Ich liebte Jesus und vertraute Ihm
als dem Messias, der vor Rom uns rettet,
und unter dem Gerechtigkeit wird blühen
und Heil für alle Völker und die Freiheit.
Doch Er sprach nicht das Machtwort gegen Rom,
Er zögerte so lang. Ich musste handeln.
Ich wollte Ihn als Freund zum Handeln zwingen.
Die Pharisäer hatten mich bezahlt...
Ich tat, als stünde ich auf ihrer Seite.
Er selbst wusch uns die Füße, wie ein Sklave,
und ich ging fort, noch während jenes Mahles,
Und Er schien einverstanden! „Tu es gleich!”
Ich hätte einfach auf Ihn zeigen können.
Ich habe Ihn geküsst. Es war mir ernst.
Und Er: „Mit einem Kuss verrätst du Mich?”
Da wusste ich: Er würde anders handeln,
weit weg von dem, was ich mir vorgestellt,
ich war Ihm keine Hilfe, war im Wege.
Als Petrus die Verteidigung versuchte
(viel mutiger als ich), da schritt Er ein
und wies ihn schroff zurecht: „Das Messer weg!”
Ich schlich mich fort. Ich wollte es nicht sehen.
Er wird mir sicher nicht vergeben können.
Mein Leben ist nichts wert. Es ist vorbei.
© Claudia Sperlich
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About Claudia Sperlich
Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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Ich lese das Schicksal des Judas Iskariot, der ja „nur“ ein von Jesus Christus berufener Jünger aber kein Zeuge der Auferstehung war, vornehmlich als warnendes Lehrbeispiel für uns alle bis hin zum geringsten Glaubensgeschwister:
Sein Verrat des Herrn wiegt umso schwerer, da er doch die ganze Zeit CHRISTUS SELBST, sein Beispiel, seine Lehren und Gleichnisse und seine Wundertaten, die für Christus als Gottes Sohn bis heute noch eindrucksvoll Zeugnis ablegen, quasi im innersten Jüngerkreis und direkt vom Herrn selbst vor Augen gestellt bekam!
Einen authentischeren und glaubhafteren Lehrer als den Herrn selbst gibt es nicht!
Aber es gibt eben auch den freien Willen des Menschen, den Gott und eben auch Christus achtet und respektiert – selbst wenn er dazu dient, an Gott zu zweifeln und sich von ihm abzuwenden.
Das hat Judas Iskariot getan und letztendlich Jesus Christus, den Sohn Gottes, verraten und dessen Feinden ausgeliefert.
Sein Verrat des Herrn ist für mich dabei nur der Gipfelpunkt einer wahrscheinlich schon lange vorher bei ihm eingesetzt habenden negativen Entwicklung, in deren Verlauf er zumindest manche Lehrworte und Taten Christi angezweifelt und sogar verachtet haben dürfte.
Ich halte kriminal-psychologisch einen Verrat des Judas am Herrn quasi plötzlich und spontan ohne einen vorausgegangenen langen inneren Entfremdungs- und Abwendungsprozess für äußerst unwahrscheinlich. Auch scheint Judas Iskariot zumindest die anderen Jüngern die ganze Zeit über seine wahren Ansichten getäuscht und sich getarnt zu haben ähnlich wie ein Agent oder Spion.
Der Herr hat ihn längst durchschaut und warnt ihn mit seinen Lehren und Gleichnissen immer wieder; eine wiederholte Einladung zur Umkehr, die aber offensichtlich nicht ergriffen sondern ausgeschlagen wird.
DAS ist die Schuld des Judas Iskariot, nicht etwa nur eine einzige kurzschlussartige Fehlhandlung des Verrats am Ende dieser verbrecherischen Laufbahn.
Ja, Judas wird offenbar nach dem Matthäusevangelium noch gnadenhaft die Erkenntnis in die Falschheit seines Handelns geschenkt; ihn reut sein Verrat (Mt27,3-10).
Anders als Christus es ihn aber gelehrt hat (z.B. im Gleichnis vom verlorenen Sohn, der zum von ihm hintergangenen und betrogenen Vater umkehrt), sucht der Verräter Judas eben nicht bei Gott oder beim Herrn selbst oder bei seinen Mitjüngern Vergebung und Entschuldigung sondern eben bei den Hohenpriestern und den Ältesten – den Gegnern Christi.
Vielleicht möchte er sie sogar zur Korrektur ihres Tuns bringen – aber natürlich erfolglos: „Was geht das uns an? Sieh du zu, wie du klarkommst.“ kriegt er von ihnen zur Antwort.
Jetzt verzweifelt er, wirft seinen Verräter-Lohn in den Tempel quasi als ein Opfer. Aber ein sinnloses Opfer, das von den Hohenpriestern nicht für Gott angenommen wird sondern für den Kauf eines Fremdenfriedhofs in Jerusalem verwendet wird.
Judas geht aber nach dieser Abfuhr durch die Hohenpriester in seiner Verzweiflung wieder nicht vor Gott oder unter die Augen Jesu oder zu den Mitjüngern sondern er nimmt sich das Leben.
Eben nicht wie es im Gleichnis vom verlorenen Sohn ihm als Weg vom Herrn aufgezeigt wurde:
Der verlorene Sohn begeht eben keinen Suizid, als er sein verpfuschtes Leben erkennt und er geht auch nicht zu den Leuten des fremden Landes, um für sich Gnaden zu erbitten.
Nein, er macht sich auf zu seinem Vater – bereit, die logisch gerechte Konsequenz dort auf sich zu nehmen und dort als Tagelöhner zu arbeiten.
Stattdessen wird er vom Vater als Sohn erkannt und angenommen und für ihn ein Fest gefeiert.
Aber Judas Iskariot glaubt offensichtlich nicht an solch eine unverdiente Barmherzigkeit und bringt sich um…
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Daß er Jesus kannte und doch nicht an Seine Barmherzigkeit glaubte, ist mir ein unfassbares Rätsel.
Ob er deshalb für immer verloren ist? Ich weiß es nicht. Ich möchte gerne glauben, daß Gott ihn um seiner Reue willen am Ende doch aufnimmt.
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Über Judas denke ich noch etwas anders als im Vorstehenden:
http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/judas.htm
Frohe Ostern Ihnen allen!
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Eben wegen der Notwendigkeit des Heilsopfers glaube ich ebenfalls, daß Judas gerettet wird – vielleicht erst am Ende der Zeiten, vielleicht ist er längst bei Jesus.
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Ihr Pastor, Herr Caspar, irrte in Bezug auf Judas, wie es bereits Martin Luther tat, als er dem Menschen keinen freien Willen Zuspruch.
Wäre Judas Iskariot nur ein willenloses Werkzeug „Gottes“ in dessen Plänen, so hätten wir es mit einem Puppenspieler-„Gott“ zu tun, dessen willenlose Marionetten wir dann alle wären:
Eine m.E. ziemlich erbärmliche Vorstellung vom Menschen aber auch von „Gott“.
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Dann gäbe es vielleicht doch keine Hölle, sondern Allversöhnung und Allerlösung?
Den Kindern in Fatima wurde anderes über die Hölle gezeigt – und nicht nur ihnen.
Bedenken Sie bitte, dass Christus den Judas im Johannesevangelium als „Sohn des Verderbens“ bezeichnet hat, der als einziger Seiner Jünger „verloren ging“, obwohl er (Judas) doch wie die anderen Jünger die ganze Zeit Gottes Sohn als direkten Lehrmeister bei sich hatte.
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Natürlich gibt es die Hölle. Schon aus metaphysischen Gründen notwendig.
Und natürlich wissen wir nicht, wer drin ist.
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Meinen o.gen. Text habe ich schon vor einigen Jahren verfasst – als u.a. Entgegnung bei einer Diskussion um das ber. Kapitel von Vizelay.
Interessanterweise hat mich kürzlich eine evangelikale Christin in einem anderem Zusammenhang auf eine Stelle im Johannesevangelium, Joh 6,70, aufmerksam gemacht, in welcher Jesus Christus bereits lange vor dem Verrat des Judas von einem Teufel! unter den 12 erwählten Jüngern spricht.
Das stützt doch meine Lesart bzgl. der Person des Judas, oder?
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Bitte bedenken Sie, daß auch Petrus einmal als „Satan“ bezeichnet wurde.
Wir wissen einfach nicht, was mit Judas geschehen ist… und ich persönlich hoffe, daß es nicht das Allerschlimmste war.
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Stimmt – aber Petrus hat sich bekehrt im Gegensatz zu Judas. Von ihm steht ja u.a. in der Apostelgeschichte, dass er ein Dieb war (und sich wohl an der Kasse der Jüngergemeinschaft vergriff?).
Und der Herr selbst sagt von ihm, es wäre besser für ihn gewesen nicht geboren zu sein – ein geradezu vernichtenden Urteil.
Wir beide kommen über Judas‘ Person und sein Schicksal offensichtlich nicht zusammen.
Dabei ist es mir unerklärlich, wieso so viele an sich sehr rechtgläubige Christen in den letzten Jahren so viel Mitleid mit diesem Hintergeher, Dieb und Verräter des HERRN und Seiner Jüngergemeinschaft haben.
Dante sieht den Judas in der allertiefsten Hölle – die Kirche ist da vorsichtiger und sagt offiziell von keinem Verstorbenen, er sei in der Hölle, weil man ja nicht 100prozentig weiß, ob nicht jemand doch noch sich im letzten Augenblick bekehrte und wie Gott so etwas wertet.
Aber dass es die Hölle gibt, wissen wir aus der Bibel und auch z.B. aus den Aussagen der Seherkinder von Fatima.
Und nach menschlichem Ermessen ist Judas darin – für mich, wie bereits gesagt – ein warnendes Beispiel, sich nicht allzu sicher zu fühlen, weil man doch ein „rechtgläubiger Christ“ ist:
„Haben wir nicht mit Dir gegessen und getrunken, in Deinem Namen gepredigt etc.?“
Der Herr wird ihnen aber antworten:
„Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes! ich kenne Euch nicht!“ .
Harte Worte – aber sie stammen (auch) von Jesus, sind nur heute nicht en vogue…
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