Noch mehr MEHR: Eine Nachlese

Weil ich sichtbar hinkte und Krücken brauchte, wurden mir ständig Türen aufgehalten, und was noch wichtiger war: Gebete zugesichert. Die vier jungen Leute von der Logos Hope boten mir an, an Ort und Stelle für mich zu beten. Sie beteten für die Heilung von Rücken und Bein und um Gottes Segen für mich – das tat sehr gut! Mir wurde warm davon, und auch wenn meine Hinkerei nicht nachließ, fühlte es sich einfach gut an.

Es gab auch einen Raum der Stille mit Eucharistischer Anbetung. Dort war ich jeden Tag eine halbe Stunde. Das war sehr schön – ein Weilchen mit dem Herrn in der Stille verharren, gemeinsam mit anderen, die genau das Gleiche tun. Es war auch schön zu sehen, dass viele junge Leute dies Angebot annahmen.

An einem Stand ging es um christliche Suchthilfe, und die Frau, die mir Anliegen und Arbeitsweise dieses Vereins erklärte, war selbst betroffen und hatte ihre Drogensucht überwunden. Ich sagte ihr, dass ich zwar nicht drogen-, aber eßsüchtig bin. Am Schluss beteten wir gemeinsam das Vaterunser und wünschten einander Gottes Segen. Das war ganz selbstverständlich und nicht aufgesetzt. Auf der MEHR ist Gebet einfach normal.

Immer wieder sah ich verschiedenartige Aufrufe, missionarisch zu wirken. Ich habe hier das erste Mal wirklich begriffen, dass ich genau das tue. Man muss dazu nicht in ferne Länder reisen und das Evangelium in fremden Sprachen verkünden (obwohl das eine wunderbare Sache ist). Dies Weblog ist meine Art, missionarisch zu sein. Was meine Leser davon mitnehmen, ist nicht meine Sache.

In zwei Jahren, so Gott will und wir leben, will ich wieder zur MEHR. Bis dahin bin ich hoffentlich wieder gut zu Fuß (wenn nicht, gehe ich trotzdem). Bis dahin will ich weiter versuchen, auf meine Art missionarisch zu leben.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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