Felix I.

Am 5. Januar 269 wurde der Römer Felix als Amtsnachfolger des zehn Tage vorher verstorbenen Dionysius zum Papst gewählt.

Politisch sah es so aus: Claudius Gothicus war zu Beginn des Pontifikats des Felix als Kaiser militärisch erfolgreich, in seinem Verhältnis zum Christentum wohl zumindest nicht ganz fürchterlich, aber die frühesten Berichte über ihn sind unzuverlässig, da idealisierend. Er starb bereits im Sommer 270, und auf die sehr kurze und heftig umstrittene Regierung des Quintillus folgte im selben Jahr Kaiser Aurelian, der den Kult des Sol Invictus („Unbesiegte Sonne“) förderte, nicht nur aus religionspolitischem Kalkül, sondern aus ehrlichem Glauben. Christen ließ er unterdrücken, und zumindest die Hinrichtung der Heiligen Columba fällt in seine Regierungszeit. Er wurde 275 ermordet, möglicherweise weil sein Vorgehen gegen Korruption nicht allen passte. Außerdem gab es in diesen Jahren noch mehrere Gegenkaiser.

In dieser Zeit gab Papst Felix dem Brauch, an Märtyrergräbern die Messe zu feiern, offizielle Billigung. Der Brauch, Heiligenreliquien in Altären zu bergen, hat hier seinen Ursprung. Auch bestätigte er die Zweinaturenlehre, die wenige Jahrzehnte später von Athanasius von Alexandrien vollständig ausgearbeitet werden sollte. Zudem setzte er sich für verfolgte Christen ein. Felix I. starb nach fast fünfjährigem Pontifikat am 30. Dezember 274.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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