Leos sprungbereite Kritiker

Noch keinen ganzen Tag ist er im Amt, und schon hagelt es Kritik.

Er will beim Menschen nicht mehr als zwei Geschlechter akzeptieren! Er will nicht,  dass gleichgeschlechtliche Partner Kinder adoptieren! Überhaupt will er das 6. Gebot nicht ändern! (Kann er auch nicht. Könnte nur der Autor,  und der denkt gar nicht daran.)

Und dann die Mozzetta! Er ist mit Mozzetta aufgetreten! Und er ist konservativ! (Nur weil der letzte Papst keine Mozzetta wollte, ist das nicht für alle Zeiten verbindlich.)

Und der Name! Leo XIII war zwar der mit der Sozialenzyklika, aber er hatte auch gravierende Fehler! (Da das für alle Menschen außer Jesus gilt, bliebe dann nur eine Namenswahl,  die auch wieder nicht recht wäre.)

Und er trägt das gleiche Kreuz wie Franziskus, der bekanntlich Freimaurer war, ist also auch ein Freimaurer! (Gut, dies Argument ist so vollständig irre, dass man es nicht beachten sollte – aber immerhin existiert es.)

Und überhaupt war ja der letzte richtige Papst Benedikt XVI, und dieser ist Amerikaner,  kann also gar nicht gut sein!  (Dito.)

Und solange keine Frau auf dem Stuhl Petri sitzt, ist die Kirche eh nicht ernstzunehmen. (Andererseits wäre es ziemlich schlimm, wenn eine der Forderinnen urplötzlich Päpstin würde und an Gott glauben müsste. Irgendwas ist immer.)

Und er ist ein Missbrauchs-Vertuscher! (Dafür gibt es zwar nicht einen Beweis, vielmehr sagt der Journalist Pedro Salinas, der gründlichzum Thema recherchiert hat: „Diese Vorwürfe einer angeblichen Vertuschung sind absolut falsch. Diese Vorwürfe sind Teil des Gegenangriffs von Sodalicio, sie betreffen alle, die zu dieser sektenartigen und mafiösen Gruppe auf Konfrontation gehen. Es handelt sich um eine Schmutzkampagne gegen Robert Prevost. Die Vorwürfe sind falsch.“) Quelle

Wie meine geschätzte Freundin Miriam Moißl mir schrieb:

Bis gestern hatte ihn keiner der Rezipienten auf dem Zettel und heute sind sie plötzlich alle Experten, die wahrscheinlich die Sixtina verwanzt hatten.

Leute! Leo XIV ist Papst,  also Bischof von Rom und  Statthalter Christi. Er ist Kirchenrechtler. Er hat in seiner früheren Diözese Chiclayo, Peru sein großes Herz für die Armen und besonders für Mütter in Not bewiesen. Er ist von allen Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche zu akzeptieren, ob er in die eigene Agenda passt oder nicht.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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3 Responses to Leos sprungbereite Kritiker

  1. Avatar von Joachim Joachim sagt:

    Diese Kritik ist eine Auszeichnung. Viva il papa.

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  2. Avatar von Joachim Joachim sagt:

    Und was die deutschen Synodalen nicht alles von dem neuen Papst erwarten. Alles, nur nicht das, was seine primäre Aufgabe ist. Bitte um Katechese für ZdK und Gefolgsbischöfe.

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