstration war die allgemeine Zustimmung der öffentlich rechtlichen Medien und führender Politiker von Grünen und SPD. Von einer Auflösung der dort demonstrierenden maskenlosen „Antirassisten“ war nie die Rede. Die Polizei hat tatenlos zugesehen.
        Ich hoffe sehr, dass wir intelligent und tolerant diskutieren können. Alles andere ist nur Benzin ins Feuer.

        • Margot schreibt:

          Und noch etwas: haben Sie mal an die armen Idioten im Einzelhandel gedacht (Dazu gehöre ich auch), die den ganzen Tag mit dem widerlichen Lappen im Gesicht rumlaufen müssen? Und das bei diesen Temperaturen?

        • Claudia Sperlich schreibt:

          Margot, ja, daran habe ich gedacht. Daran denke ich auch, wenn ich bei der Arbeit einen Mund-Nasen-Schutz trage.
          Ist unangenehm, sieht nicht besonders aus – aber ich finde ihn in diesen Zeiten sinnvoll. Obwohl man natürlich sagen könnte, je mehr Leute wir infizieren, desto mehr boomt das Geschäft. Ich arbeite auf einem Friedhof.

          Den Kommentar mit der Buchempfehlung habe ich gelöscht, weil ich hier keine Reklame für Bücher will, die ich für zweifelhaft halte. Zeit, Genaueres darüber herauszufinden, habe ich nicht. Lust auch nicht.

          Im übrigen werden Sie hier nicht mehr kommentieren, ich finde Sie nämlich patzig.

  2. akinom schreibt:

    „Sie tun sich leid“ und tun mir leid! Weil sie verlernt haben zu lieben, verachten sie das Leben . Auch ihr eigenes. Sie sind eventsüchtig und fürchten mit sich allein sein zu müssen in der Quarantäne . Beten wir für sie!

    • Gerd schreibt:

      Nicht jeder Mensch geht furchtlos in eine Quarantäne. Das ist erstmal eine bedrohliche Sache, was die Blogbetreiberin sicher bestätigen kann. Auch die Feststellung, dass alle Demonstranten eventsüchtig sind, müsste erst mal bewiesen werden, bevor man anfängt zu beten.

  3. Claudia Sperlich schreibt:

    Ein nicht zugelassener Kommentar will unbedingt, daß doch alles ganz volksfesthaft-friedlich war und gar niemand festgenommen wurde und Ärzte dabei waren… Das liest sich dann als „vernichtender“ Vergleich so:
    „Presse: Rechtsradikale, Verschwörungstheoretiker, etc.
    Wirklichkeit: Ärzte, Lehrer, Anwälte, Eltern, Schüler,“

    Ja, da gibt es Schnittmengen. Mit dem Veranstalter „Querdenken 711“ steht u.a. der Arzt und Esoteriker Rüdiger Dahlke in Verbindung. Man kann durchaus Arzt, Lehrer, Anwalt, Vater, Mutter oder Schüler sein und zugleich rechtsradikales Gedankengut hegen oder Verschwörungsmythen anhängen. Weder Schule noch Studium schützt vollkommen vor Wahnsinn.

    • brettenbacher schreibt:

      „Weder Schule noch Studium schützt vollkommen vor Wahnsinn.“
      Aber auch eine hochbegabt und überaus tüchtig betriebene Sonettenschmiede bietet keinen Berstschutz gegen derart anschwellende Selbstgerechtigkeit.
      Und -auch @akinom- wenn man so über den geschwollenen Kehlsack hinweg nur noch Gift und Galle spuckt, dann bitte das Geschleime von „beten für“ weglassen ! Für meinen Fall jedenfalls möchte ich mir das verbeten haben.

  4. Claudia Sperlich schreibt:

    Vorhin erfuhr ich, daß auch bei dieser Demonstration – wie bei allen bisherigen Demonstrationen in Deutschland gegen die einschränkenden Maßnahmen in Coronazeiten – mindestens eine Journalistin bedroht wurde. Daran, daß bei Hildmanns Demonstrationen regelmäßig Journalisten angegriffen werden, hat man sich wohl schon gewöhnt. Nun also auch bei einer nicht von Hildmann organisierten Demonstration in gleicher Sache.

    Ich habe keinen Funken von Respekt vor Menschen, die so etwas tun.

    Im übrigen werde ich die Diskussion unter diesem Beitrag nun schließen, denn ich habe weder Zeit noch Lust, sie weiterzuführen. Hoffnung auf eine fruchtbare Diskussion in dieser Sache habe ich seit Monaten nicht mehr.

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