Du kennst mich, Gott. Ich staune und ich liebe
Dich, Gott, der mich viel mehr liebt als ich ahne.
Du bist bei mir, bei jedem, überall,
siehst alles, alle Zeit und alle Welten,
Du hörst Gebet und Fluch und Hass und Liebe.
Du führst mich, wenn ich zornig bin und hasse –
gib, dass ich Deine Führung fort vom Bösen
annehme und nicht selbst das Urteil spreche.
Du willst das Leben, bist das Leben selbst,
Du schufst das Leben selbst aus reiner Liebe,
und nichts und niemand wäre ohne Dich.
Du Gott der Freiheit zwingst nicht zur Verehrung,
Du gibst mir jeden Tag die Wahl, zu lieben,
und jeden Tag seh ich Gelegenheiten
zum Gegenteil. Nimm Du mich bei der Hand,
dass ich nicht fern von Dir zum Abgrund stürze.
Lass mich Dein Leben feiern jeden Tag,
lehr mich, zu lieben – kost‘ es, was es wolle.
© Claudia Sperlich



