Heilige, die den Teufel verhauen – Teil II

Bereits vor längerer Zeit habe ich einige Glaubenhelden vorgestellt, die dem Satan ganz real eins übergezogen haben. Allen voran natürlich die Allerseligste, die wir in diesem Monat besonders feiern.

Nun geht es weiter. Der Heilige Dunstan (um 909-988) war ein künstlerisch begabter Mönch – er spielte Harfe, arbeitete als Silberschmied und im Skriptorium, wo er vermutlich auch Illustrationen anfertigte, feine Federzeichnungen, eine davon möglicherweise ein Selbstportrait zu Füßen Jesu. Er wurde einst vom Teufel in Gestalt einer hübschen Frau versucht. Das war leichtsinnig von Satan, denn Duncan war gerade in der Schmiede tätig, und als die Schöne nicht von ihm abließ, zwickte er sie mit der Schmiedezange in die Nase, was ihre Rückverwandlung in weniger schöne Gestalt zur Folge hatte. (Disclaimer: Gleich wie plump und aufdringlich jemand Sie anmacht, liebe Leser – wenn Sie nicht ganz, ganz sicher sind, daß es sich um den Teufel handelt, tun sie das bitte nicht.)

Buchmalerei, im Besitz der British Library

Eine weitere Buchmalerei zeigt einen Mönch, der dem Teufel samt dreiköpfigem Höllenhund mit einem Knüppel zu Leibe rückt. Ich kann den Text nicht entziffern und weiß nicht, ob es ein bestimmter Heiliger ist oder einfach eine bildliche Anweisung, wie man sich den Teufel vom Leibe hält.

Der Heilige Dominikus wurde eines Nachts, während er schrieb, von einem Dämon in Affengestalt belästigt. Der Dämon sagte in einer Mischung aus Spott und geheuchelter Fürsorge, Dominikus solle doch lieber schlafen, um Kraft zu sammeln, damit er den Armen helfen könne. Er schreibe doch nur aus Eitelkeit, um berühmt zu werden – davon habe doch kein Armer etwas! Dominikus versuchte vergeblich, der Sache durch Gebet beizukommen. Schließlich drückte er dem Affen die Kerze in die Hand und zwang ihn, diese um Gottes Willen zu halten, damit er wenigstens zu irgendetwas nütze sei. Der Affendämon war gebannt und musste stillsitzen und das Licht halten, während der Heilige seelenruhig weiter arbeitete. Schließlich brannte die Kerze herunter, versengte dem Dämon die Pfoten – er stand plötzlich in Flammen und verschwand ebenso plötzlich, ohne weiteren Schaden anzurichten, in die Hölle.

Pietro della Vecchia (1602/3-1678), Dominicus und der Teufel

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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3 Antworten zu Heilige, die den Teufel verhauen – Teil II

  1. R. Gernhardt wollte Gott verhauen,
    das schrieb er sinngemäß, naiv.
    Er rechnete nicht zu den Frommen
    und wollt‘ nicht in den Himmel kommen,
    um Gottes Herrlichkeit zu schauen,
    und blieb so, bis der Tod ihn rief.

  2. Hans-Jürgen Caspar schreibt:

    Liebe Frau Sperlich,

    Heinrich Heine, lange Zeit atheistischer Spötter wie Robert Gernhardt und ebenso wie dieser schwer krank, änderte, kurz bevor er starb, seine Einstellung zum Glauben und zu Gott grundlegend, worüber hier berichtet wird: https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2007/06/14/heines-umkehr-zu-gott/. Von Gernhardt wurde nichts dergleichen bekannt.

    Mit herzlichem Gruß
    Hans-Jürgen Caspar

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