Zeichen und Wahrheit

In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Die Männer von Ninive werden beim Gericht mit dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie sind auf die Botschaft des Jona hin umgekehrt. Und siehe, hier ist mehr als Jona. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.

Matthäus 12,38-42

Man sollte meinen, der Herr habe schon übergenug Zeichen gegeben. Aber die Herren Pharisäer wollen ein Zeichen extra für sich. Jesus könnte das machen.  Er könnte das Wasser für Ihre rituellen Waschungen in Wein verwandeln oder ihre kranken Familienmitglieder heilen. Aber danach fragen sie ja nicht. Sie wollen ein exklusives Zeichen, an dem sie, genau sie, erkennen, dass Er der Messias ist. Und weder Heilungen noch Totenerweckungen haben ihnen dazu genügt.

In diesem Fall ist selbst der Herr machtlos. Wenn jemand Ihn trotz gründlicher Schriftkenntnis, frommen Lebenswandels und  vielen bezeugten Wundern nicht erkennen will, dann hilft auch nicht ein Exklusivwunder. Da könnte nur helfen, wenn Er von den Toten zurückkehrt  – und nicht einmal das wird jeden Pharisäer überzeugen.

Jesus sagt in aller Deutlichkeit: Wer Ihn nicht erkennt, obwohl er alles Wissen, jede Offenbarung und jede Möglichkeit dazu hat, macht sich damit elender als jemand, der Ihn aus Mangel an Wissen nicht kennt.

C.S. Lewis schreibt in einem der Narnia-Bücher: „Wenn ein Mensch absichtlich versucht, sich dümmer zu machen, als er eigentlich ist, gelingt ihm das leider meistens.“ Jenen Pharisäern ist es in der Tat gelungen. Seien wir jeder und jede so klug, wie es uns möglich ist. Als Christen sitzen wir an der Quelle – am Alten und Neuen Testament und in der Kirche. Schöpfen wir daraus, so viel wir können.  

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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