Ein weiterer Grund für Sozialgesetzgebung

In den letzten Monaten habe ich gelegentlich darüber nachgedacht, was ich tun kann, wenn ich mir nach einem weiteren, äußert ungünstigen Regierungswechsel und folgender Abschaffung der Sozialgesetze die für mich notwendigsten Medikamente nicht mehr leisten kann.

Die Formel ist verhältnismäßig einfach,  und mit einiger Übung könnte ich das Zeug selber mixen. Das Problem ist nur, dass die Grundstoffe nicht alle bei dm erhältlich sind. Ein noch größeres Problem ist, dass der Ausgangsstoff auch zur Herstellung von Plastiksprengstoffen genutzt wird. Das   macht das DIY-Verfahren eventuell zu einem höheren Risiko als die Absetzung des Medikaments wäre – und das Risiko beträfe nicht nur mich.

Also werde ich einfach weiter wider alle Hoffnung hoffen,  dass  ein Rest an sozialem Gewissen auch der nächsten und übernächsten Regierung erhalten bleibt. Andererseits wäre es vielleicht auch spannend,  auf meinen alten Tag noch autodidaktisch Chemie zu lernen.

Ein bisschen ärgert es mich schon, dass ich Chemie damals abgewählt habe. Andererseits könnte ich dann nicht so gut Latein. Irgendwas ist immer.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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