Ein Adliger, dreißig Jahre alt und bis vor kurzem ein tüchtiger Soldat mit Chancen auf eine Karriere als Offizier, liegt schwer verwundet im Krankenhaus. Sein Bein ist in einem Zustand, daß er seine Berufspläne begraben muss. Und statt den von ihm geliebten Ritterromanzen bekommt er Heiligenlegenden und eine Lebensbeschreibung Christi in die Hand.
Er liest, zunächst vielleicht nur, um sich abzulenken, dann mit wachsender Begeisterung. Er überdenkt sein Leben. Page, begabter Tänzer, keinem Flirt abgeneigt, Soldat… Das kann doch nicht alles sein, denkt er. Da fehlt etwas, fehlt jemand, fehlt der eine Herr, dem er sich ganz widmen will.
Das Senfkorn des Glaubens schlägt in ihm Wurzel. Während der Rekonvaleszenz in einem Kloster legt er eine Lebensbeichte ab, dem Vernehmen nach drei Tage lang.
Wieder genesen, verlässt er das Kloster als Bettler und Pilger. Seine Waffen hat er vor den Altar gelegt.
Nach einer Zeit der einsamen Pilgerschaft und Besinnung studiert er Theologie. Mit sechs Kommilitonen gründet er eine zölibatäre Gemeinschaft, die Gesellschaft Jesu. Das Senfkorn ist zum Baum geworden, der Sauerteig wird zum stärkenden Brot. Ignatius von Loyola zeigt uns, daß man besser hinkend Jesus folgt als auf gesunden Beinen gedankenlos die Karriereleiter erklimmt.



Danke!
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