Momo – ein Christ aus dem Iran

#Momobleibt – mit diesen Worten machen derzeit zahlreiche Menschen auf einen Hamburger Rapper aufmerksam, der von Abschiebung bedroht ist.

Mohammad Jaffari, alias Momo, ist Iraner und lebt seit sechs Jahren in Hamburg. Er musste aus dem Iran fliehen, nachdem er sich dem Christentum zugewandt hatte. In seiner Heimat wurde er, als er von der Kirche kam, krankenhausreif geschlagen – und nach iranischem „Recht“ droht ihm als Konvertiten die Todesstrafe. Nach iranischer Praxis bedeutet das vorher eine lange Zeit in einem Folterknast.

Momo hat perfekt Deutsch gelernt. Er hat die Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten abgeschlossen, die Weiterbildung zum Erzieher wurde ihm zugesagt. Er ist Dichter und Rapper. Hier ein Artikel mit einem eingebundenen Video, hier die Petition, in der er seine Situation beschreibt – man kann sich ein Bild machen von diesem freundlichen jungen Mann.

Weniger freundlich ist der amtliche Umgang mit diesem Christen. Momo gab bei der Befragung an, die Bibel „von vorn bis hinten“ gelesen zu haben. Darauf „argumentierte“ die Behörde, die Bibel sei ein besonderes Buch, das man nicht einfach von vorn bis hinten liest, und daher könne er kein Christ sein. (Ernsthaft, so furchtbar dumme Argumente wachsen in deutschen Amtsstuben.) Deshalb wurde der Asylantrag zweimal abgelehnt.

Die Ablehnung ist nicht nur hartherzig, sie ist auch widerrechtlich. „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ ist ja kein ganz unbekannter Satz. Und daß der Begriff „politisch verfolgt“ nach geltendem Recht sehr weit gefasst ist und zu Recht auch religiös Verfolgte einschließt, ist auch kein Geheimwissen (schon gar nicht eine Art von Wissen, die ein Beamter mit einer Art juristischer Grundausbildung von einer unbekannten Dichterin ohne eine solche Grundausbildung lernen muss).

Nochmals, hier geht es zur Petition für Momo.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Momo – ein Christ aus dem Iran

  1. Hans-Jürgen Caspar schreibt:

    Danke! Hab‘ die Petition unterschrieben.
    Hans-Jürgen Caspar

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  2. Herr S. schreibt:

    Danke für diesen Hinweis auf Momo und sein bisheriges Schicksal.
    Die Petition habe ich selbstverständlich auch unterschrieben.

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