Johannes

Bis unterm Kreuz war er mit Ihm zusammen.
Auf Adlerflügeln stieg sein Geist empor
Und schärfte ihm das Auge und das Ohr:
Er sah des wahren Gottes Blick wie Flammen.

Er sah das Wort als allen Daseins Tor,
Das Gotteswort, aus dem die Wesen stammen.
Begriff die Gnade – Gott will nicht verdammen –
Und sah: Nur Liebe brachte Jesus vor.

Er ging mit Ihm in ungewisse Weite,
Gewann durch Ihn in Geist und Seele Klarheit,
Erkannte Jesus Christus als die Wahrheit.

Er stand sehr nah an seines Meisters Seite,
Er trank Sein Wort wie Wasser und wie Wein.
Er wollte ganz in Jesu Liebe sein.

© Claudia Sperlich

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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8 Responses to Johannes

  1. Avatar von akinom akinom sagt:

    Die Kirche feiert nur den Geburtstag von Jesus, Maria und Johannes. Der Geburtstag in den Himmel ist für alle anderen Heiligen – ob heiliggesprochen oder nicht – der Geburtstag in den Himmel: Das ist der Todestag.

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  2. Avatar von Nepomuk Nepomuk sagt:

    unter Freunden der katholischen Volkstümlichkeit auch als der „Sommer-Hansl“ bekannt.

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  3. Avatar von Gerd Gerd sagt:

    Ich bin etwas verwirrt. Das Sonett handelt wohl nicht von Johannes dem Täufer, dessen Geburt wir heute feiern. Johannes der Evangelist und „Lieblingsjünger“ Jesu wird am 27.Dezember gefeiert. Geht es nur mir so, dass ich beim Lesen den Apostel damit in Verbindung bringe?

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