Liam und sein Vater, von denen ich kürzlich hier berichtete, sind wieder in Freiheit und mit Mutter und Ehefrau vereint. Dank sei Gott! Dank auch dem Anwalt und all den vielen Menschen, die sich für einen unschuldigen Mann und seinen fünfjährigen Sohn eingesetzt haben. Sehr viele Amerikaner haben dafür demonstriert, dass man Unschuldige nicht einsperren darf und Fünfjährige schon mal gar nicht.
Nötig war das nicht in einer Bananenrepublik oder einem islamistisch geführten Land, sondern in den USA. Nötig ist es immer noch, denn der ICE hält weiterhin Erwachsene mit regulärem Aufenthaltsstatus und kleine Kinder gefangen.
In den sozialen bzw. unsozialen Medien werden zu diesem Thema stündlich neue rassistische Lügen gepostet, oft von Menschen, die sich für Christen halten.
Richter Biery, der die Freilassung verfügte, nannte das Vorgehen des ICE „die perfide Lust an ungezügelter Macht“. Ich kann ihm nur beipflichten.
Die Angaben zum Hergang der Festnahme, die der ICE behauptet hat (der Vater soll weggelaufen sein, ohne auf seinen Sohn zu achten; die Mutter soll den Sohn ausgesperrt haben; die braven ICE-Agenten haben den Jungen fürsorglich vor der Kälte bewahrt) mag glauben, wer auch die gute Fee im Märchen für real hält. Ich glaube dieser Bande aus mancherlei Gründen kein Wort. Mal angenommen, sie wären so fürsorglich – warum haben sie Liam im Gefängnis nicht wenigstens seine Mütze und seinen Rucksack wiedergegeben, zwei für ihn tröstliche Dinge, nach denen er immer wieder fragte? Und warum sind die Zustände in jenem Knast so furchtbar (unsauberes Essen, Verweigerung von medizinischer Hilfe und priesterlichem Beistand)?
Die Gestalten, die Menschen auf offener Straße erschießen und entgegen allen Zeugenaussagen und Videobeweisen haarsträubende Lügen verbreiten, sperren eben auch kleine Kinder ein.


