Wie sieht der denn aus?

Der Typ ist dürr wie eine Zaunlatte. Dabei müsste er nicht hungern. Aber er isst nur so komisches Zeug, was er selbst findet: Insekten und wilden Honig. (Er muss ein besonderes Geschick haben,  Wildbienen sind aggressiv.) Und seine Kleidung,  wenn man den Fetzen so nennen kann,  hat er selbst gemacht aus den Haarbüscheln, die die Kamele beim Fellwechsel verlieren. Die hat er irgendwie zusammengezwirbelt und auf ganz primitive Weise verwebt und hält das Ganze mit einer Lederschnur zusammen – elegant ist das nicht gerade. Er lebt in einer Halbwüste, ständig den Elementen ausgesetzt.

Er hat einen sehr rauhen Tonfall. Er lobt niemanden, redet zu allen nur von Sünde und Umkehr,  und je feiner die Leute sind, desto gröber ist er.

Seine Eltern sind dabei ganz ordentliche Leute, und seinen Cousin muss man einfach lieb haben.

Dieser extreme Hippie, so verdächtig er ist, hat heute Geburtstag,  und die Kirche feiert das.

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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