Ein Sonett für katholisch.de und ZdK

Motto:
Katholisch-dé und ZettDeKa:
Mir spinnefeind, einander nah!
Die einen überbieten gern die andern
Darin, den Glauben flott zu unterwandern;
Dazu wird eins vom andern unterboten,
Den letzten Tunnel gründlich auszuloten.

*

Vertreten wollt Ihr mich und meinen Glauben?
Behauptet gar, Ihr sprecht in meinem Namen?
Ich hab Euch nicht bestellt, Ihr Herrn und Damen,
Und lass von Euch mir nicht die Sprache rauben.

Ich will nicht Euer weichgespültes Amen,
Das sucht die Weisheit auswärts abzustauben.
Ihr Füchse stehlt dem Gottesvolk die Trauben
Und streut im Weinberg aus den bösen Samen!

Katholisch-dé und ZdK erfrechen
Sich viel, doch ich kann selber für mich sprechen
Und lasse mich vom Komitee in Rom vertreten.

Für jene Ketzertempel kann ich beten,
Doch werde ich nicht meinen Herrn verraten.
Gebt Ruh, Ihr beiden – oder lasst Euch braten.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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6 Antworten zu Ein Sonett für katholisch.de und ZdK

  1. akinom schreibt:

    „Für jene Ketzertempel kann ich beten,
    Doch werde ich nicht meinen Herrn verraten.
    Gebt Ruh, Ihr beiden – oder lasst Euch braten.“

    Beten wir, es ist vonnöten!

    Nur ein Blick ins ZdK beim schlauen Google. Da heißt es über den Münsteraner ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg: „ Laien, sollten Pfarreien leiten… Ja zur Segnung Homosexueller… Bezüglich des Paragraphen 219 a ist ein tragfähiger Schutz des am ungeborenen Leben orientierter Kompromiss erzielt worden…“ Wenn das kein „weichgespültes Amen“ ist!

    Ich bedauere unseren Bischof Felix Genn, dem ich vom Bistum Essen ins Bistum Münster gefolgt bin, dass ihm so ins Handwerk gepfuscht wird.

  2. akinom schreibt:

    Kirchenaustritt wegen Kirchensteuer und Zwangsfinanzierung des ZdK? Nachvollziehbar!

    DITB-Steuerpflicht für Muslime in Deutschland? Wäre das nicht konsequent?

    Wo sind die Parallelen zwischen dem ZdK zu den Zentralkomitees (ZK) kommunistischer Parteien?

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Den Herrn verlassen, weil Seine Diener doof sind? Gar nicht nachvollziehbar.
      Die Durchsetzung Deines Vorschlags einer „DITIB-Steuer“ wäre nicht konsequent. Er wäre katastrophal. Wie Kirchensteuer genau funktioniert, erklärt Josef Bordat sehr gut: https://jobosblog.wordpress.com/2019/01/22/kirchensteuer-abschaffen/

      Analog könnte man auf keiner rechtlichen Grundlage eine „DITIB-Steuer“ einrichten, sondern nur eine „Moschee-Steuer“, bei der es nicht darauf ankommen dürfte, ob die, die sie entrichten, einem liberalen Islam mit unverschleierten Predigerinnen oder dem Salafismus anhängen. Das gäbe das deutsche Recht sogar her, aber nur, wenn die hier lebenden Moslems das wollen und beschließen. Sollte es allerdings durch irgendeine absonderliche Gesetzesänderung oder -lücke doch geschehen, daß eine „DITIB-Steuer“ eingeführt würde, so flösse die zu einem kleinen Teil an den Staat (als Inkassoverwalter) und zum größeren an die DITIB-Moscheen. Ich nehme nicht an, daß Du das gut fändest.

      Parallelen zu kommunistischen Parteien kann man sehr genau sehen, wenn man entweder die Greuel des Kommunismus komplett verharmlost oder dem ZdK die Einrichtung von Gulags und den Mißbrauch der Psychiatrie vorwirft. Bei aller Abneigung und allem Zorn, soweit gehe ich nicht.

      • gerd schreibt:

        Ich zahle die Kirchensteuer. Da kam im Laufe der Jahre (so an die fünfzig) einiges zusammen. Wenn ich allerdings nicht mehr bereit bin, die Steuer zu entrichten, werde ich aus der Kirche ausgeschlossen und somit auch von den Sakramenten. Das kann nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Das ärgert mich maßlos. Wenn eine Kirche gesund ist wie z.B. die Wurzel eines Baumes, ist die Kirchensteuer notwendig um den Boden weiter gut zu düngen, damit das so bleibt. Eine abgestorbene Wurzel noch mit Wasser und Dünger zu versorgen ist allerdings Nonsens. Und das ist, wer will es ernsthaft leugnen, der Jetzt-Zustand.

      • akinom schreibt:

        Es geht mir nicht darum, den Herrn zu verlassen, „weil die Diener doof sind“., sondern es geht mir ungefähr um das, was Gerd kommentiert hat. Sollte man nicht die Entscheidungen der Bischofskonferenz auf den Prüfstand stellen, bezüglich der Kirchensteuer? Ist der Automatismus richtig: Keine Kirchensteuer = keine Sakramente? Sollte man nicht mit mitbestimmen, was mit „dem Zehnten“ passiert, den die gesetzestreuen Pharisäer so treu entrichteten? Den Herrn „mit einem Kuss verraten“ hatte Judas, der Finanzverwalter der Jüngerschaft Jesu. – Wir zahlen übrigens keine Kirchensteuer, weil wir zu arm sind, wie das Finanzamt festgestellt hat.

        • Claudia Sperlich schreibt:

          Jener Automatismus ist absolut nicht richtig. Ich selbst zahle übrigens derzeit aus dem gleichen Grund wie Sie keine Kirchensteuer. Wenn ich jemals wieder genug habe, um steuerpflichtig zu sein, werde ich sie zahlen – wie früher mal, aber mit weniger Freude, weil mir keineswegs gefällt, z.B. ZdK und katholisch.de zu unterstützen. Aber ein Kirchenaustritt, um schlecht verwendete Steuern zu vermeiden, hieße: ein Übel gegen ein unvergleichlich viel größeres Übel eintauschen.

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