Melodie: Onward, Christian Soldiers
Königen und Weisen
zeigt den Weg ein Stern.
Durch die Wüste reisen
sie zu ihrem Herrn.
Heiden sind sie, fragen
die Gestirne nur;
Gott kennt ihre Plagen,
legt mit Licht die Spur.
Ihre Zweifel schwinden,
hell wird ihr Gesicht,
da sie Jesus finden
unterm Sternenlicht.
Ihre Gaben legen
sie vor Jesus hin,
und von Gottes Segen
leuchtet Herz und Sinn.
Da das Kind sie preisen,
ahnen sie es schon:
Ziel all ihrer Reisen
ist der Gottessohn.
Ihm dient alles Leben,
Luft und Meer und Land,
Er hat uns gegeben
Liebe und Verstand.
Kind, mach Du uns weise,
sei auch unser Stern.
Auf des Lebens Reise
folgen wir Dir gern.
Was Du uns gegeben,
geben wir zurück:
Du bist ja das Leben,
Seligkeit und Glück.
Steil sind unsre Pfade,
dunkel ist die Welt,
doch Du hast voll Gnade
Dich zu uns gesellt.
© Claudia Sperlich



Sehr hübsch und fromm. Ich frage mich nur bis heute, wie das gegangen sein soll mit dem Stern. An Sternen kann man eine Richtung ablesen, aber keinen genauen Ort. Nur mal so.
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Zwei Möglichkeiten: 1. Gott hat einen besonderen Himmelskörper erschaffen,
2. es gab eine bestimmte Konjunktion, wodurch mehrere Sterne wie einer erschienen.
Zu dem Thema gibt’s mehrere Theorien, es gab um die Zeit der Geburt Jesu verschiedene auffäĺlige Konstellationen. Ich kann das allerdings mangels Fachkenntnis nicht beurteilen.
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1. Astrologie ist meines Wissens nicht Bestandteil der kirchlichen Lehre, eher im Gegenteil.
2. Für die genaue Anzeige eine bestimmten Gebäudes bräuchte man ohnehin eine Art Drohne und keinen Himmelskörper.
3. Es gibt auch die Möglichkeit, dass Matthäus hier eine Überlieferung weitergibt, die sich historisch nicht oder nicht so zugetragen hat.
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Wer die Bibel wie ein naturwissenschaftliches Lehrbuch aus dem 20./21. Jahrhundert liest, hat zu wenig Ahnung von Geschichte oder Literatur.
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Zu 1: Die genaue Analyse, inwieweit Astrologie jetzt gefährlicher Aberglaube, „bloß Unsinn“ (sowas gibt’s) oder sogar in Teilen richtig ist (*), können wir uns hier schenken. Die entsprechenden Vätertexte sagen ausdrücklich, daß den Sterndeutern deswegen, weil sie Heiden waren, *nur* ein Stern erschienen ist (die Hirten als Juden haben einen Engel bekommen). – Wenn auch andererseits es dann auch wieder sehr schön ist, wie der Herrgott ihnen als Wissenschaftlern, sei es mit, sei es ohne Anführungszeichen, entgegenkommt.
Und selbstverständlich kann Gott auch auf „krummen Zeilen gerade schreiben“, selbst wenn die Zeilen tatsächlich krumm waren. Bileam, dessen Botschaft ja interessanterweise gerade mit Epiphanie viel zu tun hat, war ja auch so eine schwierig einzuordnende Gestalt, von Sauls Ausflügen in die Nekromantik ganz abgesehen.
(* In der Antike, und noch bei Kepler, gehörte meines Wissens einiges in die Astrologie, was wir heute Astronomie oder aber Meteorologie nennen. Und zwar kenne ich den Forschungsstand nicht, aber a priori ist z. B. doch eigentlich nicht wirklich ausgeschlossen, daß zu welcher Jahreszeit ein Mensch geboren ist einen *gewissen überwindbaren* Einfluß auf dessen Charakterzüge haben könnte, auch wenn das ziemlich sicher nix mit irgendwelchen Tierkreiszeichen zu tun hat…)
– Was das „zog vor ihnen her“ und „blieb über dem Haus stehen“ bedeutet, gibt es übrigens recht gute astronomische Erklärungen, hierzu vielleicht später mehr. (Diese setzen freilich voraus, daß das die Sterndeuter *als astronomische Fachleute* als ein „vor ihnen herziehen“ *empfanden*, es aber einem Kind, das nachher eine weihnachtliche Szenerie mit Buntstift malt – so lobenswert das ist – gar nicht *auffallen* würde.
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Die „recht gute astronomische Erklärung“, die ich im Sinn hatte – die natürlich, selbst wenn eine vertretbare, so doch nur eine Möglichkeit ist – war diese da:
https://bethlehemstar.com/setting-the-stage/why-are-we-hearing-this-now/
(und nachfolgende Seiten)
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Dass viele der alten Astrologen, z. B. Kepler, auch gute Astronomen waren, bestreite ich überhaupt nicht, allein wegen der Qualität ihrer Stern- und Planetenbeobachtungen und Bahnberechnungen.
Ich habe jetzt eine gute halbe Stunde auf den verlinkten Artikel verwendet, aber keine Antworten auf meine entscheidenden Fragen gefunden.
1. Selbst wenn man die Annahme teilt, dass es eine direkte (anzeigende, nicht verursachende) Verknüpfung zwischen astronomischen Konstellationen und Menschenschicksalen gibt und man ex post eine passende Konstellation kurz vor dem Tod des Herodes findet: wie sollen die Weisen ex ante gewusst haben, dass diese Konstellation die Geburt des Messias anzeigt?
2. Angenommen, sie haben es gewusst: sie reisen lt. Matthäus nach Jerusalem, erfahren dort von den Schriftgelehrten, dass sie nach Bethlehem hätten gehen müssen, haben dann aber Unterstützung in Form einer Art Drohne, die ihnen das genaue Gebäude in Bethlehem zeigt. Weder Sterne noch Planeten noch Kometen können das. Also: was soll das gewesen sein?
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Wenn das so war wie in der Theorie (wie gesagt wenn), dann haben sie eben nicht „Unterstützung in Form einer Drohne, die ihnen das genaue Gebäude in Bethlehem zeigt“ gehabt, sondern über diesem stand ein Stern (Planet), der am Himmel scheinbar stehenblieb, *während sich der Rest des Himmels weiterbewegte*. Das setzt natürlich eine astronomische Beobachtungsgabe voraus, die der Normalmensch nicht hat: der schaut in den Himmel und denkt sich „schön“, was auch schon nicht nichts ist, sieht aber keine Bewegung – die er aber sehen würde, würde er, was er sieht, mit geeigneten Geräten fotografieren, ein paar Stunden später nochmal fotografieren und die Fotos vergleichen. Die Sterndeuter nun waren, wie der deutsche Name sagt, Sterndeuter; sie konnten sowas, hatten vielleicht auch den geschulten Blick, daß ihnen sowas ohne technische Hilfsmittel auffiel. (Wir kennen solche „geschulten Blicke“ ja zumindest im Ansatz aus den Feldern unserer je eigenen Expertise.)
Es steht ja auch gar nicht da, daß sie zuerst gesehen hatten, daß der „Stern“ stehenblieb, und dann in das Haus gegangen sind. Ein natürlicher Ablauf wäre in etwa so: sie kommen da hin, sehen den Stern, freuen sich, gehen hinein, und irgendwann gehen sie wieder raus und stellen mit ihrem astronomischen Blick fest: der „Stern“ steht da ja immer noch am gleichen Fleck; das ist ungewöhnlich. Naturgemäß werden sie das der Heiligen Familie auch verzählt haben, von wo über ein paar Ecken, an erster Stelle nach Lage der Dinge die Gottesmutter, die Information an den Evangelisten kam. Matthäus war persönlich nicht vor Ort, deutet auch nicht (wie Lukas) an, mit der Gottesmutter über die ganzen Vorkommnisse gesprochen zu haben – sagt freilich auch nicht, daß er das *nicht* hat -, aber jedenfalls ist es nicht schwer sich vorzustellen, wie sich so eine Tradition unter den Judenchristen des hl. Landes etablierte, die Matthäus dann in sein Evangelium aufnahm.
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