Zusammen in der Bibel lesen

Heute startete ein Bibelkreis in St. Marien in Berlin-Friedenau. Ich kann ihn nur empfehlen!
Anwesend waren der Kaplan der Großgemeinde als Moderator und sieben Laien, davon ein Mann. (Männer, wo bleibt Ihr? Die Bibel wurde auch für Euch geschrieben! Auch, wenn Ihr keine Priester seid!)
Der Pfarrer war leider verhindert – nächstes Mal wird er dabei sein.

Nach einem kurzen Gebet teilte der Kaplan Zettel aus mit dem Evangelium des kommenden Sonntags (Mk. 1,14-20). Wir lasen es im Stillen, dann wurde der Text nacheinander von zwei Teilnehmern vorgelesen. Nun sollte jeder im Stillen herausfinden, welches Wort oder welcher Satz ihm besonders ins Auge fiel. (Schwierig bei dem, wie der Kaplan sich ausdrückte, „telegraphischen“ Stil des Markus! Alles ist so wichtig.)

Mich sprach besonders der Anfang an: „Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa.“ Ich dachte dabei, das ist, als ob Johannes den Staffelstab an Jesus übergibt. Johannes hat das Seine getan, nun übernimmt der Herr, auf den er hingewiesen hat.

Anschließend sollte jeder das Gefundende dreimal deutlich vorlesen. Dabei lasen einige dreimal mit verschiedener Betonung, was ich sehr spannend fand, weil sich dadurch ganz leichte Verschiebungen in der Bedeutung ergeben. „Folgt mir nach!“ ist ein bißchen anders als „Folgt mir nach!“

Anschließend erklärte jeder, was genau an dem besonderen Wort oder Satz so einleuchtend, befremdlich oder anregend war – und zwar gab es darüber fast keine Diskussion, die einzelnen Aussagen wurden nur zur Kenntnis genommen.

Zuletzt sprachen wir ein Dankgebet und das Vaterunser.

Diese Art, sich und einander die Bibel zu erschließen, gefällt mir sehr; ich möchte gerne weiter zu diesem Bibelkreis. Für interessierte Berliner und Berlintouristen:

Zusammen in der Bibel lesen
jeden 3. Donnerstag im Monat
18.00 Uhr
Pfarrhaus St. Marien
1. Stock
Bergheimer Platz 1
14197 Berlin-Friedenau

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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