Gott und den Nächsten lieben: St Florian

„Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt; wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden und auch Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren.“

Judas – nicht der Judas Iskáriot – fragte ihn:
„Herr, warum willst Du Dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“

Jesus antwortete ihm:
„Wenn jemand Mich liebt, wird er an Meinem Wort festhalten; Mein Vater wird ihn lieben und Wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer Mich nicht liebt, hält an Meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von Mir, sondern vom Vater, der Mich gesandt hat.

Das habe Ich zu euch gesagt, während Ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in Meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe.“

Jesu Hauptgebot ist: Gott lieben und den Nächsten lieben wie sich selbst. Wer das tut, der wird von Gott geliebt und wird Jesus auf irgendeine Weise erfahren und mit Ihm und dem Vater Gemeinschaft haben.

Der Heilige Florian, dessen die Kirche heute gedenkt, ist ein gutes Beispiel dafür. Im Folgenden der historisch wahrscheinliche Kern der Florianslegende.
Er war ein hoher Beamter der Militärverwaltung im heutigen Österreich, bekehrte sich zum Christentum und wurde deshalb unter Diokletian Anfang 304 aus dem Dienst entlassen. Er zog nach Älium Celtium (heute St Pölten) und hätte dort vermutlich in Stille alt werden können. Aber stiller Rückzug war nicht die Sache des Neuchristen. Als er von der Ergreifung und drohenden Hinrichtung von vierzig Christen in Lauriacum (heute Lorch) erfuhr, besuchte er sie, um ihnen beizustehen.  Das heißt,  er nahm in aller Eile eine Reise  von hundert Kilometern auf sich, wahrscheinlich zu Fuß. (Man kann das in zwei bis drei Tagen schaffen, möchte danach aber in der Regel lieber ausruhen und seine eigenen Füße pflegen als sich unter Lebensgefahr um Gefangene zu kümmern.) Er wurde von ehemaligen Militärkameraden verhaftet und erlitt das Martyrium durch Ertränken, einer im oströmischen Reich üblichen Hinrichtungsart. Er wurde mit einem Stein um den Hals von der Ennsbrücke gestoßen. Der Gedanke dabei war, durch das Verschwinden des Leichnams einem Märtyrerkult vorzubeugen. Das wurde durchaus nicht erreicht. Allein in Österreich gibt es 43 Kirchen unter seinem Patronat, in Deutschland immerhin 18.

Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst,  das ist nicht unbedingt gemütlich.  Aber segensreich.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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