Eucharistie: Das ist der Herr!

In jeder Messfeier geschieht durch das Gebet des Priesters die Wandlung von Brot und Wein zu Fleisch und Blut Christi. Das bedeutet keine Veränderung der chemischen Zusammensetzung oder des Aussehens oder des Geschmacks. Es ist ein Mysterium, und es ist Glaubensinhalt der Kirche. Christus ist anwesend, nicht irgendwo in der Hostie oder dem Wein, sondern als gewandelte Hostie, als gewandelter Wein.

Jesus feierte mit den Aposteln den Sederabend. Bei Markus 14,22-24 heißt es:

Während des Mahls nahm Er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach Er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist Mein Leib. Dann nahm Er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und Er sagte zu ihnen: Das ist Mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Auch Matthäus und Lukas beschreiben diese Szene. Die Kirche lehrt die wesenhafte Wandlung von Brot und Wein zu Fleisch und Blut Jesu durch die Einsetzungsworte im Hochgebet des Priesters. Deshalb kann man nicht zu viel (und kaum genug) Ehrfurcht gegenüber der Eucharistie haben.

Das II. Vatikanische Konzil hat den Empfang der Kommunion auf der Hand erlaubt. Ich habe die Eucharistie fast immer so empfangen. Tatsächlich habe ich mit dem Empfang auf der Zunge meine Probleme, die sind aber nicht unüberwindlich. Einige Erlebnisse der letzten Zeit lassen mich überlegen, vermehrt zur Mundkommunion überzugehen – nicht weil ich sie „richtiger“ finde, sondern weil sie gegenüber anderen Gläubigen „unmissverständlich“ ist.

Freitags gibt es in meiner Heimatgemeinde die Kommunion unter beiderlei Gestalt. Man steht erst für die Hostie an und dann für einen Schluck aus dem Kelch. Ich finde, das ist ein schönes Zeichen, es macht die Kommunion zwar nicht wertvoller. (Jeder Krümel und jeder Tropfen ist der ganze Herr, der sich hier einverleiben lässt, sich uns ausliefert als Nahrung.) Aber wir können die Eucharistie besser als ein himmlisches Fest begreifen, wenn wir auch das Blut Christi bekommen. (Es sieht aus und schmeckt wie Wein. Aber es ist nicht Wein.) Deshalb bin ich froh, wenn die Kommunion unter beiderlei Gestalt gereicht wird. Aber da gibt es einen Haken.

Das Eintauchen der Hostie in den Wein ist nur Priestern und Diakonen erlaubt. Laien dürfen das nicht. Und wenn ich (immer mal wieder) sehe, wie Gläubige die Hostie eintunken und dann ein bißchen abschütteln, verstehe ich gut, warum. Selbst wenn meistens hoffentlich kein Tropfen auf dem Boden landet, sondern jeder Tropfen wieder im Kelch, ist die bloße Gefahr viel zu groß, Christi Blut zu verschütten. Sollte der Gläubige Angst vor Infektion haben, muss er auf das Blut Christi eben verzichten. Er hat ja mit dem Leib Christi die vollgültige Kommunion empfangen.

Kürzlich stand ich zur Kommunion an und eine Frau kam von derselben – mit dem Leib des Herrn in der Hand. Mit der anderen Hand klopfte sie mir auf die Schulter und wollte einen Plausch anfangen, während ich noch mitten in der Kirche stand. Ich war so entsetzt, daß ich leider nicht besonders freundlich reagierte. Ich zeigte auf den Leib des Herrn und zischte „Sumieren! Los!“ – normalerweise nicht mein Tonfall, aber es wirkte, sie steckte sich die Hostie in den Mund und ging auf ihren Platz. Ich wollte sie nach der Messe noch ansprechen und um Entschuldigung für meinen harten Tonfall bitten – und ihr gleichzeitig erklären, warum ich so schockiert war. Aber ich sah sie leider nicht mehr.

Nur etwa eine Woche später sah ich, als ich in die leere Kirche zur stillen Anbetung kam, auf einer der hinteren Bänke eine Hostie liegen. Sie hatte wohl schon auf dem Boden gelegen, jedenfalls war sie nicht völlig sauber. Ich kniete mich dorthin und überlegte betend eine Weile, was zu tun sei. Natürlich konnte ich nicht wissen, ob es eine geweihte Hostie – also der Herr – war, oder eine ungeweihte Oblate, die man leicht hätte entsorgen können. Weil ich es nicht wissen konnte, weil es eben möglich war, daß ich den Herrn vor mir hatte, aß ich die Hostie.

Ich schildere hier, was ich innerhalb der letzten drei Wochen in einer keineswegs durch besondere Frevelhaftigkeit auffallenden Gemeinde erlebt habe. Das lässt mich vermuten, daß solche Dinge in vielen Gemeinden wöchentlich geschehen. Und das lässt mich schaudern.

Ich vermute in keinem Fall bösen Willen. Ich schließe vielmehr darauf, daß viele Menschen zur Kommunion gehen, die nicht wissen, was die Kommunion ist. Sie haben vielleicht mal Latein gelernt und wissen, daß communio Gemeinschaft bedeutet. Sie wissen, daß der gemeinsame Empfang von Brot (und eventuell auch Wein) irgendwie schön und sinnstiftend ist. Aber sie wissen nicht, oder sie wollen nicht wissen, daß sie gar nicht Brot und Wein empfangen, sondern den Herrn. Oder vielleicht wissen sie es sogar und meinen, Er wird das so eng nicht sehen. Das fände ich noch schlimmer.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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27 Antworten zu Eucharistie: Das ist der Herr!

  1. gerd schreibt:

    Liebe Frau Sperlich,
    sie schreiben: Das II. Vatikanische Konzil hat den Empfang der Kommunion auf der Hand erlaubt. Ich erlaube mir da etwas zu widersprechen. Genauer ist diese Definition:
    „Die Handkommunion ist in der Katholischen Kirche heute dort erlaubt, wo die Bischofskonferenz beim Heiligen Stuhl eine Dispens von der Regel der Mundkommunion erhalten hat.“
    (Quelle: Kathpedia)
    An dieser Beschreibung hat sich bis heute, obwohl schwer vorstellbar, nichts geändert. Die Mundkommunion ist die Regel und die Handkommunion ist die Ausnahme. Bischöfe mussten in Rom vorstellig werden um eine Dispens von der Mundkommunion in ihrer Diözese zu erlangen. Beim Nachbarbistum kann das schon ganz anders aussehen. Nun ist es psychologisch leicht zu erklären, dass, wenn jemand von früher Kindheit an die Handkommunion praktiziert hat, er diese für die einzig gültige Form hält, was aber so nicht stimmt.
    Als Moses den brennenden Dornbusch erblickte und aus Neugier dieses Phänomen betrachten wollte, befahl ihm der Herr seine Schuhe auszuziehen weil er auf heiligem Boden stand. Aus Unwissenheit hatte Moses gehandelt und wurde von Gott darauf aufmerksam gemacht. Um wieviel mehr betreten wir heiligen Boden in jeder katholischen Kirche, wo Gott wahrhaftig und real gegenwärtig ist? Die Mundkommunion ist nicht richtig oder falsch. Sie ist die einzig würdige Form um dem Schöpfer zu begegnen. Die hl. drei Könige fielen vor ihm nieder. Der Aussätzige der geheilt wurde fiel vor ihm nieder. Der hl. ApostelThomas, als er den Herrn erkannte, fiel vor ihm nieder. Petrus forderte Jesus auf ihn zu ignorieren weil er sich nicht für würdig erachtete, beim Herrn zu sein oder mit ihm zu sprechen. Sie bezeugen alle die natürliche Haltung des Geschöpfes vor ihrem Schöpfer.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich wußte, daß ich eine solche Antwort bekomme.
      Erstens: Schön wäre es ja, hätte ich von früher Kindheit an überhaupt gewußt, daß es Gott, die Kirche und die Kommunion gibt. Ich bin mit 22 getauft worden.
      Zweitens: Was die Kirche nicht verbietet, gestattet sie.
      Drittens: „Dort erlaubt, wo…“ heißt vor allem: Erlaubt. Daß es für jede Erlaubnis auch Bedingungen gibt, ist logisch. So ist es generell erlaubt, Auto zu fahren, aber nur, wenn man einen Führerschein hat und sich an die Verkehrsregeln hält. Und auch die Kirche hat Regeln, wer wollte das bestreiten! Kathpedia sagt „dort erlaubt, wo…“ – und Sie machen draus „eigentlich verboten, außer…“.

  2. Alipius schreibt:

    Ich teile Deine Einschätzung. Die Leute handeln in der Regel aus Unwissenheit oder – etwas übler – aus Nachlässigkeit. Da sind auch wir Priester gefordert, immer wieder darauf hinzuweisen, WAS die Hostie eigentlich ist und WIE man damit umgehen sollte.

    Es ist richtig, darauf hinzuweisen, daß die Kirche die Handkommunion nicht kategorisch verbietet, sondern sie unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Tragisch ist allerdings, daß auf die flächendeckende Einführung der Handkommunion dann viel mehr Wert gelegt wurde als auf die korrekte Unterrichtung der Gläubigen.

    • gerd schreibt:

      Die flächendeckende Einführung der Handkommuion ist unumkehrbar. Tragisch ist es in der Gegenwart, dass Gläubige (es gibt sie wirklich noch) die im „neuen Ritus“ die Mundkommunion praktizieren, ein Nischen und Schattendasein fristen und im besten Fall belächelt oder ignoriert werden. Wenn man weiß, dass die Calvinisten die die Realpräsenz leugneten und als äußeres Zeichen die stehende Handkommunion für die Gläubigen verpflichtetend einführten, kann man erahnen woher der Wind geweht hat, als die Handkommunion erlaubt wurde. Es soll mir keiner sagen, es gäbe keinen Unterschied in den äußeren Formen. Über dieses „Argument“ lohnt sich keine Mühe zu diskutieren.
      Einer ihrer Mitbrüder hat mir eindringlich empfohlen keine Mundkommunion mehr zu praktizieren, weil „man das heute nicht mehr braucht!“ Ist das jetzt Unwissenheit oder Nachlässigkeit?

      • Alipius schreibt:

        Es kann von Unwissenheit über Nachlässigkeit bis hin zu ideologischer Verblendung alles sein. Ich kenne aber viele Priester, die überhaupt keine Probleme mit der Mundkommunion haben, sowie Gemeinden, in denen man nicht belächelt wird, wenn man Mundkommunion praktiziert.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Dank für den Kommentar. Ja, ich stimme zu, daß es zu wenig solide Erwachsenenkatechese zu diesem Thema gibt.

  3. gerd schreibt:

    Dann frage ich mal etwas provozierend zurück: Ist ihnen die Antwort nicht zustimmend genug? Es ist ja nichts verwerfliches, wenn ich ein Verbot als ein Verbot bezeichne. Habe ich allerdings in meinem Kommentar so nicht explzit behauptet. An jeder Baustelle hängt das Schild „Betreten verboten“, und keiner regt sich über das Verbot auf. Zumindest ich nicht.
    Die Kirche (einige Bischöfe) hat m.M. nach in Sachen Kommunionempfang, den Gläubigen erlaubt generell Auto zu fahren ohne Führerschein, um bei ihrem Bild zu bleiben. Dann kann es allerdings schon mal vorkommen, dass ihnen eine Frau mit der konsekrierten Hostie in der Hand einen Plausch anbietet. Das wäre mit der Mundkommunion nur schwerlich gegangen. Mal abgesehen davon, ob diese Dame überhaupt wusste, was sie empfangen hat. Aber das ist eine andere Geschichte, die einigen Bischöfen auf die Füße fallen wird. Ich bin im übrigen als Säugling getauft worden und habe den Glauben mit der Muttermilch aufgesogen. Das ist schön, macht mich aber natürlich nicht zum besseren Christen, als wenn jemand mit 22 Jahren getauft wird. So viel sollte klar sein. Ich habe gelernt, dass die Mundkommunion die einzig ehrfurchtsvolle Form ist, die die Kirche den Gläubigen anbietet. Das Erlernte werfe ich nicht bei der erst besten Gelegenheit über Bord nur weil ein Bischof die Handkommunion erlaubt, wobei nie klar wurde, warum das eigentlich geschehen ist oder wissen sie da mehr? Dass ich angeblich auf Verbote stehe, wirft mir mein Pfarrer auch regelmäßig vor, wenn ich bei ihm die „nicht erlaubte“ Praxis der Gläubigen vom Eintauchen der Hostie in den Kelch beklage und um Richtigstellung bitte. Ich kann das gerne hier widerholen: Für die Gläubigen ist das Eintauchen der Hostie in den Kelch nicht erlaubt. Für diejenigen die damit nichts anfangen können: Es ist verboten!

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Dann behaupten Sie also, daß der Bischof von Rom (damals bei Vat. II) eine Form gestattet hat, die nicht ehrfurchtsvoll ist?
      Was ich oben über die Intinktion durch Laien geschrieben habe (sie ist verboten), scheint übrigens an Ihnen vorbeigegangen zu sein. Und alles andere, was ich über Ehrfurcht und mangelnde Ehrfurcht geschrieben habe, wohl auch. Jedenfalls wäre es nicht nötig, mir alles fast in meinen eigenen Worten nochmal zu erklären, damit ich es auch bestimmt verstehe.

      • gerd schreibt:

        „Dann behaupten Sie also, daß der Bischof von Rom (damals bei Vat. II) eine Form gestattet hat, die nicht ehrfurchtsvoll ist?“

        Genau das behaupte ich. Papst Benedik sah das wohl ähnlich, als er das Indult aufhob, mit dem Papst Paul VI. die Handkommunion im Petersdom erlaubte. Wenn man nun noch weiß, dass Paul VI gegen die überwätligende Mehrheit der Bischöfe die Handkommunion erlaubte, (1233 waren gegen die Einführung und nur 567 dafür) dann steht meine Behauptung nicht luftleer im Raum.

        „Was ich oben über die Intinktion durch Laien geschrieben habe (sie ist verboten), scheint übrigens an Ihnen vorbeigegangen zu sein.“

        Lesen sie doch noch mal meinen Kommentar: Ich habe das ausdrücklich erwähnt. Im übrigen liegt es mir fern sie belehren zu wollen.

        • Claudia Sperlich schreibt:

          Nun ist die Mehrheit nicht notwendig im Besitz der Wahrheit. Persönlich halte ich die bei Kyrill von Jerusalem beschriebene Form des Kommunionempfangs (auf die Hand, dann mit den Lippen aufnehmen) für richtig (ebenso wie die Mundkommunion); wie ehrfurchtsvoll der Kommunionempfang ist, hat viel mehr mit dem Herzen des Empfängers zu tun.

          Was den letzten Absatz angeht, pardon, da hatte ich einfach etwas als „belehrend“ in den falschen Hals bekommen, was einfach nur „bestätigend“ gemeint war.

  4. Natalie Hanke schreibt:

    Solange die Kirche die Form des Kommunionempfangs nicht wieder vereinheitlicht, was ohne weiteres möglich wäre, und der Empfang auf die Hand zumindest geduldet ist (denn genau das beinhaltet ja ein Indult), kann man ihn eben NICHT als verboten bezeichnen. Vor allem sollte man sich hüten, jenen, die ihn üben, per se die Ehrfurcht abzusprechen. Ich selbst empfange übrigens seit 2006 ausschließlich die Mundkommunion.

  5. akinom schreibt:

    Wo dies problemlos möglich ist, empfange ich heute die hl. Hostie wieder auf der Zunge. Das geht aber nicht in dem Seniorenheim, wo ich heute glücklicherweise die Möglichkeit des Besuchs einer wöchentlichen Heiligen Messe habe. Ich habe mir angewöhnt, dafür zu beten, dass alle Messbesucher die Heilige Kommunion würdig empfangen, mich eingeschlossen. Mit dem Verschwinden der Kommunionbänke aus den Kirchen ist sicher sehr viel Ehrfurcht verloren gegangen. Ich finde es auch wichtig, wie der Priester zum Kommunionempfang einlädt. Es gibt Menschen, die einfach nicht wagen, in der Bank sitzen zu bleiben. Wenn die schlangen vor den Beichtstühlen, doch ebenso lang wären….

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Besonders im letzten Punkt gebe ich Dir vollkommen Recht! Oh ja… und wären doch immer mehr Gläubige sich darüber im Klaren, daß Beichte wundervoll ist, daß häufige Beichte nicht schlechter macht, sondern glücklicher, und daß geistliche Kommunion möglich ist, wenn innere oder äußere Gründe gegen den Empfang der Eucharistie sprechen.

  6. gerd schreibt:

    „Der gesamte Vorgang der Einführung der Handkommunion ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wie eine Autorität selbst dazu beiträgt, den Respekt vor ihr zu zerstören und die Kontestation zu ermuntern. Mit ihr wurde ein Weg eingeschlagen, der, wenn er weitergegangen wird, zur Auflösung der Kirche als einer geordneten Gemeinschaft führen kann.“
    Prof. Georg May

    Wer will heute noch ernsthaft behaupten, dass die katholische Kirche hierzulande eine geordnete Gemeinschaft ist?

  7. Herr S. schreibt:

    Es sollte keinen Streit geben über die Art des Kommunionempfangs ob entweder direkt mit dem Mund oder die Hand.
    Ich habe noch in der Kindheit die Mühe Kommunionempfangs als die ausschließliche Form des Empfangs erlebt, und meine Erstkommunion fiel noch in die Zeit vor Konzilsende.
    Heute praktiziere ich nahezu ausschließlich die Handelsministerium – aber stets voller Ehrfurcht, denn mir ist bewusst, dass es der HERR ist, den ich da aufnehme.
    Bei der bei uns sehr seltenen Kommunion unterbewertet Gestalt tauche ich die Hostie in den konsekrierten Wein, das Blut Christi, und achte peinlich darauf, dass nicht ein Tropfen desselben etwa an der Hostie unten anhängt und gar zur Erde fällt – auch ein Akt der Ehrfurcht meinerseits.
    Ich lege eigentlich keinen Wert darauf, unter beiderlei Gestalten zu kommunizieren, denn die konsekrierte Hostie als der Leib Christ genügt mir zumindest vollauf.
    Wenn die Intinktion für Laien verboten würde, würde ich auf das Blut Christi ganz verzichten.

    • Herr S. schreibt:

      Sorry, die vermaledeite Rechtschreibfunktion hat mal wieder zugeschlagen, und ich hätte den Text vor Absendung besser noch mal durchlesen und korrigieren sollen.
      Es heisst natürlich statt „Mühe Kommunionempfangs“ richtig „Mundkommunion“ und statt „Handelsministerium“ richtig „Handkommunion“ sowie statt „unterbewertet“ „unter beiderlei Gestalten“.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Die Intinktion durch Laien IST verboten. Leider ist das nicht in allen Gemeinden angekommen. Ich bin mir ganz sicher, daß es Dir nicht an Ehrfurcht mangelt – aber durch dies Verbot wird eben einem leichtfertigen Umgang (wie in meinem Artikel beschrieben) vorgebeugt. Leider nur dort, wo das Verbot beachtet wird.

      • Herr S. schreibt:

        Mag sein, dass offiziell die Intinktion durch Laien nicht gestattet – also verboten – ist.

        Aber die gemeindliche Praxis sieht halt anders aus:

        Manche – wenige – trinken aus dem dargereichten Kelch, die meisten tauchen die konsekrierte Hostie in den konsekrierten Wein, das Blut Christi.

        So habe ich das bisher ÜBERALL, wo – zugegeben recht selten – unter beiderlei Gestalten die hl. Kommunion gefeiert wurde, erlebt – das ist völlig gängige Praxis.

        Ich denke, das verantwortet jeweils der die Messe feiernde Priester:

        Wenn dieser die Intinktion uns Gläubigen nicht verbietet, wird sie praktiziert, zumal es so bei größeren Gemeinden auch einfach zügiger geht als das Trinken jedes Einzelnen aus dem Kelch mit jeweils zwischenzeitlichem Abwischen des Kelchrandes.

        Letzteres ist zudem eine eher symbolische denn eine wirklich wirksame Hygienemaßnahme.

        • gerd schreibt:

          „Mag sein, dass offiziell die Intinktion durch Laien nicht gestattet – also verboten – ist.“

          Lieber Herr S,
          dass mag nicht nur so sein, das ist so! Kann man nachlesen und auch praktizieren.

          „Ich denke, das verantwortet jeweils der die Messe feiernde Priester“

          Der Priester verantwortet die Umgehung oder schlimmer noch die Negierung dieses Verbotes. Er setzt sich, meistens wissentlich, über dieses Verbot hinweg. Das ist meine Erfahrung. Einen Streit über die würdige Haltung beim Empfang des Sakramentes, hätte sich erübrigt, wenn der Vatikan und die Bischöfe bei einer Form (der Mundkommunion, die sich bewährt hat) geblieben wären. (ich weiß: hätte hätte, Fahrradkette) Das ist nicht geschehen und das Unheil nahm seinen Lauf. Auch eine umfassende Katechese hätte an diesem Umstand nichts geändert. Wie will man den Gläubigen beibringen, dass sie beim Betreten der Kirche ein Kniebeuge machen sollen, aber beim Empfang des Sakramentes stehen zu bleiben? Um die Ehrfurcht gänzlich auszurotten, hat man zahlreiche Kommunionbänke entfernt. In holländischen Kirchen wurden sogar die Kniebänke zu Feuerholz verarbeitet. Der Hinweis auf die innere Einstellung des Gläubigen ist natürlich berechtigt. Es ist allerdings schon gut möglich, dass die äußere Form, die innere Einstellung begünstigen und befördern kann oder aber ins Gegenteil verkehrt. Ein Bundesverdienstkreuz lässt man sich umhängen, den Schöpfer des Himmels und der Erde nimmt man selbst in die Hand. Das ist schon ziemlich schräg.

        • Herr S. schreibt:

          Lieber Gerd,

          ich wiederhole: Die Praxis sieht so aus, wie von mir beschrieben – und MICH stört das – im Gegensatz zu Ihnen oder Frau Sperlich – relativ wenig.
          In der RKK ist im Gegensatz zu den Evangelischen das Kommunizieren unter beiderlei Gestalten m.W. eher die Ausnahme.
          Weil es zumindest in größeren Gottesdienstgemeinden in der korrekten – offiziell erlaubten – Form aus den von mir genannten Gründen kaum praktikabel ist.

          Deshalb lege ich persönlich auf diesen -despektierlich gesprochen – „Zirkus“ auch keinen besonderen Wert; wahrscheinlich wollte man sich hier auch partout den Protestanten anpassen.

          In kleinen Gruppen geht das Kommunizieren unter beiderlei Gestalten natürlich eher.

          Aber warum sollten Laien nicht auch die Intinktion durchführen dürfen?

          Halten Sie diese per se für ungeschickter im Umgang mit Leib und Blut Christi als Geweihte Personen?

          M.E. ist eh viel, viel entscheidender als manche Äußerlichkeit die INNERE Haltung und Reinheit des Herzens des Kommunizierenden zum Leib und Blut Christi.

  8. borromäus schreibt:

    Liebe Frau Sperlich,
    beobachte seit einiger Zeit, Ihre wunderbare Seite!
    Diese Homepage ist eine authentische und empfehlenswerte Alternative zu den mit Negativschlagzeilen gespickten Seiten von gloria.tv u.a. Portalen.
    Bin katholischer Priester
    und bin begeisterter Nutzer vieler Ihrer neukreierten Strophen zu bekannten Melodien.
    Außerdem schätze ich es sehr,
    dass Sie vorweg filtern, w i e Ihnen geantwortet wird, d.h. rein polemischen Kommentatoren
    zurecht aus „Höflichkeitsgründen“ deren Beitrag ggf. auch mal gestrichen wird.
    Empfinde den Dialog zur Mund- bzw. Handkommunion sehr lehrreich – auch für Priester!
    Was mir weh tut, ist, dass kirchliche Dokumente so wenig bekannt sind und/oder
    während des Studiums uns vorenthalten wurden – bzw. darüber präventiv von Professoren polemisiert wurde. (Bei den Piusbrüdern ist das Wissen um Inhalte kirchlicher Verlautbarungen
    ein eigenes Prüfungsfach! In der Kathol. Theologie wird es innerhalb der Kathol. Soziallehre „gestreift“ und völlig am Rande liegen gelassen – was selbstredend das Erfassen des Heiligen Geistes als Kontinuität in den Darlegungen dramatisch erschwert)
    Wer von uns hatte schon was von „memoriale domini“ Paul VI‘ oder von „quo primum“ Pius V‘ gehört. Beide Päpste waren ja mystisch doch irgendwie visionär begabt: Ersterer hatte den Rauch Statans in die Kirche noch einziehen sehen; zweiterer den Sieg über die Türken vorausgesehen.

    Am traurigsten aber bin ich darüber, dass kirchliche „Würden“ (!) – Träger im Dienste der höchsten Verantwortung und Nachfolge unseres Herrn oft nichts hochmütigeres zu tun haben, als die Darlegungen ihrer Vorgänger zu kontrapunktieren, herabzusetzen, bzw. im Gewande „zeitgemäßer“ Neuverkleidung der Nachwelt zu präsentieren. Wo bleibt da die Achtung vor dem in ihren Vorgägern doch auch wohl waltenden Hl.Geist – wer diesen nämlich nur immer der Nachfolgegeneration zuerkennt, dessen selbsternannter Geistvogel geht mit ihnen in alle Richtungen spazieren, jedenfalls nicht mehr in Richtungen der korrekten, wahrheitsverpflichteten katechetischen Führung. (Das Wort Benedikts XVI‘ kam da reichlich spät: Kontinuität der Hermeneutik und wurde prompt insbes. von seinen deutschen Kollegen verspottet)
    Das Verschweigen von Wahrheiten und Zusammenhängen ist eine linke Masche,
    die in der Kirche keine Fortsetzung finden sollte.

    Danke für all Ihre spürbare Heilig-Geist- Führung!
    Schließe Sie fest mit in mein Gebet mit ein, dass Ihr Beispiel viele Nachahmer findet –
    dass deren Liebe zu Christus ihren Glauben ähnlich stimmig, freudig und mitreißend formt.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Lieber Borromäus,
      willkommen und Dank für dies hohe Lob und den guten Kommentar.
      Ich freue mich, wenn ich merke, daß mein Blog doch auch wenigstens manchmal einen Sinn hat. Und daß meine Lieder gut ankommen, freut mich nochmal besonders.
      Im Gebet verbunden!

    • akinom schreibt:

      „Deshalb kann man nicht zu viel (und kaum genug) Ehrfurcht gegenüber der Eucharistie haben.“ schreibt Claudia Sperlich. Und borromäus lobt u.a. das Wissen um kirchliche Verlautbarungen als Prüfungsfach bei den Piusbrüdern und das  „memoriale domini“ des mystisch und visionär begabten Papstes Paul VI. , sowie die „spürbare Heilig-Geist-Führung “ der Bloggerin. Dem kann ich auch als Nicht-Lateinerin und Nicht-Theologin voll zustimmen.

      In diesem Zusammenhang erinnerte ich mich an den Klappentext des Büchleins „Der verborgene Schatz“ von Heinrich Plum, der mir jetzt zufällig in die Hände gefallen ist. Ich zitiere:

      „Viele Menschen halten heute die Kirche für fragwürdig und rückständig. Es ist, als ob man einen kostbaren Schatz in einer sperrigen Truhe in seinem Haus aufbewahrte – und die Hausbewohner sich daran rieben und stießen. Alle diskutierten leidenschaftlich, die Kiste zu zersägen und zu zerkleinern, obwohl sich doch der Sinn der Verpackung erst richtig beurteilen ließe, wenn man die Truhe öffnet: ob nämlich der Schatz so wertvoll ist, dass der die Unförmigkeit der Truhe rechtfertigt. – Die Kritik an der Kirche (- und im Beitrag hier auch am Papst -) zielt gewöhnlich nicht auf den inneren Schatz der frohen Botschaft, sondern auf die äußere Erscheinung der Kirche. Doch genau diese Diskussion um die Ecken und Kanten birgt die Gefahr, dass die Christen den verborgenen Schatz mehr und mehr aus den Augen verlieren. Auf den aber kommt es an!“

      Ehrfurcht vor der Eucharistie ist ein solch „verborgener Schatz“ wie er auch in der Liturgie (auch in der der der Pius- und Petrusbrüder sowie bei der Orthodoxie) zum Ausdruck kommt, in der nicht mehr „zeitgemäßen Neuverkleidung“ der Priester und in der Einheit, um die wir im Hohenpriesterlichen Gebet flehen. Eine „verborgene Schatztruhe“ der Einheit sehe ich im Martyrium der Christen aller Konfessionen.

  9. Hans Ansgar schreibt:

    In der Klosterkapelle, in der ich zur Messe gehe, hat der Priester es eingeführt, dass an Sonn- und Feiertagen die Kommunion unter beiden Gestalten von ihm gereicht wird, die von ihm eingetauchte Hostie in den Mund. Alternativ nur der Leib Christi. Mittlerweile, nach anfänglichem Zögen, machen fast alle Mundkommunion. Aber es bleibt die Freiheit der Wahl.

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