Woher die Sonette kommen

Sonette fallen einfach von den Bäumen,
Zumindest, wenn ich geh, wo Bäume stehen,
Sie fallen mir ins Hirn in den Alleen,
Und manche sammle ich an Weges Säumen.

Man kann sie auch in manchen Gärten sehen
Als Busch, als Hecke und in Blütenschäumen.
Ganz selten kann ich in Sonetten träumen,
Die aber gegen Morgen meist verwehen.

Sie fallen von Kastanien und Platanen,
Und manchmal sind sie härter als wir ahnen
Und bohren sich durch meine Schädeldecke.

Noch andre wachsen in den Feinkostläden
Und hinterlassen auf den Hüften Schäden.
So ein Sonett ist fast wie eine Zecke.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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