Was am Katholizismus so klasse ist: Die Sakramentalien!

Wesen und Sinn von Sakramentalien sowie den Unterschied zu den Sakramenten erläutert Kathpedia:

Sakramentalien sind Dinge oder heilige Handlungen, deren sich die Kirche in einer gewissen Nachahmung der Sakramente zu bedienen pflegt, um dadurch auf ihre Fürbitte hin vor allem geistliche Wirkungen zu erlangen und den Segen Gottes auf Personen, Orte und Sachen herabzurufen. Sie schützen vor den Nachstellungen des Teufels.

Die sieben Sakramente wurden von Jesus Christus eingesetzt, die Sakramentalien von der Kirche. Im Unterschied zu den Sakramenten, die „kraft ihres Vollzuges“ wirken, beruht der Segen der Sakramentalien auf der Grundlage des Weihegebets der Kirche und dem Glauben und Vertrauen des einzelnen Christen, des Spenders und des Empfängers („ex opere operantis“). Die Kirche hat Sakramentalien eingesetzt, um gewisse Ämter der Kirche, gewisse Lebensstände, vielerlei Umstände des christlichen Lebens sowie den Gebrauch von Gegenständen, die dem Menschen nützlich sind, zu heiligen.

Die Kirche ermutigt die Gläubigen dazu, die Sakramentalien zu schätzen und zu verwenden, da sie ein Tun im Sinne der königlich-priesterlichen Grundberufung jedes Christen sind, aus dem Glauben und in Einheit mit der Kirche das tägliche Leben zu gestalten.

Sakramentalien umgeben und bereichern meinen Alltag. Einige meiner Rosenkränze sind gesegnet. Kirchengebäude und Weihwasser, aber auch die Segnung des Brotes vor dem Anschnitt, jede Mahlzeit, vor der ich bete und von mir oder einem anderen gesegnet wird, sind Sakramentalien, mit denen ich täglich zu tun habe. Johanneswein, das Öl für die Krankensalbung (die selbst ein Sakrament ist), die Palm- oder vielmehr Buchsbaumzweige vom Palmsonntag und der Kräuterbuschen von Mariä Himmelfahrt (letztere sehe ich von meinem Schreibtisch aus zwischen Bildern von Maria und Jesus) – diese und viele mehr sind die schöne, sinnliche Erinnerung an die Sakramente und an die überschäumende Liebe Gottes.

Sakramentalien sind nicht so nötig wie Sakramente. Sie sind in dem Sinne „überflüssig“, als sie von Gottes Überfluss erzählen. Ich brauche weder Kräuterbuschen noch Johanneswein, um Christ zu sein – aber mit dem Argument könnte ich auch sagen, ich brauche weder Kleidung noch einen Kamm, um Mensch zu sein. Ganz ohne Sakramentalien kämen mir Kirche und Alltag nackt und struppig vor.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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2 Antworten zu Was am Katholizismus so klasse ist: Die Sakramentalien!

  1. Herr S. schreibt:

    Die segensreiche und im wahrsten Sinne heilende Kraft und Wirkung von geweihten Sakramentalien wie z.B. geweihten Rosenkränzen habe ich schon ganz persönlich erfahren können.

    Gottes Segen im Neuen Jahr für Sie, Frau Sperlich sowie für die wohl überwiegend wohlmeinenden Leser dieses Blogs.

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