Das sagte mir eine Frau in einer Diskussion, in der es um ein ganz anderes Thema ging und in der ich begründet eine andere Meinung geäußert hatte als ihre. Es ging ihr offensichtlich darum, mich zu verunglimpfen oder wenigstens zu ärgern.
Ich ärgere mich aber gar nicht, und die Meinung Glaubensferner über meinen Glauben ist mir nicht so wichtig. Aber die Formulierung „der Heiligenschein dient zur Notbeleuchtung“ gefällt mir richtig gut, auch wenn das von jener Frau nicht erwünscht ist.
Wir sind zweifellos in Not. Auch wo gerade kein Krieg herrscht, ist prinzipiell jeder Mensch jeden Tag bedroht von zahlreichen Gefahren. Art und Höhe sind individuell verschieden. So ist bei mir ein Verkehrsunfall oder ein Herzinfarkt weit wahrscheinlicher als ein Bergunfall; bei einem durchtrainierten Alpinisten mit Häuschen im Bergdorf wäre es umgekehrt. Aber unser Leben, Gesundheit, Wohlstand und Glück ist immer gefährdet.
Das sollte uns nicht um die Nachtruhe bringen; Gelassenheit ist eine gute Grundhaltung. Aber es sollte uns bewusst sein. Memento mori, gedenke, dass du sterben musst, ist ein sinnvoller Rat und will uns das Leben nicht vermiesen, sondern es achten lehren und darauf hinweisen, dass wir es nicht vergeuden sollen.
In der Not, der eigenen und fremden, umgebenden und fernen, brauchen wir Orientierung. Der heilige Gott und seine Heiligen sind probate Leuchten, die uns zeigen, wie wir auf schwierige Situationen am besten reagieren, und die auch ein tröstendes Licht geben, wo wir machtlos sind.
In einer Notsituation den Heiligsten anrufen und die Heiligen um Hilfe bitten (und sich um Heiligkeit mühen, so gut es geht), lässt das Notlicht angehen. Und das funktioniert bekanntlich unabhängig von der übrigen Stromversorgung.



Der letzte Satz beweist, liebe Frau Sperlich, bei aller Ernsthaftigkeit Ihren Humor.
Viele Grüße
Hans-Jürgen Caspar
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