Ein Sonett auf die Dummheit

Entstanden ist es neulich als Scherz nebenher, inzwischen habe ich es etwas verbessert. Nun bin ich in diesem Internet so viel von diesem Thema begegnet, daß ich mich zur Veröffentlichung entschlossen habe, auch als Selbstermahnung.

Beklage dich nur über Dummheit nicht!
Auch sie, die Dummheit, wurde zugelassen.
Du kannst ihr innres Wesen nicht erfassen,
Erfasst wird sie von keiner Weisheit Licht.

Wer vor dir hat im Schrank nicht alle Tassen,
Wen du erkennst als einen trüben Wicht,
Auf wessen Nähe nimmer du erpicht,
Mit wem du weder fasten willst noch prassen,

Der ist ja doch, auch wenn er es nicht ahnt,
Ein Gotteskind, zur Heiligkeit berufen.
Bitt du für ihn, daß er erklimmt die Stufen!

Der Herr, der allen Wesen Wege bahnt,
Ist auch dem Deppen nah, dem grausig Dummen.
(Ach Herr, und dennoch – lass den Kerl verstummen.)

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Ein Sonett auf die Dummheit

  1. Thomas Jakob schreibt:

    Das gefällt mir!

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