Für mich war es eine Übung in Disziplin, Gottesliebe und Freigebigkeit. Denn Fasten, Gebet und Almosen geben gehören zusammen.
Ich habe das Stundengebet mehr als sonst gepflegt und finde, so kann es bleiben. Stundengebet ist wundervoll.
Mein Speiseplan der Fastenzeit war vegan, zuckerfrei und einfach – und in der Regel nicht ganz zum Erhalt meiner Fülle. (Das ist auch aus anderen als religiösen Gründen gut.) Die Sonntage und Hochfeste sind zwar keine Fastentage, da wurde es etwas aufwendiger, aber ich blieb bei „vegan und zuckerfrei“. Ausnahmen waren nur die nicht ganz zuckerfreien Cornichons!
Habe ich „entbehrt“? Schon. Ich freue mich sehr auf das weder vegane noch zuckerfreie Fastenbrechen zum Abschluss der Osternacht. Gleich werde ich festlich einkaufen. Aber ich will nicht wieder in unkontrollierte Fresserei geraten. Eßsucht ist ein Problem, aber mit Gottes Hilfe lösbar, ebenso wie Eigensucht, Egozentrik und eine Reihe anderer unschöner Dinge.
Zudem tut es gut, auch Entbehrung zu lernen. Es schärft den Blick für Menschen, die nicht nur vierzig Tage und nicht nur ein bisschen entbehren müssen.
Fasten soll den Blick auf Gott ausrichten, und ich merke an mir, dass es ein gutes Mittel dazu ist. Natürlich habe ich weiterhin meine Fehler und Macken., es war auch nicht zu erwarten, dass ich in vierzig Tagen alles Mangelhafte ablegen und Ostern in engelgleicher Güte und Schönheit begehe. (Vielleicht ist das auch eine etwas unheimliche Vorstellung!)
Aber ich habe nun wieder einmal trainiert, wie ich eigentlich sein soll, und ich möchte versuchen, die Grundsätze dieses Trainings beizubehalten: Maß halten in allem außer der Liebe. Gott die erste Stelle in meinem Leben lassen.
Und heute Mitttag geht es zur Speisensegnung. „Wenn Fasten, dann Fasten – wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.“ (Teresa von Avila)


