Havelberg

Als Lektorin, Kantorin und gelegentlich auch Sakristanin der Krankenhauskapelle St. Gertrauden bin ich ganz offiziell „Mitarbeiterin“ und darf an den vom Krankenhausseelsorger organisierten Fahrten der Mitarbeiter dieses Krankenhauses teilnehmen. Diesmal ging es nach Havelberg. Die alte Hansestadt ist heute vor allem ein Erholungsort.

Vor dem Dom stehen zwei von sich sehr eingenommene Herren: Peter der Große und Friedrich Wilhelm I. (der „Soldatenkönig“), die 1716 an diesem Ort einen Deal eingehen: Bernsteinzimmer gegen 200 russische Soldaten („lange Kerls“ mit dem damals sehr ungewöhnlichen Mindestmaß von 1,85 m). Das gelieferte Bernsteinzimmer war übrigens klein (nach einem damaligen Bericht „ein prätieuses Bernstein-Getäffel zu einer vollenkommenen Bekleidung eines Cabinets“; es wurde erst später zu dem riesigen Bernsteinzimmer erweitert, das im 2. Weltkrieg von den Nazis erbeutet, im Königsberger Schloss eingebaut und beim Vormarsch der Roten Armee abgebaut wurde – und seitdem verschollen ist).

Die Figuren haben jeweils einen Schlitz für Geld auf dem Orden und eine herausziehbare Klappe am Uniformrock; man kann sich so eine Karte für die Besichtigung des Doms ziehen. Wir mussten das nicht, da im Voraus bezahlt worden war.

Die Krücken hinter dem Soldatenkönig sind meine; ich bin gestern das erste Mal eine längere Strecke zu Fuß gegangen und habe festgestellt, wenn ich dazu gleich die Krücken nehme und nicht erst, wenn es gar nicht mehr geht, kann ich das ohne Probleme.

Der Dom selbst ist seit der Reformation evangelisch, die katholische Pracht ist aber erhalten geblieben. Wir hielten dort eine ökumenische Andacht und besichtigten den Dom ausgiebig und unter der Leitung einer Frau, die hervorragend erklärte. Von mir gibt es nur Bilder ohne lange Kommentare.

In einem Restaurant nahe der Kirche gab es ein delikates Mittagessen und dazu einen Blick auf die Stadt.

Zuletzt folgte eine Stadtbesichtigung zu Fuß. Havelberg ist sehr schön, leider gibt es auch viel Leerstand. Aber die genutzten Häuser und die Baudenkmäler sind sehr gepflegt.

Eine kleine Kapelle, leider geschlossen.

Das Beguinenhaus.

Stadt und Gegend.

Ein wundervoller Ausflug, an den ich dankbar zurückdenke.

Avatar von Unbekannt

About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
Dieser Beitrag wurde unter KATHOLONIEN, WELTLICHES abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.