Warum ich ganz sicher nicht die AfD wähle

Zunächst hier einige Zitate von AfD-Politikern. Es lassen sich leicht noch weitere, noch üblere Zitate finden – alle verifiziert.

Die AfD schafft es spielend, selbst in einem Thema, in dem ich vergleichbare Ansichten habe (Gender und übergriffige Sexualkunde an Schulen) sich so hanebüchen zu benehmen, daß mir die Annahme, es handle sich bei Beatrix von Storch um eine gebildete Frau, doppelt schwer fällt (gebildet? Frau?). „Den großen Knüppel rausholen“ fände Frau von Storch gut. (Nein, das ist keine sexuelle Anspielung – oder?) „Diese Leute dürfen nicht überleben“ ist ein Zwischenruf; der Rufer wurde seinerseits nicht zur Ordnung gerufen.

Menschen entsorgen / erschießen / verbrennen, KZs bauen, SA neu gründen. Das sind alles öffentlich geäußerte Wünsche von AfD-Politikern. Überraschend ehrlich ist da der Rechtsanwalt und AfDler Dubravko Mandic, der auf facebook 2016 kundtat: „Von der NPD unterscheiden wir uns vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützer-Umfeld, nicht so sehr durch Inhalte.“

Besonders widerlich ist ein als „Witz“ deklarierter Tweet des AfDlers Johannes Biesel, der später hierüber empörte Bürger als „Gutmenschen“ titulierte: „Das Problem an #Fasching, ist dass du nicht sagen kannst, ob sie 14 oder 18 ist. Wenn du dann Pech hast, kommste an die 18jährige. #Karneval“ Biesels Parteigenossen gröhlten mit.

Eine Clique von ausländerfeindlichen, frauenverachtenden Pöbeln, in deren Kreisen die jetzige Bundeskanzlerin auch schon mal als „Merkelnutte“ tituliert wurde, johlt Beifall, wenn Flüchtlingsheime in Brand gesetzt werden, und schreit nach Lynchmord, wenn jemand, der nicht zu ihren Leuten gehört, Kindern zu nahe kommt. Und diese Partei behauptet, für Lebensschutz einzutreten!

Ich bin Christin (daher auch für die Anerkennung jedes Menschen in jedem Alter als Gottes Kind), und ich bin Epileptikerin. Aus beiden Gründen fürchte ich eine Partei, in deren aktivem Vokabular der „gesunde Volkskörper“ vorkommt. Und ja, auch deren Mitglieder sehe ich als Gottes Kinder. In meinen besten Momenten bete ich für ihre Bekehrung. Das ist die einzige Art „Stimme“, die die AfD von mir bekommt.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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8 Antworten zu Warum ich ganz sicher nicht die AfD wähle

  1. Herr S. schreibt:

    Danke für Ihren Kommentar und Ihr unmissverständliches Bekenntnis, Claudia Sperlich.

    Ich habe den Link geöffnet und die hasserfüllten oder menschenverachtenden Ergüsse einiger dieser Leute gelesen – einfach widerlich.

    Gnade uns Gott, wenn solche Leute jemals an die Macht kämen.

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  2. Matthias Hergert schreibt:

    Nur keinen Stein auf die AfD werfen!

    Wenn du siehst auf irren Pfaden
    Schwestern oder Brüder gehn,
    Schuld auf ihre Seele laden,
    In der Feinde Reihen stehn,
    Halt mit deinem Richtspruch ein!
    Wirf keinen Stein!

    Wähne nicht, sie zu belehren,
    Da du ihre Fehler zählst,
    Sie zu bessern, zu bekehren,
    Da du selber strauchelst, fällst!
    Frag erst: Bin ich sündenrein?
    Wirf keinen Stein!

    Füg zu ihres Unglücks Schwere
    Nicht des Vorwurfs Bleigewicht;
    Deinem harten Urteil wehre,
    Duld`s in deiner Seele nicht!
    Lade aufs Gewissen dein
    Nur keinen Stein!

    Gleiche nicht den Pharisäern,
    Die der Meister streng verdammt;
    Nicht den tückisch argen Spähern,
    Von des Hochmuts Geist entflammt.
    Werde vor dir selber klein,
    Wirf keinen Stein!

    Der der Sünderin vergeben
    Und getröstet sie entließ,
    Uns in Seinem Heilandsleben
    Stets den Pfad der Liebe wies!
    Wirf – willst du Sein Jünger sein,
    Nur keinen Stein!

    Liebe Frau Sperlich, schlimme Pöbeleien, wie Sie es nennen, finden Sie in allen Parteien. Politiker sind keine Lämmlein. Welche Messlatten setzen Sie an. Keiner von den Politikern – welcher Partei auch immer – soll heiliggesprochen werden. Ihre Hassausbrüche gegen die AfD sind auch nicht ohne! Kein abgetriebener Mensch bekommt dadurch eine neue Chance auf ein Leben hier auf Erden. „Wer nicht gegen uns ist, der ist . . .“ Und wer auch immer in unserem Land nicht will, dass jährlich ca. 100.000 Kinder getötet werden, dem gehört mein Beifall, auch wenn er Sünder ist wie ich auch. Bitte keine Steine werfen! Auf niemand!

    8. Station des Kreuzweges für die Ungeborenen:

    Jesus begegnet den weinenden Frauen von Jerusalem

    Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
    denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

    Der Herr wehrt sich gegen weiches Mitleid der Frauen von Jerusalem. Er verweist vielmehr voll Erbarmen auf das Leid, das über sie kommen wird, – sie, die nicht bereit sind, seine Gnade anzunehmen, die ihre Eigenliebe über das Wohl ihrer Kinder stellen, die sich rühmen, abgetrieben zu haben. Er denkt an die Kinder, denen ihre Eltern Ärgernis geben, die in zerrütteten Ehen aufwachsen müssen, die in dieser Zeit der Luxusverwahrlosung leiden.

    Wie verhalten wir uns?

    Gekreuzigter Herr Jesus Christus,
    erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

    Gut ich gebe Ihnen zu, man ist oft versucht dem Mainstream oder der politischen Korrektheit zu gehorchen. Ist ja auch bequem. Bitten wir doch einfach Maria, die Knotenlöserin, hier mal so gut wie es geht zu lösen. Bitten wir die Unbefleckte Empfängnis am Tag der Geburt Marias, die Unbefleckte Empfängnis, deren Medaille Gottseidank auch von einer Frau Storch um den Hals getragen wird. Bitte keinen Stein auf sie werfen!

    Gelobt sei Jesus Christus!
    Matthias Hergert

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    • Hartmut Kluge schreibt:

      Die sattsam bekannten Verweise auf Mainstream u.d.m. sind gleichermaßen penetrant wie abstrus und werden nur noch übertroffen von einer vorgeblich christlich-katholischen Gesinnung, die in ihrem ganzen Duktus offenbart, was sie ist: verquaster Missbrauch der Wortes und des Hauses des Herrn.

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Hassausbrüche?
      In der Tat hasse ich die Einstellung, man solle Menschen irgendwelcher Art an die Wand stellen, ins KZ sperren, erschießen, entsorgen, ihre Verbrennung zulassen… und das alles sind ausdrücklich von AfD-Mitgliedern geäußerte Wünsche. Und in der Tat nehme ich Menschen, die so etwas äußern, nicht eine Sekunde ab, für den Schutz des menschlichen Lebens einzutreten. Nichts anderes habe ich gesagt.
      Ahja: Clique hab ich gesagt. Wenn das schon „Hass“ bedeutet gegen die AfDler, nun ja, dann müssen wir wohl damit leben, daß ich „hasserfüllt“ bin.
      Jesus hat zu der Ehebrecherin übrigens gesagt: „Geh und sündige nicht mehr.“ Das wird ja gern vergessen. Jesus hat niemals Sünde gutgeheißen. Er konnte übrigens auch ziemlich ruppig sein (Heuchler, Schlangenbrut, Übertünchte Gräber).
      Ich werfe keine Steine auf AfDler, ich sage nur, welche Aussagen mich davon abhalten, die AfD zu wählen. Ob auch alle AfDler mir gegenüber gewaltfrei bleiben möchten? Da bin ich mir aufgrund der zitierten Aussagen nicht sicher.

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  3. Matthias Hergert schreibt:

    Ursprung Ihrer Zitate, liebe Frau Sperlich, sind von Nathan Mattes und nicht von der AfD. Die Seite ist Fake. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Wir-sind-afd.de

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Sie finden unter jedem einzelnen der auf der verlinkten Seite angegebenen Zitate den Link zur Quelle. Dazu gehören die Stuttgarter Zeitung, ARD, WDR, Deutschlandfunk, die Youtube-Aufnahme einer AfD-Veranstaltung, nd-aktuell, pz-news und andere Nachrichtenmagazine. Ich habe jeden Link angeklickt. Nur der erste funktioniert nicht mehr.
      Es ist kinderleicht festzustellen, daß Herr Mattes korrekt zitiert.

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  4. Herr S. schreibt:

    NIEMAND, und schon gar nicht Claudia Sperlich, hat hier irgendwelche „Steine“ auf die AfD geworfen noch in irgendeiner Weise dazu aufgefordert.

    Jedoch sehr wohl vor dieser Partei und der Wahl derselben gewarnt – und das ist unser gutes demokratisches Recht als bekennende Katholiken, auch wenn wir dafür von Matthias Hergert als Pharisäer verunglimpft werden mögen!

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  5. Claudia Sperlich schreibt:

    Gestern wurde mir noch zweimal wortreich versichert, ich brauche ganz und gar keine Angst vor der AfD zu haben, man sei dort gar nicht gewalttätig, und überhaupt sei die AfD die wahre Lebensschützerin. Nachdem alles, was ich hier über die AfD gesagt und zitiert habe, mit Leichtigkeit nachprüfbar ist und jeder noch so blauäugige Mensch wissen kann, was solche Ausdrücke wie „gesunder Volkskörper“ und „Überfremdung“ bedeuten (beides AfD-Sprech), habe ich keine Lust mehr, mich mit solchen Kommentatoren abzugeben. Es ist weder für meinen Blutdruck noch für meine Seele gut, immer und immer wieder zu hören, daß das Böse nicht wirklich böse ist, wenn man es als Parteigenosse der AfD tut. Und genau darauf läuft die ganze AfD-Propaganda hinaus.
    Natürlich könnte man jetzt sagen „Aber wenn sie wenigstens die blonden, blauäugigen, reinrassigen, gesunden Einheimischen vor Abtreibung schützen, ist es doch besser als nichts“. Aber das wäre gelogen. Denn erstens halte ich die AfD grundsätzlich nicht für wahrheitsliebend. Und zweitens wird der geneigte Leser selbst merken, wohin diese Art der Bevorzugung führt.

    „Gegen Abtreibung“ waren ja angeblich auch die Nazis. Ja, da war das verboten. Nur blöd: sie haben sich nicht dran gehalten. Mir wurde von einer Frau, die damals als junges Mädchen zum Dienst im Krankenhaus verpflichtet war, glaubhaft versichert, in einem Keller desselben habe sie reihenweis Gläser mit in Spiritus eingelegten abgetriebenen Kindern gesehen – ein Anblick, den sie nie verwunden hat. Ich zweifle keine Sekunde daran, daß so etwas mit kranken, behinderten und nicht-arischen Embryonen auch unter der AfD möglich wäre.

    Ich schließe die Diskussion hier; ich habe auf die drölfzigste Erklärung, Zurechtweisung oder Ganovenrehabilitation in diesem Zusammenhang keine Lust.

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