An die Querdenker

Mal ganz senkrecht gesagt:

Ihr hasst die freie Presse. Ihr habt den Journalisten Jörg Reichelt vom Fahrrad gezerrt und krankenhausreif geprügelt.

Ihr jammert über „Diktatur“.

Journalisten verprügeln und über Diktatur jammern an ein und demselben Tag, bei ein und der selben von der Polizei aus guten Gründen verbotenen Demonstration, zudem wüste Pöbeleien gegen friedliche Menschen, Gewalttaten gegen Polizisten, von der Missachtung sämtlicher Coronaregeln und dem Niederreißen von Absperrungen mal ganz zu schweigen – ja, das passt zu euch, so seid ihr.

Ihr seid erbärmlich.
Das heißt: Man muss für Euch um Gottes Erbarmen bitten. Möge Er euch mit einem funktionierenden Gewissen ausstatten und mit Lust, es zu benutzen.

Aber außerdem müssen Ermittler und Justiz sich intensiv um euch kümmern. Ich hoffe sehr, daß jetzt keine Kuscheljustiz stattfindet. Körperverletzung, Relativierung der Shoa, möglicherweise auch andere Formen der Volksverhetzung, die ein und andere Ordnungswidrigkeit – da fallen Beleidigungen übelster Art schon fast niedlich aus. Ich hoffe, daß die Täter bestraft werden, und zwar so hart wie nach unseren Gesetzen möglich. Möge die Justiz dafür sorgen, daß Menschen, die einen anderen Menschen schwer verprügeln, weil ihnen gerade danach ist, dies für mehrere Jahre wenigstens nicht mehr in der Öffentlichkeit machen können.

Es sind ja ein paar Anwälte in euren Reihen, die werdet ihr jetzt brauchen. Oh, verflixt: die brauchen gerade selbst Anwälte! Na, dann tut’s auch ein Pflichtverteidiger. Ihr dürft einen fairen Prozess bekommen, weil dieser Staat noch nicht nach eurem Gutdünken umgeformt ist, weil es hier noch nicht Sitte ist, daß „das Volk“ sich als (Scharf)Richter versteht, wie einige eurer beliebten Youtuber ja gerne hätten.

Und noch eines, ich möchte hier keine „Aber die Linken / Rechten / Andersgläubigen machen das doch auch“-Kommentare. Erstens weil von denen gerade nicht die Rede ist, zweitens weil ich es für selbstverständlich halte, daß sie mit dem Wort „Menschen“ mitgemeint sind.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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23 Antworten zu An die Querdenker

  1. klimaleugner schreibt:

    Sie dürfen ihren Haß hier nur artikulieren, weil er systemkonform ist.

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Erstens hasse ich zwar Sünde, aber nicht Sünder (ich bete für die Bekehrung derer, die Journalisten verkloppen) und zweitens ist „keine Kuscheljustiz“ nicht systemkonform.
      Einen gewalttätigen Mob erbärmlich finden ist übrigens auch nicht dasselbe wie ihn hassen (also zu seiner Vernichtung aufrufen). Präzise hasserfüllt sind die Demonstranten, die Journalisten verprügeln, Polizisten zu Boden werfen und zum gewaltsamen, auch mörderischen, Umsturz aufrufen.

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      • Svenja Prantl schreibt:

        Am Morgen nach dem Sonntag, an dem trotz Verbots Tausende gegen die Corona-Grundrechtseinschränkungen demonstriert haben, sorgt ein Todesfall im Zuge einer polizeilichen Maßnahme für Spekulationen. Offiziell hieß es zunächst, daß ein 49-jähriger Demonstrant bei einer Identitätsfeststellung am Sonntag-Nachmittag über ein Kribbeln in Arm und Brust geklagt hätte, woraufhin Einsatzkräfte der Polizei Erstmaßnahmen getroffen hätten, bis der Rettungswagen gekommen sei. Im Krankenhaus sei der Mann an einem Herzinfarkt verstorben. Wie in einem solchen Falle üblich – das haben fast alle Berichterstatter betont – ermittle nun die Staatsanwaltschaft wegen des Todesfalls.

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        • Claudia Sperlich schreibt:

          Also: Der Mann hat über die Symptome eines Herzinfarkts geklagt, es wurde von der Polizei Erste Hilfe geleistet und ein Krankenwagen gerufen, leider ist der Mann im Krankenhaus gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil das in einem solchen Fall nötig ist und weil wir noch nicht in dem Wunschland der Querdenker leben, in dem die Polizisten, die Erste Hilfe geleistet haben, wahrscheinlich gelyncht würden.

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  2. Natalie schreibt:

    Ah ja, haben Sie denn auch die Dokumentationen der Gewalt zur Kenntnis genommen, welche von Seiten der Polizei gegen friedliche Demonstranten verübt wurde, werte Frau Sperlich? Oder geht das für Sie in Ordnung, weil es ja die Richtigen trifft?

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich habe zur Kenntnis genommen, daß die Polizei eine widerrechtliche Versammlung aufgelöst hat – und zwar sehr viel langsamer und milder, als sie könnte und meiner Ansicht nach sollte. Die Hauptarbeit hat am Ende ja das Wetter gemacht.
      Übrigens brauchen Sie nicht zu versuchen, hier weiter zu kommentieren. Ich habe Sie ausnahmsweise einmal zugelassen, mehr gibts nicht, weil Sie nerven. Weil Querdenker mich nerven.

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  3. Hans-Jürgen Caspar schreibt:

    Danke, liebe Frau Sperlich, für Ihre klaren, zutreffenden Worte.

    Dass Sie Gott um Erbarmen für die Irregeleiteten bitten und darum, dass Er sie auf den richtigen Weg zurückführt, passt zu Ihnen und ehrt Sie.

    Mit herzlichen Grüßen
    Hans-Jürgen Caspar

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  4. gerd schreibt:

    Mal ganz waagereicht gesagt: Die Querdenker sind wirklich dumm. Warum haben sie ihre Versammlung nicht in bunten Tüchern gewickelt und aus „Quer“ ein „Queer“ gemacht? Die Sympathien des Berlinder Senats und der Polizei hätte sie mit offenen Armen empfangen. Es hätte weder Gewalt noch Herzinfarkte gegeben. Ein anschauliches Beispiel zeigt ja der CSD, der ebenfalls in Berlin stattgefunden hat. Da war es dem Berliner Senat vollkommen schnuppe, dass wir es immer noch mit einem angeblich tödlichem Virus zu tun haben. Den bringen wohl nur die Querdenker nach Berlin. Man kann gar nicht soviel essen……..

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Nun ist die Polizei nicht identisch mit dem Senat. Die Polizei hat auf dem CSD nachweislich immer wieder zur Beachtung der Corona-Regeln aufgerufen. Abgesehen davon: 1. war die Demonstration erlaubt, 2. wurden weder Polizisten noch Journalisten angegriffen. Daß ich absolut keine Sympathien für jene Demonstration habe, geht auch aus diesem Blog hervor. Aber bitte wahren wir auch hier die Gerechtigkeit.

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      • gerd schreibt:

        Auf den Einfluss des Berliner Innnensenator A. Geisel auf die Polizei, gehe ich nicht weiter ein. Das ist zu offensichtlich. Aus meinem Kommentar geht ja deutlich hervor, dass ich es zum Kotzen finde, warum Berlins Senat mit zweierlei Maß Demonstrationen oder Versammlungen betrachtet. CSD: Herzlich willkommen! Querdenken: Ihr müsst draußen bleiben. Wären die „Querdenker“ genauso willkommen wie die „Queerdenker“, käme es zu keiner Gewalt, obwohl bei jeder Versammlung oder Demonstration genügend Spinner mitlaufen. Wenn die CSD Teilnehmer den Corona-Regeln nicht nachgekommen, was nachweislich der Fall gewesen ist, dann müsste die Polizei, diese Versammlung mit Wasserwerfern und Spezialkommandos auflösen. Würde mich interessieren wie gewaltfrei die „Queeren“ auf diese Maßnahmen reagieren würde. Allerdings waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Regenbogenfahnen bestückt. Das nenne ich mal effektive Gewaltprävention. 😉

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  5. Herr S. schreibt:

    Leute, die sich so aggressiv verhalten wie die sog. Querdenker aber auch seinerzeit sog. Linksautonome, kann ich, wie einst Sigmar Gabriel nur als „Pack“ bezeichnen und befürworte unbedingt, dass hier von Seiten des Staates gegen dieses Gesindel konsequent vorgegangen wird.

    Noch verwerflicher als die oftmals verbildeten und verblendeten sog. „Straßenkämpfer-Agressoren“ sind für mich die agitierenden Aufhetzer, die gerne bei den physischen Auseinandersetzungen im Hintergrund und oftmals ungeschoren bleiben.

    Für die hier offen geäußerten Sympathiebekundungen gerade auch des sich als „Katholiken“ bezeichnenden „gerd“ fehlt mir jegliches Verständnis – reine Scharfmacherei eines AfD-Sympathisanten.

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    • gerd schreibt:

      Beruhigen Sie sich lieber Herr S. Es gibt auch genügend Katholiken die die Grünen wählen. Wäre mal ein neues Feindbild für Sie. Wobei ich nicht so weit gehen würde, die Grünen als Pack oder Gesindel zu bezeichnen. 😉

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      • Herr S. schreibt:

        Pack und Gesindel sind nicht irgendwelche Parteimitglieder oder Sympathisanten per se, sondern diejenigen Menschen, die aggressiv und militante auf Krawall gebürstet sind.

        Sie, gerd, sind für mich ein schwer erträglicher Agitator und Scharfmacher, der sich eines Tages spätestens im göttlichen Gericht dafür verantworten muss.

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  6. gerd schreibt:

    Die Querdenker-Demonstrationen sind übrigens kein deutsches Phänomen. Paris, London, Rom, Athen, Brüssel, Wien, Salzburg, ect. Auf kurz oder lang wird sich diese Bewegung durchsetzen. Wir sollten dafür beten, dass es friedlich bleibt.

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Was viele machen, kann ja nur richtig sein. 😉
      Was übrigens ist mit „friedlich *bleiben*“ gemeint? Immer nur ganz friedlich einen einzigen Journalisten verprügeln und nur ein ganz bißchen Shoa verharmlosen?

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      • gerd schreibt:

        Was viele machen kann schwerer totgeschwiegen werden. 😉

        „Was übrigens ist mit „friedlich *bleiben*“ gemeint?“

        Friedlich bleiben bedeutet auch, jemanden nicht pauschal als erbärmlich zu bezeichnen um es gleichzeitig mit einem Gebet an Gott zu garnieren, der es ja wohl nicht für nötig hält, die Querdenker mit demselben Gewissen auszustatten wie man es selbst sein eigen nennt. Es ist z.B. ja nicht so, als hätten sich alle(!) Querdenker auf den Journalisten gestürzt. Das hätte der Mann sicherlich nicht überlebt. Um es auf den Punkt zu bringen zitiere ich gerne mit einer kleinen Abänderung den werten Herr S.
        „Sie, Frau Sperlich, sind für mich ein schwer erträglicher Agitator und Scharfmacher, der sich eines Tages spätestens im göttlichen Gericht dafür verantworten muss.“

        Das müssen Sie jetzt nicht liken. ;-)….und auch nicht veröffentlichen…;-)

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        • Claudia Sperlich schreibt:

          Sie sind freigeschaltet. Das veröffentlicht sich ganz von alleine.
          Und ja, wenn eine große Menschenmenge den Eindruck vermittelt, geschlossen für den Sturz der Regierung und gegen Pressefreiheit zu sein, dann denke ich nicht an die zwei Dutzend darunter, die das so nicht meinen.
          Und: Es gibt bestimmt auch herzensgute Leute unter den Grünen, Linken, Piraten etc., und auch bei Liebhabern des CSD. Wollen Sie sich daran bei Gelegenheit erinnern? Oder, falls ich mal wieder über irgendeine Aktion in diesem Zusammenhang schimpfe oder lästere, mich zur Ordnung rufen?

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        • Claudia Sperlich schreibt:

          Nebenbei: daß ich mich im göttlichen Gericht verantworten werden muss, ist mir bewußt. Ob dieser Blogartikel dann Thema ist, weiß ich nicht, glaube aber, da wird es genug Wichtigeres geben.

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        • gerd schreibt:

          Na ja, Natalie war ja auch mal freigeschaltet.
          Es wäre doch viel besser wenn Sie überhaupt nicht und in keine Richtung lästern oder schimpfen würden, nur mal so als Anregung. Im übrigen gehen Sie mit keinem Wort auf die von mir vorgebrachte Argumentation in Bezug auf „gute“ und „schlechte“ Demos ein. Das ist ein wichtiger Punkt um die Agressivität bei so manchen Demonstranten der Querdenker zu verstehen. Wenn der eine darf und der andere nicht, dann ist das zumindest fragwürdig, wenn jedes Argument dafür fehlt. Das sollte eigentlich einsichtig sein. Finde ich zumindest. Mehr schreibe ich dazu nun nicht mehr um nicht dann doch irgendwann von meinem Gewissen geplagt zu werden.

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  7. gerd schreibt:

    Werter Herr S.

    daß ich mich im göttlichen Gericht verantworten werden muss, ist mir bewußt. Ob dieser Blogartikel und meine Kommentare dann Thema ist, weiß ich nicht, glaube aber, da wird es genug Wichtigeres geben. Ich kann mir aber vorstellen, dass Gott jede Lieblosigkeit meinerseits genau abwägen wird.

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    • Herr S. schreibt:

      AUCH für Ihre hämischen Kommentare hier und anderswo, die das Gesprächs-Klima oft nachhaltig vergiften und worin Sie gar hier u. a. Frau Sperlich persönlich angreifen, werden Sie sich verantworten müssen – da bin ich absolut sicher, gerd.

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    • Herr S. schreibt:

      Da hilft es Ihnen, gerd, auch überhaupt nichts, die Antwort von Frau Sperlich an Sie kopiert und an eine Anrede an mich angehängt zu haben.

      Mit solchen niederträchtigen trollartigen Mätzchen aus dem AfD-Baukasten versuchen Sie wohl, uns gegeneinander auszuspielen und uns das Wort im Munde umzudrehen.

      Ist in seiner Erbärmlichkeit und Dürftigkeit leicht durchschaubar.

      Ich wiederhole: Spätestens im göttlichen Endgericht werden Sie sich für das alles einmal verantworten müssen – und da helfen Ihnen keine Tricksereien mehr.

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  8. Claudia Sperlich schreibt:

    Ich halte es für besser, die Kommentarfunktion jetzt zu schließen.
    Sonst werde ich hier noch mal zitiert mit der Absicht, Menschen, die ich schätze, an den Karren zu fahren. Das muss nicht sein.

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