Wir hören heute eine geradezu paradiesische Verheißung von Jesaja: Wüste und Steppe werden überbordend fruchtbar. Und nach der blumigen Schilderung heißt es plötzlich:
Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes!
Und dann kein apokalyptisches Szenario mit Feuer und Schwefel, sondern:
Er selbst kommt und wird euch retten.
Nicht nur Krankheit und Behinderung wird von den Menschen genommen, sondern auch Feindschaft und Sklaverei. Die Rache Gottes hat üppigen Frieden zur Folge, nicht Vernichtung.
„Als wollte Er belohnen, so richtet Er die Welt“ – an diese Verse von Jochen Klepper erinnert die Lesung.
Im Evangelium hören wir von der Heilung eines Gelähmten. Ihr geht die Sündenvergebung voraus. Die brachliegende Seele blüht wieder auf, und nun kann auch der Körper geheilt werden. Jesu Wundertaten betreffen den ganzen Menschen, der Herr macht keine halben Sachen. Der Gelähmte brauchte Vergebung ebenso dringend wie Heilung. Und wie in der ersten Lesung kommt Gott hier nicht strafend, sondern heilend.


