Ein kleiner Jahrestag

WordPress erinnert mich, daß ich seit vierzehn Jahren blogge. Angefangen habe ich – nach einem ganz kleinen Probeblog auf einem anderen System – mit dem Blog Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin ging es dann richtig los.

Ich habe zeitweise sehr viel gebloggt, dann mal sehr wenig bis gar nicht. Im Moment habe ich große Freude am Bloggen. Es hat hier schon interessante Kommentare gegeben, wertvolle Ergänzungen oder Berichtigungen durch aufmerksame Leser, manchmal auch Streit … ich habe gelernt, mit letzterem umzugehen, und freue mich über Kommentare. Auch Zuschriften bekomme ich.

Vor fünfeinhalb Jahren fand das Essener Bloggertreffen statt – und seither hat die Blogoezese es leider nicht wieder geschafft, ein Treffen zu organisieren. Zum Teil liegt das an Facebook – die Blogs haben durch Facebook, Twitter usw. an Strahlkraft verloren, nicht weil sie schlechter geworden wären, sondern weil über schnellere, kürzer gefasste soziale Medien eine solche Flut an Informationen geliefert wird. Zur Zeit liegt es zudem an Corona. Ich finde es aber falsch, deshalb die Flinte oder die Tastatur ins Korn zu werfen. Im Gegenteil: gerade in einer Zeit der Auf-, Ab- und Umbrüche in der katholischen Kirche (nicht nur dort, aber da geht’s mich an) gilt es, die Lehre zu verteidigen, die Schönheit des Glaubens zu zeigen, Gott zu preisen – und das gern auch in längeren Texten als auf Facebook und dergleichen üblich.

Ich habe durch eine Reihe wundervoller Blogs viel gelernt und wundervolle Menschen kennengelernt. Noch heute gilt das Sonett, das ich während jenes Essener Bloggertreffens schrieb.

    Bloggersonett

    Die Kirche, ach, sie weiß kaum, was ihr fehlt,
    Wenn sie der Blogger Würde nicht erkennt,
    Nicht Josef Bordat Kirchenlehrer nennt,
    Nicht Blogger in Gemeinderäte wählt!

    Die Ignoranz ist manchmal eminent
    Und wird durch Beifall bis zum Stolz gestählt,
    Wenn man die Blogger zu Zeloten zählt,
    Wenn Medienpastoral die Blogs verpennt.

    Wir bloggen, zu erfreun und zu bekehren,
    Wir bloggen Glaubenslicht und Himmelslehren,
    Und manches Posting wird zur Himmelsleiter!

    Wir bloggen erzkatholisch, unverdrossen,
    Und jeden Tag wird glaubensvoll beschlossen:
    Deus lo vult! Wir bloggen gläubig weiter.

    © Claudia Sperlich

Lang lebe die Blogoezese! Und nach Corona könnten wir uns wirklich mal wieder treffen.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Ein kleiner Jahrestag

  1. akinom schreibt:

    Möge euer Licht nicht verlöschen! Der heilige Josémarià Escrivà hatte einmal zu meinem Vater gesagt: „Mich interessieren keine katholischen Journalisten, sondern Journalisten, die katholisch sind!“ Mir scheint, die gibt es auch kaum mehr in katholischen Medien. Schon lange beobachte ich, dass Katholiken in den Medien keine Stimme mehr haben, wenn sie keinen Eid auf den Mainstream abgelegt haben.

    • Herr S. schreibt:

      Die überregionale katholische Wochenzeitung DIE TAGESPOST aus Würzburg ist da immer noch eine rühmlivhe Ausnahme.

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