Zum Martinstag

Zunächst: Gottes Segen sei über allen Martins, Martines, Martinas, Matts, Mattens und wie sie sonst heißen mögen.

Sodann hole ich einen Choral wieder vor:

Martin von Tours
Melodie: Großer Gott, wir loben dich

Martin mußte lange Zeit
Als Soldat des Kaisers leben.
Waffen und Soldatenkleid
Trug er nur mit Widerstreben,
Wollte, statt im Heer zu stehn,
Jesu Friedenswege gehn.

Als er um den Abschied bat,
Ließ der Kaiser ihn nicht ziehen,
Sprach von Feigheit und Verrat.
Martin sprach: „Ich will nicht fliehen,
Doch auch Blut vergießen nicht:
Christus ist mein Friedenslicht.“

„Ohne Waffen laß mich gehn,
Ohne Furcht vor Kriegsgefahren.
Wehrlos will vorm Feind ich stehn,
Jesu Kreuz wird mich bewahren.
Jesus ist mein guter Hirt,
Der den Frieden schaffen wird.“

Bischof Martin folgte Gott,
Tat und lehrte Sein Erbarmen,
Teilte gerne in der Not
Brot und Wissen mit den Armen.
Eigne Not galt ihm gering,
Bis sein Weg zu Ende ging.

„Herr, es ist ein harter Streit,
Deinen Dienst zu tun im Leben.
Und ich kämpfte lange Zeit!
Willst Du mir nun Abschied geben,
Ruh ich gern, doch auf Dein Wort
Führ ich Deine Sache fort.“

Martins tapfrer Lebenslauf
Ist im Frieden ausgeklungen.
Gott nahm Seinen Diener auf,
Engel haben ihm gesungen,
Trugen ihn nach Leid und Streit
In die lichte Ewigkeit.

Und wenn es mal wieder nicht wirklich was mit Martin und dem Christentum zu tun hatte:

Ach Martin

Martin, ach, Laternenlicht
wär dir wohl noch recht geworden,
auch die lauten Kinderhorden,
aber Heidentum doch nicht!

Nur Kostümfest und Geschrei,
Glühwein dann und Würstchenessen,
kannste als Asket vergessen,
wärste eh nicht gern dabei!

Martin, trotz der Feierei
ohne Glaubensgrund und Wissen
wollen wir dich doch nicht missen –
steh uns armen Toren bei!

Bitt für uns mit frommem Sinn,
Gott woll uns den Tand vergeben!
Lass die armen Gänse leben,
den Klamauk nimm freundlich hin,

hilf, die Großen wachzurütteln,
bis sie sich zu Gott gewandt,
nimm die Kleinen bei der Hand!
Sonst ist dieses Fest zum Schütteln.

Beide Gedichte aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. tredition 2015

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Zum Martinstag

  1. akinom schreibt:

    So habe ich meinem Neffen zum Namenstag gratuliert:
    Vivat zum Namenstag, lieber Martin!
    Für mich ist St. Martin ein Schutzpatron  der Namenstage. Wenn man die Anzeigenseite der Zeitung liest, sieht man, wie viele Menschen überhaupt keinen Namenspatron mehr haben. Aber kein Martin – ob jung oder alt – vergisst so leicht den Gedenktag am 11. November. (Auch die Kölner nicht: Prosit und Alaaf!) Kinder und Erwachsene – ob katholisch, evangelisch oder atheistisch – erfreuen sich nach wie vor an den Brauchtümern des Martinsfestes:
    St. Martin hoch zu Ross, dem Kinder mit selbstgebastelten bunten Laternen folgen und die früh anbrechende Nacht zu dieser Jahreszeit erhellen!
    Aber Achtung! Der Feind schläft nicht! St. Martin walte Deines Amtes!
    Aus Sicherheits- und Naturschutzgründen darf Martin nicht mehr den (ohnehin weniger gewordenen) Umzügen voran reiten. Laternen werden ersetzt durch gruselige Halloween-Kürbisse. Martinsfeste müssen „Laternenfeste“ heißen, um zugewanderte Muslime nicht zu diskriminieren…Hier wie überall lässt man Zeitgeist, Politcal Correctness und Christianophobie ungebremst die Vorfahrt. Nur der Feind scheint nicht zu schlafen…
    Deine Großmutter, lieber Martin, pflegte zu sagen: „Wir feiern Namenstag, der an die Taufe erinnert. Geburtstag hat jede Kuh!“ Heute brennt für Dich ein Kerzchen bei der Gottesmutter. Zünde Du auch eins an!
    !!! Vvitat!!!, !!!Vivat!!!, !!!Vivat!!!
    und auch ein Prosit

    Deine akinom

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Auch wenn ich nichts gegen Geburtstagsfeiern habe – auch die erfüllen mich mit Dank und Freude – gebe ich Dir im übrigen Recht.

      • akinom schreibt:

        Auch meine Mutter feierte Geburtstage. Und ich freue mich auf den 150. Geburtstag, den ich – so Gott will – im nächsten Jahr voller Dankbarkeit zusammen mit meinem Mann feiern kann.

  2. emhaeu schreibt:

    Martin dankt.

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