Ich habe eine Babyflasche!

Gestern abend wurde in St. Marien in Berlin-Friedenau die Babyflaschen-Aktion von 1000plus vorgestellt.

Babyflasche 1000plus

Zur Erinnerung: In Deutschland werden jährlich etwa hunderttausend (100.000) Menschen im Mutterleib getötet. 2017 waren es 101.209, das sind 2,5% mehr als 2016. Stellen Sie sich vor, alle Einwohner von Kaiserslautern (oder von Gütersloh oder Cottbus oder Hildesheim) würden innerhalb eines Jahres ermordet – dann haben Sie einen Begriff von der Größenordnung.

1000plus setzt sich für Mütter und Kinder ein. Die Beratung von Frauen in einer konfliktbeladenen Schwangerschaft ist kostenlos. 1000plus hilft schnell und unbürokratisch beratend, bei Amtsgängen, mit Sachspenden. 1000plus stellt aber keine Beratungsscheine aus, um auf keinen Fall eine Abtreibung zu ermöglichen. Deshalb ist 1000plus vollständig vom Staat unabhängig – und vollständig spendenfinanziert.

Hier kommen die Babyflaschen zum Einsatz. Im Vorraum der Kirche konnte man sich ein Fläschchen mitnehmen.

Babyflasche 1000plus

In den folgenden drei Wochen kommt Geld hinein – was man erübrigen kann. Man kann auch Freunde einladen und auf das Fläschchen hinweisen, oder es zur Arbeit mitnehmen und Kollegen darauf aufmerksam machen – oder darüber bloggen, facebooken, twittern etc. Nach drei Wochen bringt man die Babyflasche samt Geld in das Pfarrbüro der Kirche, wo man sie abgeholt hat – oder einer anderen Kirche, die an der Aktion beteiligt ist. Man kann auch eine Spendenbescheinigung anfordern; ein Formular liegt der Babyflasche bei.

Die Aktion 1000plus bittet, die Fläschchen auch dann wieder abzugeben, wenn man doch kein Geld übrig hatte, damit sie weiterverwendet werden können.

Und natürlich kann man in der eigenen Pfarrei anregen, mitzumachen bei der Babyflaschenaktion.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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12 Antworten zu Ich habe eine Babyflasche!

  1. piri ulbrich schreibt:

    Wow, das ist eine wunderbare Idee – Danke, ich guck mich mal um. Aber, eigentlich braucht man dazu auch keine Flasche …

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Klar, es geht auch ohne Flasche. Die hübsche Flasche in den 1000plus-Farben und mit Info dran und drin ist nur eben ein Blickfang und auch symbolträchtig. Wir wollen, daß Babyflaschen gebraucht werden. 🙂

  2. Herr S. schreibt:

    3 deutsche Bistümer – Speyer, Augsburg und Rottenburg-Stuttgart – verbieten seit einigen Jahren die Babyfläschchen-Aktion und andere aktive Werbung für 1000plus und andere Lebensrechtsorganisationen in ihren Kirchgemeinden.
    Ich wollt’s wissen und schrieb voriges Jahr im Frühjahr die 3 jeweiligen Diözesanbischöfe an.
    Speyer antwortete bis heute gar nicht – trotz wiederholter Abmahnung meinerseits.
    Augsburg ließ mir eine relativ nichtssagende Antwort durch eine Referentin zugehen. Auf meinen mit Argumenten belegten Widerspruch wurde dann nicht mehr geantwortet.
    Stuttgart versuchte mich monatelang mit fadenscheinigen Begründungen hinzuhalten. Als mir der Bischof schließlich antwortete und ich darauf mit Gegenargumenten nachhakte, war auch hier dann Funkstille.
    Soviel also zum Ernstnehmen des mündigen glaubenstreuen Katholiken und zur echten Dialogbereitschaft seitens der gen. Diözesen.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Das ist beschämend. Nächsten Bischof abwarten, nochmal versuchen – und einstweilen kann man natürlich auch privat für 1000plus spenden und sammeln, indem man z.B. eine solche Babyflasche bei sich aufstellt und Freunde einlädt. Am besten die 1000plus-Leute mal fragen, ob sie ein Fläschchen auch für Aktionen im privaten Raum hergeben. Man braucht zwar für Aktionen unter freiem Himmel eine Sammelgenehmigung, aber in den eigenen vier Wänden Freunde einladen zu einer Party zugunsten 1000plus mit Kaffee, Kuchen und Spendenbüchse oder -fläschchen – das darf man.

      • Herr S. schreibt:

        Nö, ich warte da auf keinen anderen Bischof – mir reicht diese Probe aufs Exempel.
        Ich selbst und meine Frau sammeln schon seit Jahren für Stiftung „Ja zum Leben“, die wiederum auch Träger von 1000plus ist.
        Wir sammeln zwar nicht in ein Babyfläschchen, sondern in ein leeres Marmeladeglas mit Schraubdeckel und zwar u.a. das eingesparte Kollektengeld, denn das ist oftmals für recht unsinnige Zwecke vorgesehen wie z.B. die Kirchenheizung, den Katholikentag u.ä., die eh durch Kirchensteuern finanziert werden.
        Also stattdessen geht unserer jeweiliger Obolus ins Marmeladeglas, und so kommt jedes Jahr zusammen mit Spenden zu Geburtstagen oder anderen Familienfesten insgesamt immerhin ein mittlerer dreistelliger Betrag für die Lebensrechtsorganisation zusammen.
        Wir sind davon recht befriedigt, ich wollte nur wirklich mal aktiv den Lebensrechtsorganisationen helfen und gegen dieses unsinnige Werbeverbot in den 3 gen. Bistümern aktiv angehen. Und das habe ich dann getan – leider mit dem genannten negativen Ergebnis. Ich kann dabei sogar noch irgendwie verstehen, dass man keine aktive Werbung in den Gemeinden für immerhin nichtkirchliche Organisationen zulässt, weil dadurch sich vielleicht einige Kirchbesucher unter Druck gesetzt fühlen. Ich möchte auch nicht, dass in meiner Gemeinde aktiv für nichtkirchliche Organisationen um Spenden geworben wird.
        Aber Flyer bzw. anderes Infomaterial auslegen, z.B. am Schriftenstand, das dürfte doch wohl erlaubt werden, nicht wahr?

    • Herr S. schreibt:

      Der Korrektheit halber möchte ich noch anführen, dass mir von der Diözese Rottenburg-Stuttgart nicht der Bischof sondern dessen Referentin antwortete.
      Sorry, hatte ich falsch in meiner Erinnerung.

  3. Gerd schreibt:

    „Aber Flyer bzw. anderes Infomaterial auslegen, z.B. am Schriftenstand, das dürfte doch wohl erlaubt werden, nicht wahr?“

    Nicht so ganz Herr S. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Vor einigen Jahren habe ich unseren Pfarrer gefragt ob ich Flyer und Plakate von der Aktion „Tim lebt“ in unserer Kirche auszulegen. Tim ist ein behinderter Junge der seine versuchte vorgeburtliche Tötung überlebt hat. Das Plakat hing immerhin eine Woche im Schaukasten, bis die Vorsitzende der KFD beim Pfarrer protestierte, weil angeblich die Gefühle von Frauen(!!) verletzt würden. Danach wurde es kommentarlos wieder entfernt. Ich gebe allerdings Frau Sperlich recht wenn sie den Versuch beim nächsten Bischof anrät. Konfrontieren wir die Bischöfe mit der knallharten Wahrheit. So können sie sich beim Gericht nicht rausreden.

    • Herr S. schreibt:

      Mir ging’s hier ausschließlich um die 3 besagten Diözesen mit den dort bereits vor Jahren ausgesprochenen Werbeverboten für Lebensrechtsorganisationen.
      Ob sich dieses auch auf Auslegen von Infomaterial am kirchl. Schriftenstand bezieht, hat mir bislang niemand beantwortet. Ich fürchte daher, dass es dort so ist.
      Ihr Beispiel mit dem auch mir geläufigen Plakat von „Tim lebt“ im kirchlichen Schaukasten:
      Immerhin hat es dort eine Woche hängen können – das ist doch etwas.
      Mussten denn die ausgelegten Flyer im Schriftenstand auch entfernt werden?

      • Gerd schreibt:

        Ja. Selbst die Flyer waren den „katholischen Frauen“zu gefühlsbetont. Im übrigen fassen die Priester landauf landab das Thema Tötung ungeborenes Leben, wenn überhaupt, nur mit der Zange an. Das ist wohl inoffizielle Linie der DBK. Das wird sich nur sehr langsam ändern. Aber ändern wird es sich.

        • Claudia Sperlich schreibt:

          Ich kenne da höchst löbliche Priester hier in Berlin, die sich in Wort und Tat für die Ungeborenen einsetzen – so war die Babyflaschen-Aktion in unserer Gemeinde ja nur möglich, weil unser Pfarrer sie mit Freude erlaubt hat.
          Was übrigens den Kommentar weiter oben zur der „unsinnigen“ Kirchenheizung angeht, möchte ich nur darauf hinweisen, daß alte und körperlich behinderte Menschen es in ungeheizten Kirchen nicht lange aushalten. Natürlich wäre es schön, wenn das Bistum die Heizkosten zahlte – tut es aber nicht.

        • Herr S. schreibt:

          Sehr geehrte Frau Sperlich,
          auch ich selbst und meine Frau haben schon sehr in der kalten, da zu spät und zu kurz geheizten, Kirche gelitten und uns darin auch schon böse erkältet.
          Die Gemeinde veranstaltet ab und an eine Kollekte „für die Kirchenheizung“. Ich ärgere mich eigentlich darüber schwarz, denn dass eine Kirche zumindest am Sonntag zum Gottesdienst vernünftig geheizt ist, sollte in unserem reichen Land eben dank der von den GEMEINDEMITGLIEDERN entrichteten Kirchensteuern eine Selbstverständlichkeit sein. Übrigens ist an einem anderen Kirchort unserer Großpfarrei die Kirche stets gut geheizt, ohne dass dort entspr. Kollekten dafür erhoben werden.
          Insofern daher mein hartes Urteil über diesen m.E. unsinnigen Zweck der Kollektenerhebung.

        • Claudia Sperlich schreibt:

          Wir sind uns einig, daß die Kirchensteuern dazu verwendet werden sollten. Sie werden es nur leider nicht – und das liegt nicht in der Verantwortung der Pfarrer. Deshalb gebe ich zähneknirschend was in die Kollekte für die Kirchenheizung und denke dabei: Wenn dem Herrn Bischof egal ist, wie die uralten treuen Kirchgänger und die Rollstuhlfahrer und andere, die leicht frieren, sich im Winter fühlen – mir ist es nicht egal. (Und ich glaube, Ihre und meine Einstellung sind bei aller Verschiedenheit beide gleich gut verständlich und berechtigt.) – Hoffentlich liest hier mal ein Bischof mit! 😉

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