… aber boykottieren kann an nur, was man eigentlich haben will und kaufen könnte.
Nun gibt es vermutlich wenig, was ich für meinen Bedarf oder mein Vergnügen gerne hätte und was aus den USA kommt. Ich mag keine Burger, keine Cola, keine Marshmallows und was sonst an Geschmacksverirrungen über den Großen Teich kommt.
Amazon boykottiere ich tatsächlich schon länger, als Trump an der Macht ist, das zählt also nicht als „Boykott wegen Trump“.
Bleiben ebay und Paypal. Beim ersten kann meine seltenen Käufe dort völlig einstellen. Beim zweiten wird es schwierig, weil so viele Geschäfte am schnellsten darüber laufen. Immerhin kann ich versuchen, dem schwedischen Klarna den Vorzug zu geben. Ob ich das konsequent schaffe, weiß ich nicht.
Aber eines ist wirklich gut: Ich habe ohnehin viel zu wenig Geld, um für Trump und seine Mannen jemals von gesteigertem Interesse zu sein.
„Jaaaa, aber…“ höre ich aus einer mir sonst nicht unsympathischen Ecke, „denk an Israel! Er hat dafür gesorgt, dass die Geiseln frei bzw. die Toten ausgeliefert wurden!“
Hierzu zweierlei. Erstens: Wenn das wirklich ohne ihn nicht geklappt hätte bin ich über genau eine seiner vielen Taten froh. Ob es ohne ihn unmöglich gewesen wäre, kann ich nicht beurteilen. Und zweitens: Trump hat noch nie etwas getan, was ihm keinen echten oder eingebildeten Nutzen bringt. Ja, jetzt ist er der große Kämpe gegen die Hamas (ohne dass er jemals in existenzieller Gefahr durch dieselbe war). Das gibt dem Ganzen so ein G’schmäckle.
Tatsächlich ist er mit Putin gut Freund, lässt die Ukraine am ausgestreckten Arm verhungern, schickt eine Terrororganisation vor, um in den USA alle zu ermorden oder wegzusperren, die nicht parieren, sorgt dafür, dass ebendort nur noch Reiche satt und gesund sein können, zerschlägt jeden Ansatz der Fürsorge, will andere Länder an sich reißen, wenn es lohnend scheint (immer unter dem Vorwand der Hilfe) und schwafelt den lieben langen Tag dummes und unflätiges Zeug.
Ich hatte mal so einen Klassenkameraden, aber das war in der Pubertät, und dem Vernehmen nach ist der auch nirgendwo Staatschef geworden. Trump ist biologisch erwachsen und hat keine Entschuldigung.



Wer außer Trump kann das Blutvergießen in der Ukraine beenden? Der Krieg ist schrecklich und hat schon viel zu vielen (jungen) Menschen den Tod gebracht.
Die Medien in Deutschland vermitteln das Bild, das Sie widerspiegeln, nach dem der böse Agressor um jeden Preis besiegt werden muß. Das hatten wir schon mal so ähnlich. Damals hieß es, kämpfen bis zum Endsieg.
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Das ist ein unzulässiger Vergleich. Damals war Deutschland Aggressor und wurde übrigens durch Waffengewalt besiegt, Gott sei Dank, sonst hätten wir jetzt eine europaweite antisemitische Diktatur.
Nicht die Ukraine ist jetzt Aggressor, sondern Russland unter Trumps Kumpel Putin.
Wenn Trump diesen Krieg beenden kann, warum tut er es nicht? Entweder er kann, dann ist er böse, oder er kann nicht, dann ist er unfähig und eitel. Oder er ist alles zusammen, dafür gibt es durchaus Indizien.
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Eitel war er, als er zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode behauptete, er könne den Ukrainekrieg „in drei Tagen“ beenden.
Beenden kann ihn nur Putin – und der will nicht. (Und Trump nannte ihn mehrfach seinen „Freund“.)
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Dass Trump die Ukraine „am ausgestreckten Arm verhungern“ lässt, ist bestürzend wahr. Was können wir selbst als Europäer nur machen?
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Ich wünschte, ich hätte darauf eine befriedigende Antwort. Tatsächlich kann der Einzelne erbärmlich wenig. Selbst ein Boykott wirklich sämtlicher US-Firmen ist kaum zu schaffen, ohne Kommunikation und Geldfluss aufzugeben.
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An Agricola: Damals waren wir selbst der Aggressor, und der „Endsieg“, hätte er denn stattgefunden, wäre uns und der Welt schlecht bekommen.
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Damals wie heute wurden für einen nichterreichbaren „Endsieg“ Soldaten verheizt, die einfach nur das Pech hatten, im kriegsfähigen Alter zu sein. Für diese Soldaten war und ist es egal, wer den Krieg angefangen hat und mit wieviel Moral die Befehle unterlegt sind, die sie in den Tod schicken.
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Wenn damals nicht bis zum Sieg über die Nazis gekämpft worden wäre, dann wäre Europa heute ein Nazireich. Der Begriff „Endsieg“ ist Naziterminologie, wie Sie wissen. Ihn mit den Menschen in Verbindung zu bringen, die gegen die Nazis gekämpft haben und dabei große Opfer gebracht haben, ist schändlich.
Ich schließe diese Diskussion jetzt, um nicht noch mehr Verteidigungsreden von Diktatoren über mich ergehen lassen zu müssen.
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Irgendwann ist für jeden Krieg der Zeitpunkt gekommen, die Schuldfrage nach hinten zu stellen und den Krieg zu beenden. Für einen Soldaten, der im Krieg verreckt, dürfte es egal sein, wer den Krieg begonnen hat.
Um diesen elenden Krieg zu beenden, ist eine große Kraftanstrengung erforderlich, die nun einmal außer Trump niemand aufbringen kann. Wenn es nach den Europäern geht, wird dieser Krieg fortgeführt, bis entweder Rußland besiegt oder der letzte ukrainische Soldat gefallen ist. Da ersteres völlig utopisch ist, sollten die Europäer ihren moralischen Höhenflug beenden und Trump folgen.
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Nein. Diesem Menschen folgen heißt Krieg, Bürgerkrieg, Deportation, Mord, Vergewaltigung u.v.a.m. wollen oder zumindest billigend in Kauf nehmen.
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Sie tun Trump unrecht.
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Ja, wahrscheinlich habe ich noch ein paar Schandtaten vergessen.
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Sie sollten auch seine positiven Seiten sehen, seinen Kampf für den Lebensschutz, gegen den Klimawahn und gegen den Genderirrsinn. Wenn er jetzt noch der Ukraine Frieden bringt, dann wird er einer der größten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden.
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Er bringt der Ukraine keinen Frieden. Wie kommen Sie darauf?
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Für Lebensschutz? Ernsthaft? Na sagen Sie das mal den überlebenden Angehörigen des ein oder anderen ICE-Opfers, oder den Menschen, die sich urplötzlich ihre lebensnotwendigen Medikamente nicht mehr leisten können.
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