
Vor 130 Jahren starb mit 44 oder 45 Jahren die Katholikin, Frau eines Maurers und dreifache Mutter Bridget Driscoll, als sie auf dem Weg zu einem Fest der League of the Cross die Straße überquerte. Sie wurde vom Kotflügel eines Roger-Benz mit etwa 6,4 km/h getroffen, stürzte und starb noch am Unfallort an einer Kopfverletzung. Eine Kollision mit einem von etwa zwanzig Autos in Großbritannien – also außergewöhnliches Pech. Ihre 16jährige Tochter May und ihre Freundin Elisabeth Murphy, die neben ihr gegangen waren, blieben unverletzt. May sagte später aus, der Autofahrer habe dem Anschein nach nicht verstanden, was er tat, und sei in Schlangenlinien gefahren. Nach der Zeugenaussage einer Haushaltshilfe war der Wagen so schnell gefahren wie ein galoppierendes Pferd.
Der Fahrer Arthur Edsall hatte eine dreiwöchige Fahrpraxis hinter sich. Einen Führerschein gab es noch nicht. Er hatte eine Glocke geläutet und gerufen, aber nicht gebremst.
Der Untersuchungsrichter sprach Edsall frei; es sei ein tragischer Unfall gewesen, und er hoffe, dass dergleichen sich niemals wiederholen werde. Leider wurde seine Hoffnung nicht erfüllt.
Die Driscolls waren irischer Herkunft und lebten in Croydon nahe London, direkt neben Ehemann Michaels Eltern.
Ob und wie ihr Mann, Tochter May und die beiden jüngeren Söhne das Unglück verarbeiten konnten, ist unbekannt.
Ich habe den Verdacht, dass man mehr über das spätere Leben der Familie Driscoll wüsste, wenn es nicht arme Iren, sondern wohlhabende Engländer gewesen wären.



