Weil Ersticken kein schöner Tod ist

… und nicht bloß weil es ab 1.1.2020 – das ist bälder als man ahnt – gesetzlich vorgeschrieben ist, soll man einen Rauchmelder haben. Ein lieber Freund, der weiß, daß ich einen kaufen wollte, ganz bestimmt bald, hat mir einen mit der Post geschickt. Herzlichen Dank!

Ich bin handwerklich nicht sonderlich geschickt, aber zwei Löcher in die Decke bohren schaffe ich schon… dachte ich. Nun hatte ich aber wieder mal vergessen, daß eine Leiter mit sechs Sprossen für eine Berliner Altbauwohnung eigentlich eine Sprosse zu klein ist. Löcher bohren geht, da ersetzt die Bohrmaschine, was mir an Größe fehlt. Aber für alles Weitere bin ich zu klein.

Wie gut, daß ich eine liebenswürdige Untermieterin habe! Sie ist zwar nicht oder unwesentlich größer als ich, aber jünger und sportlicher – und traut sich noch auf der Leiter den Ballenstand zu. Und nun, mit vereinten Kräften, sitzt das gute Stück an der Decke, blinkt von Zeit zu Zeit mit seinem roten Auge, um zu sagen: „Ich habe alles unter Kontrolle!“ und wird, wenn mal was anbrennt, schrill pfeifen.

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Ein bißchen Süßkram war auch dabei, den wir geschwistlich geteilt haben. Ich werde mit Süßkram dafür belohnt, daß ich zusammen mit meiner Hausgenossin imstande bin, etwas Überfälliges „eigentlich ganz Einfaches“ in weniger als einer halben Stunde geschafft zu haben. Aber hinterher „viribus unitis“ sagen, das kann ich. Bin ich jetzt „typisch Frau“ oder „typisch Gelehrter“?

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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11 Antworten zu Weil Ersticken kein schöner Tod ist

  1. Das freut mich doch sehr, daß dieser kleine Lebensretter ab jetzt bei Dir Dienst tut. Und das nach weniger als 24Std. von der Überlegung bis daß Du dat Dingen bei Dir an die Decke geschraubt hast.

  2. gerd schreibt:

    Kleine Vorwarnung: Die Dinger werden auch dann schrill pfeifen, wenn die Batterie nachlässt. Das kann auch schon mal in der Nacht geschehen, wenn man sich gerade im Tiefschlaf befindet. Nicht nett.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Schon klar… ich hatte tatsächlich mal einen Rauchmelder, der ist aber irgendwann kaputtgegangen. Und ja, dieses unbotmäßige Schreien nach einer neuen Batterie kenne ich. Aber immer noch besser als kein Rauchmelder.

  3. piri ulbrich schreibt:

    Ich kann bestätigen, dass diese kleinen Kästchen einen Höllenlärm machen.

  4. Margot Hintzpeter schreibt:

    Achtung mit Weihrauch! Es ist nicht gerade prickelnd, wenn während der Gebetszeiten der Rauchmelder losgeht. Dabei bin ich mit Weihrauch ehr sparsam, seit ich die Dinger an der Decke habe. 😉

  5. akinom schreibt:

    Ich habe die Körpergröße, die langen Arme und die handwerklichen Fähigkeiten geheiratet und in 45 Ehejahren außer zum Anschließen des Elektroherdes (fast) noch nie einen Handwerker benötigt. Die hätten wir uns auch nicht leisten können, weil ich nach der Geburt des ersten unserer 3 Kinder nicht mehr beruflich tätig war. Das ist ganz sicher nicht mehr „typisch Frau“.

  6. Herr S. schreibt:

    Wir haben’s da komfortabler als Sie, Frau Sperlich: Bei uns im Haus organisiert auf Beschluss der Eigentümerversammlung die Anbringung, jährliche Wartung und Kontrolle der Rauchmelder die Hausverwaltung.
    Einziger Nachteil: Das kostet… Denn sprichwörtlich ist nur der Tod umsonst – und der kostet das Leben.

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