Kirche, Frauen, Weiheamt, Papst – und eine Richtigstellung zum drölfzigsten Male.

Die RKK hat Priestermangel und da sind mir Frauen am Altar lieber als kein Pfarrer mehr in der Gemeinde. Papst Franziskus sagte, ohne Frauen gibt es keine Weiterentwicklung in der Kirche und sie bleibt krank. Konservative sind enttäuscht, aber den Kindern Gottes ist das egal. Hauptsache der Heilige Geist ist in ihr zu erkennen.

So schreibt ein Facebook-Nutzer und fasst damit recht gut zusammen, was immer wieder zu diesem Thema behauptet wird. Schauen wir mal.

Hat die Römisch-Katholische Kirche einen Mangel an Priestern?

Ja, hat sie – weltweit, aber in Europa ist der Mangel am geringsten. Eine gute Übersicht verschafft Wikipedia mit dem Artikel „Priestermangel„. In Deutschland ist die Zahl der Katholiken gestiegen, die der katholischen Priester gesunken – was zu einer seelsorgerischen Unterversorgung einerseits, zu Überlastung andererseits führt. Schaut man sich aber den internationalen Vergleich an, die Schwierigkeiten, mit denen afrikanische, indische und südamerikanische Priester und Laien konfrontiert sind, können die deutschen Katholiken mal kurz innehalten mit dem Jammern.

Die Gründe für den Priestermangel sind vielfältig. Eine allgemeine Säkularisierung und spirituelle Beliebigkeit ist sicher ein wichtiger Grund. Aber zwei immer wieder angebrachte Punkte sind eben keine Gründe für den Priestermangel: Zölibat und Beschränkung auf Männer. Denn die evangelische Kirche, in der es keinen Zölibat, aber Pfarrerinnen gibt, verzeichnet noch größere Verluste hinsichtlich der Anwärter fürs Pfarramt. Es hätte gar keinen Sinn, die katholische Kirche zu „protestantisieren“ mit dem Ziel, mehr Priester zu bekommen. Näheres zum Thema „Priesterinnen“ hier.

Und was hat der Papst gesagt?

Papst Franziskus betont immer wieder die Wichtigkeit von Frauen in der und für die Kirche. Die Kirche ist ihrem Wesen nach weiblich, ist Braut Christi. Man kann sich aber nicht auf den Papst berufen, wenn man nach Priesterinnen schreit – denn auch Franziskus hat überdeutlich gesagt, daß diese Frage längst entschieden ist: es gibt keine katholischen Priesterinnen und kann sie nicht geben. Der Priester repräsentiert Christus, den Bräutigam.

Sonst noch was?

„Konservative sind enttäuscht, aber den Kindern Gottes ist das egal.“ Das ist so eine richtig typische Modernisten-Frechheit: Konservative (also solche, die die Kirche bewahren wollen) werden hier explizit als etwas anderes denn die „Kinder Gottes“ dargestellt. Das heißt so viel wie: „Ich mit meinem Glauben gehöre zu den Kindern Gottes, Du mit deinem Glauben gehörst nicht dazu.“ Und das, liebe modernistische Reformer, ist sektiererisch.

Aber brauchen wir denn keine Reformen?

Doch, sicher. Wir brauchen eine Abwendung vom Säkularismus, Begeisterung für Schrift und Tradition, Wiederentdeckung der geistigen Schätze der Kirche und des Glaubens. Wir brauchen mehr als vier Kirchenlehrerinnen, kluge und fromme Katechetinnen, Theologinnen, Mütter, Nonnen, Frauen in Drittorden, Frauen, die Privatgelübde ablegen, Frauen, die durch die Künste Gott verherrlichen, Frauen, die den katholischen Glauben kennen und lieben, die einfach einen fröhlichen, bodenständigen, treuen Katholizismus leben, wo immer sie sind. Dann werden sich auch wieder mehr Männer finden, die auf den Ruf zum Priesteramt hören.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Kirche, Frauen, Weiheamt, Papst – und eine Richtigstellung zum drölfzigsten Male.

  1. gerd schreibt:

    „Hauptsache der Heilige Geist ist in ihr zu erkennen.“

    …oder was man für den hl.Geist hält……

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