Heute denkt die Kirche an die vielen Seelen, die zwar heilig sind, also in der ewigen Herrlichkeit Gottes leben sollen, aber noch von Schuld gereinigt werden müssen. Purgatorium – Reinigungsort – ist der lateinische Begriff für diesen Zustand, das deutsche Wort Fegefeuer ist ein wenig ungenau. Es ist ein Zustand, der mit Leid verbunden ist (weil einem dort ganz klar wird, was man anderen angetan hat), zugleich aber ein Zustand der Hoffnung, denn man weiß dann zuverlässig, dass diese Reinigung notwendig und vorübergehend ist und man danach nie mehr irgendetwas Negatives empfinden wird, sondern nur ewige Freude.
Melodie: Befiehl du deine Wege
Die Seelen, die voll Bangen,
den Sinn zu Dir gekehrt,
nach Dir, Herr Gott, verlangen,
doch noch von Schuld beschwert,
noch büßen alten Schaden,
noch leiden am Gericht –
nimm sie zu Dir in Gnaden,
heb sie hinauf ins Licht!
Geht unser Weg zu Ende
Mit unbeglichner Schuld,
So reich auch uns die Hände
In Güte und Geduld.
Mach unsre Schluchten eben,
Mach uns für Dich bereit!
Dann schreiten wir ins Leben,
Zum Leben ganz befreit.
© Claudia Sperlich



