… gesunden Menschenverstand / Frieden / Gerechtigkeit für alle / das Ende der Kirche / gar nichts…
So etwa lauten Kommentare, wenn ich äußere, es sei gut, um irgendetwas anderes (z.B. Kraft in der Versuchung) zu beten. Gern wird diese Empfehlung mit der Unterstellung verbunden, dass niemand, der um das von mir Angeführte betet, sonst noch um irgendetwas Sinnvolles betet oder irgendetwas Soziales tut.
Diese Unterstellung ist eigentlich zu dumm und zu boshaft, um sie noch groß zu beachten. Aber sie ist leider so häufig geworden, und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wenigstens zwei oder drei der Menschen, die zu solchen Unterstellungen neigen, gelegentlich auch mein Blog lesen und möglicherweise sogar verstehen. Denn Gott ist groß und kann das bewirken.
Zur Erklärung: Auch gläubige Christen jeder Konfession können um verschiedene Gaben beten und außerdem verschiedene Dinge tun. Es ist für keinen Menschen ausgeschlossen, sowohl das Gebet als auch Werke der Nächstenliebe (freundliche Worte und Taten) zu üben, und das zuweilen sogar gleichzeitig oder sehr kurz nacheinander. Ebenso wie jemand vielleicht gleichzeitig ein guter Sänger ist und leckere Kekse backen kann, oder gleichzeitig ein tapferer Widerständler in einer Diktatur ist und irgendeinen Beruf ausübt, oder gleichzeitig ein tüchtiger Arzt und ein bedeutender Dichter ist, kann man auch zugleich viel beten und anderen Menschen helfen. (Dass das Gebet selbst eine Form der Hilfeleistung ist, thematisiere ich hier nicht; ich möchte meine Kritiker nicht überfordern.)
Und falls mal einer meiner Kritiker etwas für sich selbst tut, zum Beispiel ins Kino geht, Musik hört oder macht, ein Buch liest oder schreibt, etwas Leckeres kocht, auf einer Wiese liegt, ein nicht im strengsten Sinne unbedingt notwendiges Kleidungsstück kauft – dann möge er bitte öffentlich erklären, warum er in dem Moment, da er das tut, nicht stattdessen für mehr Gerechtigkeit auf der Welt gesorgt hat.
Wie Christen ticken, lässt sich übrigens nur herausfinden, wenn man ihnen in nicht feindseliger Absicht begegnet. Das ist für meine Gegner sicher schwierig, aber nur Mut! Auch Schwieriges könnt Ihr bewältigen, jedenfalls sagt Ihr das an anderen Stellen oft und gern.
Und ja: Ich bin gerade ein wenig polemisch. Das hat seinen Grund in einer längeren Diskussion, an der ich mich kurz beteiligt habe, und bei sich Atheisten und Kirchenfeinde von ihrer entnervendsten, intolerantesten und dümmsten Seite gezeigt haben. Ja gut, sie sind nicht alle so. Aber die lautesten – die sind so. Ich schreibe diesen Artikel, weil ich dennoch kein Tierlein verloren gebe.




Die Liebe zu den Menschen – die ist es, und die brauchen wir.
Danke für Ihren wiederum ausgezeichneten Eintrag.
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Danke für den Kommentar und den Link zu einer sehr schönen Geschichte!
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Interessant, daß es für Sie ein Thema ist, welche Gebetsintentionen andere von Ihnen erwarten.
Beten Sie für das, was Ihnen wichtig ist, und rechtfertigen Sie sich nicht dafür.
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Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich das noch genauer erklären soll, als aus dem Artikel selbst hervorgeht. Und beschlossen: Ich mach das mal. Also: 1. Ich kommentiere aus einem bestimmten Grund, dass ich für mich um Bekennermut bete. 2. Mehrere Menschen beantworten diesen Kommentar in einer Weise, die zeigt, dass sie Gebet dumm finden, Christen dumm finden und mich ganz besonders dumm finden. 3. Ich erkläre auf meinem Blog, dass und warum ich diese Äußerungen auf einer explizit christlichen Seite für unsinnig halte und gebe Tipps zum Verständnis des Christentums. 4. Eine Christin kommentiert, dass das auch wieder nicht richtig war und es für mich „ein Thema ist, welche Gebetsintentionen andere“ von mir erwarten – was ich so gar nicht gesagt habe.
Es ist für mich ein Thema, dass zahlreiche Atheisten ernsthaft töricht und zugleich vorlaut sind, obwohl sie beides wahrscheinlich nicht sein müssten. Das habe ich oben etwas höflicher formuliert, weil ich diese Menschen ja erreichen möchte und ihnen erklären, warum vorlaute und falsche Äußerungen einfach nur vorlaut und falsch sind. Ich finde es bedauerlich, dass mir jetzt auch eine Christin erklärt, was ich zu schreiben habe und was nicht. Ich dachte eigentlich, darüber sind wir hinaus.
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