Marsch für das Leben 2020 – leider ohne mich

Der Marsch für das Leben wird am 19. September in Berlin stattfinden. Ich freue mich über jeden, der sich für das Lebensrecht jedes Menschen einsetzt, ich werde das auch weiterhin tun – mich einsetzen, mich freuen -, aber ich werde heuer nicht mitgehen. Grund hierfür ist Corona. Ich halte eine so große Menschenansammlung derzeit nicht für ratsam, und es kommt mir unlogisch vor, für den Schutz des Lebens auf die Straße zu gehen, wenn man genau damit eventuell Leben stark gefährdet. Tote Lebensschützer helfen Ungeborenen übrigens gar nicht mehr, und auch die Hilfe durch Schwerkranke, die mit dem bloßen Luftholen schon fast überfordert sind, ist zweifelhaft.

Abgesehen davon nehme ich nicht an, daß die zu erwartenden Gegendemonstranten sich an Sicherheitsabstände halten werden. Das macht mir besondere Sorgen.

Ich hoffe, daß ich mich irre. Ich hoffe, daß alle Teilnehmer des Marsches voneinander Abstand halten, daß auch die Gegner des Marsches diesmal Rücksicht walten lassen, und sei es aus Sorge, selbst infiziert zu werden. Aber besonders groß ist diese Hoffnung nicht. Ich halte die Gegendemonstranten nämlich aus Erfahrung nicht für klug.

Was ich kann, werde ich tun: Den Marsch für das Leben im Gebet begleiten. Allen, die mitgehen, versichern, daß meine Sympathie für die Sache – den Lebensschutz – ungebrochen ist – nur halte ich unter den derzeitigen Umständen das Mittel „Marsch für das Leben“ für falsch. Bitte passt auf Euch und Eure Nächsten auf. Setzt Euch weiter für das Leben ein – aber bitte auf eine Weise, die das Leben nicht gefährdet.

Wegen meiner Erfahrungen mit Diskussionen, in denen es um Corona bzw. Lebensrecht geht, bleibt die Kommentarfunktion geschlossen.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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