Gesetz ohne Moral

Im Zusammenhang mit der Aufhebung der Strafbarkeit vom Beischlaf zwischen Geschwistern durch die Sozialistische Internationale Partei Pavoralia (SIPP) wird argumentiert, Moral habe in der Gesetzgebung nichts zu suchen. Als Argument hebt die Ministerin für Soziales, Sozija L’Arbète, hervor: „Wo Moral und Religion in die Gesetzgebung einfließen, entstehen regelmäßig Diktaturen, wie man an Staaten wie Saudi-Arabien und Iran sieht.“ Gesundheitsminister Odiose pflichtet ihr mit einem deutlichem „Bravo!“ bei.

Der katholische Bischof von Pavoralia, Beat Agnellus, hielt am heutigen Sonntag nach der 10-Uhr-Messe in der Kathedrale Ss. Marinus und Arianus eine kurze Ansprache, im Wortlaut wie folgt:

Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir begehen heute das Patrozinium unserer Kathedrale. Überschattet wird dieser Freudentag durch eine Gesetzesnovelle, wenn man die Aufhebung eines sinnvollen Gesetzes so bezeichnen darf. Die Regierung ist der Ansicht, der Beischlaf unter Geschwistern müsse erlaubt sein, und setzt das Schutzalter auf vierzehn Jahre herab. In der Argumentation wird behauptet, Moral und Religion haben einen schädlichen Einfluss auf die Gesetzgebung, und daher müssten moralisch und religiös begründete Gesetze abgeschafft werden.

Der Mord an Ungeborenen und Alten wurde schon vor längerer Zeit von unserer Regierung (und leider auch zahlreichen anderen Regierungen) durchgewunken; auch hier wurden Gegenstimmen als „religiös fanatisiert“ diffamiert. Nun fällt ein weiteres Tabu und wird ersetzt durch die Untermauerung eines anderen: Man darf nicht moralisch und religiös argumentieren!

Leider wird auch von den Gegnern dieser neuen Gesetzgebung oder vielmehr Gesetzaufgebung gern mit der Gefahr von mißgebildeten Kindern aus solchen Verbindungen argumentiert. Das Argument ist aber das schlechteste, was sich auftreiben lässt. Kranke und Behinderte haben ja haargenau dasselbe Recht auf Leben, auf Liebe und Fürsorge, wie Gesunde! Auch ist nicht anzunehmen, daß mit der Aufgabe des Verbots geschwisterlichen Inzestes die Zahl behindert Geborener sprunghaft ansteigt. Selbst wenn sie es täte: Diese Kinder haben nicht weniger Rechte als jedes andere!

Die Gefahr ist eine ganz andere. Die SIPP spricht gerne von freier Entfaltung der Persönlichkeit. Was aber ist frei an einer Persönlichkeit, die sich zu etwas verführen lässt, was jeder Kultur, jedem sittlichen Empfinden widerspricht? Wer will behaupten, daß vollkommene Freiheit der Entscheidung besteht, wenn der 18jährige Bruder seine 14jährige Schwester verführt oder sie vergewaltigt und zur öffentlichen Zustimmung zwingt? Ach, das käme ja gar niemals vor? Soso, Frau L’Arète. Wenn Sie es sagen.

Liebe Geschwister im Herrn, liebe Gäste, wenn Sie alles, was mit Moral und Religion zu tun hat, aus dem Gesetzbuch tilgen wollen, dann müssen Sie sämtliche Verstöße gegen die göttlichen Gebote erlauben – auch Mord, Diebstahl, üble Nachrede. Alle anderen Gebote sind seit der kompletten Säkularisierung unseres Landes ja ohnehin hinfällig – allerdings nicht für Gott und nicht für Seine Getreuen.

Die Diakone Marinus und Arianus haben sich im 7. Jh. lieber ermorden lassen als Gott untreu zu werden. Auf ihre Fürsprache gewähre Gott uns Mut und Klugheit.

Beichtgelegenheiten gibt es in Ss. Marinus und Arianus täglich, in allen anderen katholischen Kirchen mindestens einmal wöchentlich und immer auch nach Absprache mit dem Pfarrer. Ungetaufte, die in Gewissensfragen Rat suchen, können zwar nicht die Absolution empfangen, sind aber herzlich eingeladen zu Gespräch und Gebet. Ihre Anliegen werden selbstverständlich ebenso wie die Beichte mit äußerster Diskretion behandelt.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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