
Vor 85 Jahren – kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges – starb Ernst Gennat, der 1904 seine Arbeit bei der Kriminalpolizei Berlin begonnen hatte. Er führte die Mordkommission ein und sorgte dafür, daß die Polizei bei Mordfällen schnell vor Ort war. Er modernisierte Verhörtechnik und Spurensicherung und baute einen Polizeiwagen so aus, daß er vor Ort als mobiles Ermittlungsbüro diente.
Über seine äußerst erfolgreiche Arbeit und seine Persönlichkeit informiert Wikipedia ausgezeichnet. Ich möchte hier nur drei Dinge zu seiner besonderen Ehre hervorheben.
Er verbot seinen Mitarbeitern strikt jegliche Gewalt gegen Verdächtige, auch sie nur hart anzufassen. Seine Verhöre glichen oft eher netten Plaudereien und waren gerade dadurch erfolgreich.
In der Nazizeit machte er seine Arbeit weiter und blieb dabei redlich. Er vermied jegliche sprachliche Angleichung an die neuen Machthaber. Auf seiner Dienststelle waren die meisten Mitarbeiter keine Nazis.
Kurz vor seinem Tod heiratete er eine Kollegin, die geäußert hatte, sie wolle unter diesen Machthabern nicht mehr Polizistin sein. Dadurch bekam sie eine seiner hohen Position entsprechende Witwenrente und musste nicht mehr arbeiten.
Requiescat in pace.



Danke für diesen erinnernden Artikel an den Kriminalisten Ernst Gennat, den ich bisher noch nicht kannte und von dem ich nichts wusste. In der Tat ist das, was Wikipedia über ihn berichtet, wirklich sehr aufschlussreich und lesenswert. Danke nochmals, dass Sie uns darauf hingewiesen haben, verehrte Frau Sperlich.
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Gern geschehen! Ich sollte überhaupt wieder mehr bloggen – auch über historische Persönlichkeiten.
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