Synodales Dingsbums

Weg, Rat, Ausschuss.

Das alles gibt es schon in der Kolonie Deutsch-Synodalien. Alles soll dazu dienen, die römisch-katholische Kirche zu etwas zu machen, was sie per definitionem nicht sein kann.

Ich habe vor knapp fünfzig Jahren um die Aufnahme in die römisch-katholische Kirche gebeten und mich taufen lassen, nicht um die Kirche zu ändern, sondern weil sie die Kirche und weil Gott der Herr ist. Selbst in meinen arrogantesten und modernistischsten Zeiten habe ich daran nicht gezweifelt.

Sicher ändert jeder Gläubige auch das Gesicht seiner Glaubensgemeinschaft, einfach weil er ein Individuum ist. Aber die grundlegenden Inhalte sind, was sie sind. So wie der Einzelne nicht aufhört, Mensch zu sein, wenn er durch Brandnarben entstellt ist, hört die Kirche nicht auf, Kirche zu sein, nur weil z.B. gerade keine Blütezeit sakraler Architektur ist. Aber das Menschsein des Individuums und das Kirchesein der Kirche mit ihrem Glauben und ihrer Lehre bleibt bestehen.

Einigen Individuen obliegt die Sorge für ganze Diözesen, obwohl sie die Kirche grundlegend ändern wollen. Man sagt zwar, wem Gott ein Amt gibt, dem gibt Er auch Verstand; zudem bin ich sicher, daß Gott bei den Bischofswahlen tatsächlich eine entscheidende Rolle spielt. Aber Er gibt allen, auch den Bischöfen, die Freiheit, den Verstand auf die eine oder andere Weise zu nutzen oder auch nicht.

Der Synodale Weg sollte ursprünglich Missbrauchsopfern zu Schutz und Hilfe dienen. Stattdessen ist er ein unguter, aufgeblähter Apparat geworden, der nichts dergleichen tut und zu dessen Lieblingswörtern „Macht“ zählt. Das war in dem Augenblick abzusehen, da das Thema „Mission“ von der Tagesordnung gestrichen wurde. Innerkirchliche Mission ist vonnöten, um klarzustellen, daß jeder Missbrauch – Amtsmissbrauch, Machtmissbrauch, sexueller und geistlicher Missbrauch – von Gott und der Kirche entfernt und dem Teufel in die Pfoten spielt. Und Mission findet in Deutsch-Synodalien nicht statt, trotz des missionarischen Eifers, mit dem die Lehre kritisiert wird und Gläubige vollgequatscht werden.

Synodaler Rat und Ausschuss wurden gegen die kirchliche Ordnung gebildet, und beide sind als katholische Einrichtungen nicht möglich. Man kann das weiterspielen. Immer wenn der Papst sagt „Geht nicht, gibt’s nicht“, kommt etwas Neues Synodales (oder eher etwas Altes mit neuem Namen). Dem Synodalen Ausschuss könnte ein Gremium folgen, eine Runde, ein Feld, eine Arbeitsgruppe… alles schön synodal. Aber alles nichtig.

Der dauerbetroffene Blick der beteiligten Bischöfe zeigt mir, daß der Weg der Frohbotschaft ein anderer sein muss.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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1 Response to Synodales Dingsbums

  1. Avatar von Joachim Joachim sagt:

    Gut zusammengefasst, danke!

    Es ist unfassbar, wie völlig unterschiedlich der Auftrag als Bischof gesehen werden kann.

    Ebenso unfassbar, wie man – angesichts der deutschen Expertise – mit voller Überzeugung den richtigen Weg für unsere Kirche zu wissen glaubt.

    Die Entferung der Sichtweisen unserer Kirche mittlerweile erschreckend groß.

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