Der Advent beginnt!

Das heißt nicht: Zeit des besinnungslosen Keksfressens und Glühweinsaufens.

Das heißt: Zeit der Buße und Umkehr.

Das wiederum heißt nicht: Zeit der gesenkten Köpfe und heruntergezogenen Mundwinkel.

Das heißt vielmehr: Zeit der Freude an Gott,  am Glauben,  an der Vergebung!

Also los, umkehren,  sich und andere aufrichten, Haupt erheben, singen, sich freuen!

Und wenn man trauert? Kann man Freude einfach so befehlen?

Natürlich kann man das nicht.  Wir werden auch im Advent nicht den Tod abschaffen und nicht den Weltfrieden machen (beides kann nur Gott,  Näheres dazu in der Bibel,  insbesondere bei Jesaja und im Neuen Testament).

Es bringt auch nichts,  einem traurigen Menschen zu sagen, dass er sich doch einfach freuen soll. Kein Unglück wird ungeschehen durch die Botschaft des Advents.

„Weint mit den Weinenden“ (Röm. 12,15) ist ein sinnvoller Rat und oft viel tröstlicher als ein Hinweis auf Gottes große Verheißung. Gott selbst ist ja mitleidig,  das heißt, Er leidet mit uns.

Also: Freuen, so gut und stark es geht! Freude machen,  so gut man kann! Zuhören und gute Ratschläge erst geben, wenn sie wirklich sinnvoll sind (sie sind es selten).

Umkehr heißt,  dem Egoismus und der Egozentrik absagen, sich nicht mehr für den Nabel der Welt halten und mehr seine Bedürftigkeit als seine Bedürfnisse im Blick zu haben. Jesus kommt, und wir sollten nicht wegrennen,  sondern Ihm entgegengehen.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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2 Responses to Der Advent beginnt!

  1. Avatar von Nepomuk Nepomuk sagt:

    Sehr wahr!

    Allerdings habe ich noch nie jemanden gesehen, der besinnungslos Plätzchen frißt und Glühwein trinkt. Leute, die das exzessiv tun, soweit, daß sie es beichten müssen oder zumindest wollen, das ja (bei letzterem auch selber); aber wiklich völlig besinnungslos?

    So sehr ich übrigens

    >>Es bringt auch nichts,  einem traurigen Menschen zu sagen, dass er sich doch einfach freuen soll.

    und

    >>Zuhören und gute Ratschläge erst geben, wenn sie wirklich sinnvoll sind (sie sind es selten).

    von ganzem Herzen zustimme (das tue ich wirklich, sehr fein beobachtet) – wenn es nicht um den Mitmenschen geht, dem man mit einem Befehl wirklich nicht erreichen kann und es auch nicht versuchen sollte, sondern um einen selber – da kann man Freude schon auch hervorrufen. Immerhin: Wir sollten das zwar in der Tat nicht moralisierend weitergeben, aber der Herr (oder zumindest der hl. Paulus) scheint die Freude irgendwie doch tatsächlich zu befehlen.

    Ein Hilfsmittel können hier tatsächlich die Plätzchen und der Glühwein sein. Ein anderes die Advents- und Weihnachtslieder, vor allem selber gesungen. Wenn’s noch nicht klappt, wäre der nächste Versuch, sich zu zwingen, die eigene Lautstärke zu erhöhen.

    Es müssen sogar nicht einmal unbedingt Weihnachtslieder sein. Die Erfahrung an strapaziösen Wallfahrten zeigt: Wenn’s einem einigermaßen gut geht, kann man „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen; wenn’s einem aber schlechter geht, dann muß es schon „Wir lagen vor Madagaskar“ sein, und wenn man vor lauter Regen und Schlamm grad einmal ein paar Meter weit sieht, ist „Aber immer mit frischem, frohem Mut, zwei! drei!“ angebracht…

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    • Was das komplett unbeherrschte Plätzchenvertilgen angeht, spreche ich leider aus eigener Erfahrung. Ich habe das mittlerweile im Griff., es war aber ein Weg zum verantwortungsvollen Umgang mit Leckereien!

      Ansonsten volle Zustimmung.

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