An mein Zimmer

Räum dich auf, du schöner Raum!
Sei geordnet! Werde licht!
Blitzblank sei dein Angesicht,
Krempel schwinde wie ein Schaum!

Häng die Bilder alle grad,
Wirf hinweg, was mir nicht nützt!
Staube ab den Bücherstaat,
Sorge, daß er bleib geschützt!

Putz die Fenster, wasch die Tür,
Schrubb die Dielen und den Tisch,
Spinnenweben auch erspür
Mit dem flinken Flederwisch!

Ich auch wasch mich jeden Morgen,
Sorg für Zähne, Haare, Haut.
Zimmer, du musst für dich sorgen,
Daß vor dir dem Gast nicht graut.

Wie, du schweigst? Du weigerst dich,
Willst den Besen nicht benutzen?
Zimmer, du bist liederlich! 
Nun, dann muss ich selber putzen.


© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu An mein Zimmer

  1. Hans-Jürgen Caspar schreibt:

    Köstlich!
    Viele Grüße
    Hans-Jürgen Caspar

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