Er überwuchert den halben Vorgarten, und nicht einmal Geranium kann sich dagegen durchsetzen. Das ist frech und hat zu unterbleiben, und so machte ich mich heute daran, den Vorgarten zu entgierschen. Das ist wegen des zähen Wurzelwerks eine langwierige Arbeit, aber immerhin konnte ich heute einigen Tulpen und einem kleinen Rosenbusch Luft verschaffen. Die Maiglöckchen werden nun auch sichtbar und bereiten sich schon auf ihren Monat vor.


Morgen mache ich weiter!



„Morgen mache ich weiter!“ Mein Priester hat mir klar gemacht, dass auch ein kleines Pflänzchen am Sonntag auszurupfen – nur so nebenbei, also nicht als explizit geplanter Arbeitseinsatz – ein Verstoß gegen die von Gott gewünschte Sonntagsruhe ist. (Geistige und künstlerische Arbeiten dagegen darf man verrichten, also Hausaufgaben machen, ein Bild malen.)
Es fällt mir super schwer (auch wenn ich es akzeptiere; es ist einfach ein Akt des Gehorsams, und da muss ich mich wirklich noch üben), und ich vergesse mich manchmal. Ich habe mir daher vorgenommen, meine Beete sonntags nur aus der Ferne zu bewundern. 🙂
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Ich sehe das etwas anders, werde aber einen Priester fragen, dazu habe ich gleich Gelegenheit.
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Das dürfte als erlaubte landwirtschaftliche Tätigkeit zählen.
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Nach Gespräch mit einem Priester: Hobbygärtnern ist keine knechtliche Arbeit und also auch sonntags erlaubt.
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Hmm: im Garten darf man im Schweiße seines Angesichts arbeiten – aber einen Knopf annähen ist sonntags nicht erlaubt. Für mich nicht konsistent. 😉
Ich zitiere noch aus meinem Beichtspiegel: „Habe ich ohne hinreichenden Grund am Sonntag werktägliche Arbeiten verrichtet, die ich ebenso gut am Samstag oder Montag hätte tun können?“
Damit lasse ich es nun gut sein. Einen gesegneten Sonntag!
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Auch einen Knopf annähen ist sonntags erlaubt, oder höchstens eine läßliche Sünde. Ebenfalls erlaubt ist übrigens das ebenfalls schweißtreibende Laufen-Gehen und Liegestützen-Machen, ich hoffe, das muß nicht auch noch begründet werden?
>>Ich zitiere noch […] Damit lasse ich es nun gut sein.
Und nachdem Sie sich überzeugt haben hätten können, daß Ihre Mitkatholiken bei dem, was sie tun, entgegen ihren Bedenken ein gutes Gewissen haben, müssen Sie nochmal nachtarocken, um ihnen da möglichst doch noch Zweifel zu säen und das christliche Leben möglichst schwerzumachen. Und statt daß Sie Gegenrede dazu erlauben, erklären Sie schonmal vorweg, daß Sie sich damit aus der Diskussion zurückziehen. Is klar.
– Könnte man, mit Verlaub, für den Nächsten und Mitchristen nicht die Liebe aufbringen, die einen dazu brächte, so etwas vielleicht bitte bleiben zu lassen?
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Übrigens werden Beichtspiegel schon so formuliert, daß „ja, aber ich habe darüber nachgedacht und das war in dem Fall keine Sünde“ auf manche Fragen – nicht auf alle! – eine denkbare Antwort ist. Sie sollen schön handlich sein und man soll das eigene Handeln darin spiegeln können (und wenn ein echter Zweifel verbleibt halt mit „darüber bin ich mir unsicher“ vorweg in die Beichte mit aufnehmen).
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So, der Reihe nach.
Erstmal untersteht der Laie gegenüber dem Priester keinem Gehorsam.Der Priester ist in der Tat meist besser ausgebildet und geistig erfahrener, und ihm gebührt auf Grund seiner Weihe Respekt (und dann natürlich der Respekt, der dem Mitchristen und dem Mitmenschen sowieso gebührt). Aber er ist nicht unser Vorgesetzter, und irren kann er sich sowieso.
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Hwd. Prof. Karl Hörmann zum Thema (Quelle auf stjoseph.at, Hervorhebungen von mir):
„Wer sich ohne entsprechende Rechtfertigung solchen Betätigungen beträchtl. (nach allg. Schätzung durch ungefähr zwei Stunden schwerer Arbeit) widmet und dadurch den Sonntag seines Sinnes beraubt, verfehlt sich schwer. […] Den Ausdruck Opus servile […] verstanden die Christen anfängl. von der Sünde. Erst Martin von Braga (+ 580) bezeichnete damit Feldarbeiten. Op. servon wird dann Fachausdruck für die Arbeiten, die den Menschen am ehesten an der Teilnahme am Gottesdienst behindern, näml. die schweren körperl. Arbeiten. Ihre Abgrenzung von anderen Beschäftigungen ist nicht eindeutig und für immer feststehend. Wenn man aber darauf achtet, daß sie nicht deshalb verboten sind, weil sie in sich zu beanstanden wären, sondern zur Sicherung des Freiseins für Gott (vgl. Cat. Rom. III 4,21), können unter der Voraussetzung, daß die Meßpflicht erfüllt wird, körperl. Betätigungen am Sonntag zulässig sein, wenn sie nicht als belastende Berufsarbeit, sondern aus Liebhaberei und zur Erholung verrichtet werden. Anderseits verbieten sich auch geistige Arbeiten von selbst, soweit sie die Teilnahme am Gottesdienst behindern. Leichter noch als bei der Meßpflicht kann es beim Verbot der Sonntagsarbeit vorkommen, daß es stärkeren Rücksichten weichen muß. […] Es läßt sich auch rechtfertigen, daß jemand zu seiner sittl. Bewahrung vor den Gefahren des Müßiggangs am Sonntag leichterer Arbeit (Liebhabereien) nachgeht. Arbeit ist ja nicht nur Last, sondern verleiht auch Befriedigung.“
Sie, @Vera, haben sich ja explizit auf „auch ein kleines Pflänzchen ausrupfen“ bezogen. Das geht aber in – deutlich – unter zwei Stunden. Ich brauche, hoffe ich, nicht weiter zu begründen, daß man in Angelegenheiten, in der wir wenn überhauptestens von läßlichen Sünden reden können, dem gutwilligen, persönlich unbekannten Mitchristen nicht durch öffentliche Ermahnungen, die für alle zum Mitlesen sind, das Leben schwerer machen sollte?
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Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
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Gerne! Das war ja (fast) reiner Eigennutz, weil mich (wie wohl leider etwas zu deutlich geworden ist) diese Art von „hey, ich hab etwas gefunden, das du zusätzlich zu allem anderen auch noch vermeiden mußt“, wo man sich dann auch noch bedanken muß etc., auf den Geist geht.
Leute, wir unterlassen die Sünde, weil sie häßlich, gräßlich, eine Beleidigung Gottes ist und für unser Glück nicht zweckmäßig – nicht, weil wir sonst noch nicht genug zu tun haben oder weil wir gar kein Glück haben sollten oder uns nur unserer Schwachheit wegen ein bißchen davon zugestanden wäre.
Daß das mit dem Häßlich-gräßlich-und-eine-Beleidigung-Gottes-und-für-unser-Glück-nicht-zweckmäßig nicht bei jeder sofort einsichtig ist, ist so, ist aber sekundär. Und ja, wer das dem sündigen Mitmenschen einsichtig machen kann, der soll das tun. Und ja, wer sieht, daß ein Christ die Sünde nicht ernstnimmt, der soll ihn (privat) schelten, wenn er ein bißchen Chance sieht, damit zur Besserung beizutragen. Aber dafür darf er erstmal selbst nicht „die Sünde“, dieses gräßliche Ding, nicht mit bloßen Abweichungen davon, wie man selber oder der eigene Priester (oder der eigene Fitneßtrainer for that matter) sich so vorstellt, wie man am besten sein Leben lebt, verwechseln.)
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Ich selber habe ja übrigens eher das umgekehrte Problem: Ich weiß schon, daß ich, auch vom Kochen abgesehen, schon eine Stunde am Sonntag im Haushalt arbeiten dürfte. (Kochen ist nicht Haushalt, aber ab dem Abräumen des Tisches fängt der Haushalt an 🙂 )
Zumal „Arbeiten, die man am Werktag ausführen könnte“ dann doch eher theoretisch ist; natürlich könnte man, aber es fehlt die Energie und die Zeit, also werden diese Dinge entweder am Sonntag oder gar nicht gemacht.
Aber: Die Energie fehlt dann am Sonntag halt auch, und daher werden sie – wie sagt man im Arbeitsleben so schön: bis auf weiteres, bis dann einmal bei Gelegenheit – gar nicht gemacht. Wenn sich die Neigung zur Faulheit mit der dann doch auch vorhandenen Frömmigkeit zu einem gemeinsamen Ziel verbündet, dann wird der Widerstand schwierig 🙂
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