Bin ich schützenswert? Wenn ja, warum?

Die Debatte, ob Abtreibung ein Menschenrecht, ein Frauenrecht, ein notwendiges Übel oder gar kein Recht ist, nimmt kein Ende, und die Argumente werden immer bizarrer.

Besonders übel ist es (und wird mir), wenn argumentiert wird, aus dem Kind wäre ja ohnehin nichts geworden. Und ja, so wird argumentiert! Ein ungewolltes, gar ein behindertes Kind kann ja gar kein gelingendes Leben haben… Ach nein?

Es gibt in den Märchen der Brüder Grimm eines, das ich besonders furchtbar finde. Da verliert eine Frau ihre beiden Söhne, noch kleine Kinder, und ist untröstlich. Gott (oder vielmehr, etwas, das in diesem Märchen als Gott bezeichnet wird) schickt der Frau eine Vision, in der ihr gezeigt wird, dass ihre Kinder als Kriminelle geendet hätten, wenn sie nicht als unschuldige Kinder gestorben wären. Und mit dieser Erklärung gibt sie sich zufrieden.

Ein übles Märchen! Und genau so wird in der Abtreibungsdebatte argumentiert. Das Kind wäre ja als unpassendes, ungewolltes, behindertes, nicht perfektes Kind sowieso nicht geliebt worden, hätte eh keine Chancen gehabt – da macht man es doch besser weg. Da machen Menschen sich zu kleinen boshaften Göttern, die darüber bestimmen, ob ein Leben lebenswert ist, und sich dafür als Wohltäter feiern lassen.

Leute: Überlegungen, ob ein Mensch sich selbst und anderen zumutbar ist, gehören in die Mottenkiste des 19. Jahrhunderts. Es ist menschenfeindlich, frauenfeindlich, kinderfeindlich und vernunftwidrig, und es ist ein böses Märchen, das Lebensrecht eines Menschen an seiner selbstherrlich vermuteten Lebensqualität oder gar seinen beruflichen Chancen festzumachen.

Gegen diese Selbstherrlichkeit, für das liebende Anerkennen jedes Menschen tritt 1000 plus ein. Die Petition für den unbedingten Schutz von Menschenkindern und gegen die Freigabe zum vorgeburtlichen Abschuss läuft.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Bin ich schützenswert? Wenn ja, warum?

  1. akinom schreibt:

    Die größten Sünden sind für mich global Gesetze, die den 10 Geboten widersprechen. Mit welchen Folgen? … Meine Waffe gegen das Übel, das in diesem Blogbeitrag angeprangert wird, ist der tägliche „Rosenkranz der Ungeborenen“ mit den Tränen der Gottesmutter, die jeweils einen Embryo enthalten

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